Vielfältiges Aufgabenspektrum im Pharmaunternehmen

Sandrina Ferino hat die Pharmazie von einer anderen Seite kennengelernt

Durch eine Stellenanzeige in der PTAheute wurde die damals 47-jährige PTA Sandrina Ferino 2013 auf ihren heutigen Arbeitgeber, das junge Pharmaunternehmen Niehaus Pharma GmbH & Co. KG, aufmerksam und stand ein paar Wochen später vor der Entscheidung: Verlasse ich nach 25 Jahren Berufserfahrung mein gewohntes und liebgewonnenes Umfeld Apotheke und nehme die neue Herausforderung an – oder bleibt alles so, wie es ist?

2013 wechselte Sandrina Ferino aus der Apotheke ins Pharmaunternehmen.

Nochmal was Neues ausprobieren, das wärs, dachte sich Sandrina Ferino, als sie die Stellenanzeige von Niehaus Pharma Ende Mai 2013 in der PTAheute entdeckte. Auch, wenn sie eigentlich gar keine neue Stelle gesucht hatte. Eine andere Apotheke wäre für die Pharmazeutisch-technische Assistentin nicht infrage gekommen, denn sie war damals PTA in einer gut strukturierten Center-Apotheke mit einem tollen Team und hat sich dort sehr wohlgefühlt.

Zeit für Veränderung

Eigentlich war ein Wechsel raus aus der Apotheke für Sandrina Ferino also so gar nicht geplant. Sie hatte die PTAheute (Ausgabe 11/2013) aufgeschlagen und interessiert die Stellenanzeige ihres heutigen Arbeitgebers gesehen. Da zu dem Zeitpunkt viel zu tun war, konnte sie sich nicht näher damit beschäftigen. So wurde das Heft mitsamt dem Stellenangebot trotz großem Interesse wieder beiseitegelegt und geriet zunächst in Vergessenheit. Wochen später ist ihr das Heft wieder in die Hände gefallen. Sie rief bei Andreas Niehaus, ihrem heutigen Chef, an und ein paar Wochen später stand sie dann vor der Entscheidung, in der Apotheke, dem altvertrauten Umfeld zu bleiben, oder die Herausforderung anzunehmen und die Gelegenheit zu nutzen, etwas Neues auszuprobieren. Ohne Wissen über Marketing, Büroorganisation und alle Aufgaben, die in einem Pharmaunternehmen so anfallen, dafür aber mit Apothekenwissen aus mehr als 25 Jahren hat sie diese Chance ergriffen. Den Wechsel von der Apotheke ins pharmazeutische Unternehmen hat sie bis heute nicht bereut. Obwohl die Apotheke als Arbeitsplatz für die Mutter von zwei Kindern gerade in der Zeit, in der diese noch klein waren, ein ideales Arbeitsumfeld war, weil sie flexibel so arbeiten konnte, wie es in der jeweiligen Lebensphase der Kinder möglich war.

Die Erfahrung, wie „Apotheke“ funktioniert und was Kunden in der Apotheke bewegt, ist für Sandrina Ferino von Vorteil. Es ist für sie besonders interessant, die Pharmazie jetzt von einer anderen Seite kennenzulernen. Sie erfuhr, was man mit Werbung erreichen kann, wie wichtig finanzielle Dinge sind, dass gute Produkte nicht einfach nur vom Markt verschwinden, weil sie vielleicht nicht mehr zeitgemäß sind, sondern weil kein Geldgeber da ist oder ein Produkt nicht mehr den gewünschten Umsatz generiert. Sandrina Ferino beobachtet den Markt heute anders: „In der Apotheke hat man immer nur den Kunden, sein Problem und die Lösung vor Auge und das alles am besten sofort und da ist dann oft auch gar keine Zeit, das Große und Ganze noch aus einer anderen Perspektive zu betrachten.“

Tätigkeiten im Pharmaunternehmen:

  • Ansprechpartnerin für Apotheken und Patienten (Online, Brief, Telefon)
  • Kontaktpflege zu Dienstleistern (Produktion, Logistik, Med.-Wiss., Controlling, Werbung)
  • Mitarbeit bei Social-Media-Aktivitäten
  • PTA/PKA-Werbung
  • Betreuung der Homepage
Die heutigen Hauptaufgaben von Sandrina Ferino sind mit denen in der Apotheke vergleichbar.

Ihre neue Hauptaufgabe beim pharmazeutischen Unternehmen unterscheidet sich gar nicht so sehr von der in der Apotheke: Sandrina Ferino ist Ansprechpartnerin für die Apotheken, Heilberufler, die Patienten und beantwortet Fragen zu Wechsel- und Nebenwirkungen, zur Dosierung der Niehaus-Pharma-Präparate und ähnliches. „Im Prinzip landet all das, was in der Apotheke zu Produkten aufpoppt, auch hier“, berichtet sie uns. Besonders überrascht war sie darüber, wie viele Endverbraucher im Pharmazeutischen Unternehmen anrufen, denn ihrer Ansicht nach gehören diese Fragen eigentlich in die Apotheken. Dadurch dass das Produktportfolio bei Niehaus Pharma noch relativ klein ist, hat sie die wichtigsten produktbezogenen Informationen stets parat.

Ein typischer Arbeitstag bei Niehaus Pharma

Auch wenn jeder Tag – wie in der Apotheke auch – irgendwie anders ist, eine grobe Struktur gibt es schon im Tagesablauf von Sandrina Ferino. Sie öffnet als erstes morgens die Post, kümmert sich um den Schriftverkehr, checkt ihre Mails und beantwortet diese. Je nachdem, was aktuell gerade läuft, tauscht sie sich mit einer Werbeagentur bzw. Druckerei wegen des Layouts der neuen „ChillPost“ oder neuer Broschüren aus. Wenn Beanstandungen zu den Arzneimitteln der Niehaus Pharma (Lioran®, Gasteo®) kommen, nimmt Frau Ferino Kontakt zum beauftragten Lohnhersteller auf. Das wird dadurch erleichtert, da die Präparate der Niehaus Pharma ausschließlich in Deutschland hergestellt werden. Zudem dokumentiert Frau Ferino jeden einzelnen Fall bis ins letzte Detail. Je nachdem was gerade anliegt, verschieben sich dann auch die Prioritäten am Tag. Im Team wird beispielsweise über gerade erschienene Anzeigen in Zeitschriften diskutiert. Was der PTA bei Niehaus Pharma besonders gut gefällt ist, dass so gut wie alle Fragestellungen, die im Arbeitsalltag auftauchen im Team diskutiert und dann schnell und auf kurzem Wege entschieden werden.

Wie funktioniert eine Ausgabe der „ChillPost“?

Die „ChillPost – Das entspannte PTA-Magazin“ liegt seit Anfang 2014 regelmäßig der PTAheute bei. Hier finden sich spannende und unterhaltsame Tipps rund ums Wohlbefinden – ums Chillen eben. Wenn eine neue Ausgabe in Angriff genommen wird, wird erstmal alles gesammelt, was so an Themen / Ideen in den Köpfen ist. Die Hauptthemen für die ChillPost begegnen Sandrina Ferino oft im Alltag. „Aus einem Gedanken, den man hat, entsteht dann eine Idee und eine Stoff- bzw. Materialsammlung“, erklärt sie. Hierzu entstehen dann Texte, Zeichnungen und abschließend das Layout. Mit der „ChillPost“ möchte das junge Unternehmen vor allem auch die Vieldeutigkeit der deutschen Sprache nutzen und Themen von vielen verschiedenen Themen beleuchten – auch mit einem Augenzwinkern. In der letzten Ausgabe ging es beispielsweise ums Tanzen. Natürlich wartet sie nach jeder Ausgabe gespannt auf Feedback von den Kolleginnen und Kollegen in den Apotheken.

Die ChillPost – Das entspannte PTA-Magazin – ist seit 2014 regelmäßige Beilage der PTAheute.

Ausgezeichnet!

Auf der diesjährigen COMPRIX Gala wurde die „ChillPost“ mit einem goldenen COMPRIX Award ausgezeichnet. Mit dem Preis werden Agenturen, Auftraggeber, Verlage und Berater im gesamten deutschsprachigen Raum prämiert. Ausgezeichnet werden ihre besten Kampagnen, Anzeigen, Radio- und TV-Spots, Online-, Multimedia- und anderen Kommunikationsmaßnahmen im Bereich Healthcare. Für Sandrina Ferino und alle, die an der „ChillPost“ beteiligt sind, war es eine tolle Belohnung für die Arbeit und Mühen, die alle zusammen in das Projekt gesteckt hatten.

Auf der COMPRIX Gala wurde die „ChillPost“ mit dem goldenen Award ausgezeichnet. (3.v.r. Sandrina Ferino)

Warum sind Sie PTA geworden?

Auf die Frage, wieso sie eigentlich PTA geworden ist antwortet Ferino, dass sie eigentlich etwas ganz anderes machen wollte: VWL studieren. Das jedenfalls war der Plan, als sie noch zur Schule ging. Dann erkrankte ihre Großmutter an Krebs und wurde viele Jahre behandelt. Die Arzneimittel für ihre Oma hat immer der Apotheker selbst vorbeigebracht – Botendienste gab es damals noch nicht. So kam sie als Schülerin das erste Mal in Kontakt mit dem Thema Apotheke und auch ins Gespräch mit dem Apotheker. Der Apotheker sprach sie dann irgendwann an, dass er dringend jemanden bräuchte, der ihn im Botendienst unterstützt. So ist sie dann als Schülerin im Nebenjob in der Apotheke gelandet.

Der Berufswunsch PTA war zu diesem Zeitpunkt aber noch gar nicht da. Als es aufs Abitur zuging, dachte sie dann immer noch, sie wird sich mehr in die wirtschaftliche Richtung orientieren und begann, sich zu informieren. In diesem Zeitraum sprach der Apotheker sie dann an, ob sie nicht mal in der Apotheke reinschnuppern wolle. Der Apothekenalltag hatte sie neugierig gemacht und so landete sie letztendlich dann nach Abschluss des Praktikums und mit dem Abitur in der Tasche auf der PTA-Schule und nach 2,5 Jahren im PTA-Beruf.

Als sie 2013 ihre Stelle beim Pharmaunternehmen antrat, schloss sich dann der Kreis wieder, denn jetzt hat sie ja unter anderem auch viel mit Zahlen und wirtschaftlichen Themen zu tun.

Wir bedanken uns bei Sandrina Ferino für das nette und informative Gespräch und bei der Niehaus Pharma GmbH, insbesondere Herrn Andreas Niehaus, dass er das Interview möglich gemacht hat.

Cornelia Neth
PTA, Chefredakteurin PTAheute.de, Leitung der Online-Redaktion
onlineredaktion@ptaheute.de