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Influenza-Saison 2025/26: Wie wirksam war der Impfstoff?

Impfung in Oberam durch Arzt
Verändert sich ein Virus, entstehen bei vielen Menschen Fragen zur Wirksamkeit der Impfung. | Bild: Pormezz / AdobeStock

In der vergangenen Grippesaison spielte vor allem ein Virus die Hauptrolle: Influenza A (H3N2). Dieser Virusstamm verursachte den Großteil der Erkrankungen. Besonders häufig wurde eine neue Variante nachgewiesen – die sogenannte Subklade K.

Solche Veränderungen sind bei Influenzaviren ganz normal. Fachleute bezeichnen das als Antigendrift. In der Folge erkennt unser Immunsystem das Virus schlechter und auch Impfstoffe können etwas an Wirkung verlieren.

Wie wird der Influenza-Impfstoff zusammengesetzt?

Der Grippeimpfstoff wird jedes Jahr viele Monate vor Beginn der Saison hergestellt. Die Zusammensetzung richtet sich nach den Viren, die zu diesem Zeitpunkt weltweit erwartet werden.

Für die Saison 2025/26 enthielt der Impfstoff je einen Stamm gegen Influenza A (H1N1), Influenza A (H3N2) und Influenza B (Victoria-Linie). 

Doch nachdem der Impfstoff bereits festgelegt war, breitete sich die neue H3N2-Variante immer weiter aus. Dadurch passte der Impfstoff nicht mehr ganz so gut zu den tatsächlich zirkulierenden Viren.

Grippeimpfung: Auch bei veränderter Virusvariante wirksam

Obwohl die durch eine Influenza-Impfung gebildeten Antikörper den veränderten H3N2-Stamm nicht vollständig erkennen konnten, schützte die Impfung weiterhin gut vor schweren Krankheitsverläufen.

Die Studie zeigt: Das Risiko, wegen einer Influenza in einer Notaufnahme oder Arztpraxis behandelt werden zu müssen, war bei Geimpften um etwa ein Drittel geringer. Auch Krankenhausaufenthalte konnten durch die Impfung reduziert werden.

Das zeigt, worum es bei der Grippeimpfung in erster Linie geht: Sie soll schwere Erkrankungen verhindern. Und genau das hat sie auch in dieser Saison geschafft.

Influenza: Antivirale Medikamente blieben wirksam

Neben der Impfung gibt es antivirale Arzneimittel, die bei einer Influenza eingesetzt werden können.

Auch hier zeigte sich: Die H3N2-Viren waren weiterhin empfindlich gegenüber den verfügbaren Wirkstoffen wie Oseltamivir, Zanamivir, Peramivir und Baloxavir.

Gerade für ältere Menschen oder Patienten mit einem erhöhten Risiko für Komplikationen bleibt eine frühe Behandlung deshalb wichtig.

Zur Erinnerung: Wann kommen antivirale Arzneimittel zum Einsatz?

COVID-19: Das orale Arzneimittel Paxlovid® mit den Wirkstoffen Nirmatrelvir und Ritonavir hemmt die Virusvermehrung.

Influenza: Zur Behandlung und Vorbeugung werden Neuraminidase-Hemmer (Oseltamivir, Zanamivir) eingesetzt.

Herpesinfektionen: Bei Infektionen mit Herpes-simplex- oder Varizella-Zoster-Viren kommen vor allem Nukleosid-Analoga (Aciclovir) zum Einsatz. /am

Influenza-Impfstoff 2026/27: Was sich in der neuen Saison ändert

Die Überwachung der Influenzaviren läuft das ganze Jahr über. Die Erkenntnisse aus der vergangenen Saison fließen direkt in die Entwicklung des nächsten Impfstoffs ein.

Weil sich die neue H3N2-Variante weltweit durchgesetzt hat, hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfohlen, die H3N2-Komponente des Impfstoffs für die Saison 2026/27 anzupassen. 

Auch die übrigen Virusbestandteile wurden überprüft und verändert. Ziel ist es, den Impfstoff wieder möglichst gut an die aktuell zirkulierenden Viren anzupassen.

Grippeimpfung: Was ist in der Beratung wichtig?

Verändert sich ein Virus, entstehen bei vielen Menschen Fragen zur Wirksamkeit der Impfung. Für PTA bedeutet das, die Erwartungen an die Grippeimpfung im Beratungsgespräch richtig einzuordnen und verständlich zu vermitteln.

Viele Menschen erwarten einen vollständigen Schutz vor einer Infektion. Umso wichtiger ist es, zu erklären, dass die Grippeimpfung vor allem das Risiko schwerer Krankheitsverläufe und Komplikationen reduzieren soll.

Gerade für ältere Menschen, Personen mit chronischen Erkrankungen, Schwangere und medizinisches Personal bleibt die Impfung deshalb die wichtigste Maßnahme, um sich und andere zu schützen. Quelle: https://jamanetwork.com/journals/jamanetworkopen/fullarticle/2850461?__cf_chl_f_tk=VVTLiQYqlI12Ml.lEwjqn.9atNix6UlBBa6aLQnBQlM-1782813862-1.0.1.1-WT0FxD7ZawlCalZi7w3YRViiEE4b6ulidufzOF8DN5Y 

Zur Erinnerung: Wer sollte sich gegen Influenza impfen lassen?

Die STIKO empfiehlt die Influenza-Impfung für folgende Personengruppen:

  • alle Personen ab 60 Jahren
  • alle Schwangeren ab dem 2. Trimenon, bei erhöhter gesundheitlicher Gefährdung infolge eines Grundleidens ab dem 1. Trimenon
  • Personen mit einem Grundleiden (chronische Erkrankungen, z. B. Asthma, COPD, Herz-Kreislauf-Krankheiten, Diabetes, neurologische Krankheiten wie Multiple Sklerose, Immunschwäche/HIV)
  • Bewohner von Senioren- und/oder Pflegeheimen
  • Personen, die als mögliche Infektionsquelle im selben Haushalt lebende oder von ihnen betreute Risikopersonen gefährden können
  • Personen, die häufigen direkten Kontakt zu z. B. Schweinen, Geflügel sowie Wildvögeln oder Robben haben
  • Personen mit erhöhter Gefährdung, z. B. medizinisches Personal sowie Personen in Einrichtungen mit umfangreichem Publikumsverkehr (auch Apothekenpersonal)
  • Personen, die als mögliche Infektionsquelle für von ihnen betreute Risikopersonen fungieren können

/am