Abstand halten, Maske tragen, Hygienemaßnahmen einhalten und impfen – das sind wirksame Mittel, um sich vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus zu schützen. In diesem Themenblock informieren wir über die zur Verfügung stehenden Impfstoffe, wie sie wirken, für wen sie geeignet sind und wie ein geeignetes Impfschema aussieht. Auch neue Entwicklungen aus der Impfstoffforschung werden hier verständlich aufbereitet.
Titelbild: cherryandbees / AdobeStock
COVID-19-Impfung: STIKO passt Impfempfehlung an

Die Ständige Impfkommission (STIKO) hat die Empfehlungen für die SARS-CoV-2-Impfung angepasst. Gesunde ältere Menschen ab 75 Jahren sollen sich im Spätsommer oder Frühherbst eine Corona-Auffrischimpfung verabreichen lassen. Bisher hatte die STIKO allen gesunden Menschen ab 60 Jahren in Deutschland zu dieser Auffrischimpfung geraten.
Seit dem Ende der Pandemie gingen die Fallzahlen kontinuierlich zurück, so die STIKO. Komme jemand aufgrund einer COVID-19-Erkrankung ins Krankenhaus oder sterbe sogar daran, handele es sich nun zumeist um über 75-Jährige.
Für gesunde Säuglinge, Kinder und Jugendliche empfiehlt die STIKO schon länger keine Impfung mehr. Schwangeren wird derzeit keine weitere Auffrischimpfung empfohlen – es sei denn, sie haben eine Grunderkrankung oder bei ihnen tritt während der Schwangerschaft eine Komplikation auf, wie etwa Diabetes oder Bluthochdruck.
COVID-19-Impfung: Früher impfen lassen
In den aktuellen Empfehlungen der STIKO hat sich auch der Zeitpunkt für die Impfung etwas verschoben: War bisher von Herbst die Rede, gilt nun der Spätsommer oder Frühherbst als der ideale Zeitpunkt. Denn dann beginne jedes Jahr die Corona-Welle, und die Wirksamkeit der Impfstoffe lasse mit der Zeit stark nach.
Die Booster-Empfehlung gilt neben den ab 75-Jährigen auch für Bewohnende von Pflegeeinrichtungen. Ebenso sollten sich Menschen mit bestimmten Vorerkrankungen wie Diabetes, chronischen Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Fettleibigkeit eine Auffrischimpfung verabreichen lassen, und das betreffe auch zahlreiche Menschen unter 75 Jahren, betonte die STIKO.
Auch Menschen, die in medizinischen Einrichtungen arbeiten, sollen sich unter gewissen Umständen weiter boostern lassen, etwa wenn sie in Notaufnahmen und auf Intensivstationen arbeiten. Gleiches gilt für Personal in Pflegeeinrichtungen.
COVID-19: Mehr als 95 Prozent der Erwachsenen haben eine gute Immunität
Mit den Neuerungen erklärt die STIKO auch, dass es keine „Empfehlungen zur Erlangung einer Basisimmunität“ mehr gebe. Schließlich seien die meisten erwachsenen Menschen durch Impfungen und Infektionen mittlerweile immun. Studien zufolge verfügten mehr als 95 Prozent der Erwachsenen in Deutschland über solch eine gute Immunität.
Wie viele Menschen in den vergangenen Jahren wegen COVID-19 ins Krankenhaus mussten, legt die STIKO in ihrer wissenschaftlichen Begründung ebenfalls dar:
Die Zahlen halbierten sich in den vergangenen Jahren von Saison zu Saison nahezu. 2025/2026 wurden noch rund 50.000 Menschen in Krankenhäusern behandelt. Die Sterbefälle gingen von etwa 4.300 in der Saison 2023/2024 über etwa 2.000 in der Saison 2024/2025 auf zuletzt etwa 900 zurück.
Auffrischimpfung gegen COVID-19 wird zu wenig wahrgenommen
Ziel der neuen Impfempfehlung ist es, schwere COVID-19-Verläufe, also Krankenhauseinweisungen und Todesfälle, sowie Langzeitfolgen wie Long COVID zu verhindern.
Die STIKO räumt ein, mit ihren Empfehlungen aber nicht mehr richtig durchzudringen: Denn der bisherige Rat an alle über 60, sich eine Auffrischimpfung verabreichen zu lassen, wurde von weniger als einem Viertel der Bevölkerung befolgt. In der Saison 2024/2025 waren es sogar nur noch 13 Prozent. Quelle: dpa / vs