FFP2 statt selbstgenähter Stoffmaske – Was ist der Unterschied?

Unterschiedliche Masken bieten Schutz vor dem Coronavirus. FFP2-Masken vs. selbstgenähte Alltagsmasken
Foto: Imago Images / Sven Simon

Das Coronavirus wütet weiter, die Infektionszahlen steigen nach wie vor und die Mutations-Varianten sind auf dem Vormarsch. Umso wichtiger ist nun die eigene Vorsorge mit der richtigen Schutzmaske. Doch welche Unterschiede gibt es wirklich zwischen den selbstgenähten Alltagsmasken und den FFP2-Schutzmasken?

Was sind überhaupt FFP2-Masken?

FFP2-Masken sind sogenannte partikelfiltrierende Gesichtsmasken. Die Bezeichnung FFP stammt aus dem Englischen (Filtering Face Piece). Diese Masken werden in drei Kategorien eingeteilt – 1 bis 3. Ursprünglich sind sie insbesondere aus dem Handwerk bekannt. Die Arbeiter schützen sich damit dagegen, Staub oder andere giftige Stoffe einzuatmen. Die unterschiedliche Bezeichnung geht darauf zurück, wie viele Aerosole die Masken filtern können. „FFP2-Masken müssen mindestens 94 Prozent und FFP3-Masken mindestens 99 Prozent der Testaerosole filtern“, erläutert das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte.

Warum sind FFP2-Masken besser als die sogenannten Alltagsmasken?

Der Unterschied liegt insbesondere darin, ob sie eher die anderen oder auch die Maskenträger selbst schützen. Bei korrekt sitzenden FFP2-Masken würden beide Seiten vor Partikeln, Tröpfchen und Aerosolen geschützt, erklärt das Institut. Wie die Gesellschaft für Aerosolforschung erläutert, halten einfache Mund-Nasen-Bedeckungen kleinere Partikel nicht so gut ab. Daher seien sie für den Selbstschutz nicht geeignet.

Bei der Mund-Nasen-Bedeckung, für die es keine Norm gibt, gibt es auch keine wissenschaftlich nachgewiesene Schutzfunktion. Dennoch gehen Experten davon aus, dass auch einfache Masken einen Beitrag zur Eindämmung der Pandemie leisten. „International gibt es zahlreiche wissenschaftliche Veröffentlichungen, die die gewonnenen Erfahrungen über die Wirksamkeit der Mund-Nasen-Bedeckungen im Sinne eines allgemeinen Bevölkerungsschutzes bestätigen“, betont das Bundesinstitut.

Außerdem gibt es noch FFP2-Masken mit einem Ventil. Diese filtern die ausgeatmete Luft nicht so gut: Der Schutz für andere ist gering. Diese Masken widersprächen somit „dem Solidaritätskonzept, dass Mitmenschen durch kollektives Maskentragen geschützt werden“, betont die Forschungsgesellschaft.

Sind FFP2-Masken nicht sehr teuer?

Durch die größere Nachfrage sind die FFP2-Masken günstiger geworden. Sie werden in Drogerien, Apotheken und auch im Online-Handel verkauft. Dort kann man einen Pack mit zehn Stück ab etwa zehn Euro erwerben. Seit Dezember erhalten Menschen über 60 Jahren, Schwangere oder chronisch Kranke FFP2-Masken in der Apotheke. Die gesetzlichen Krankenkassen verschicken derzeit nochmals Gutscheine. Versicherte bekommen einen Sechserpack und müssen nur zwei Euro zuzahlen.

Experten raten, zunächst einmal nur eine Packung FFP2-Masken auszuprobieren. Im Unterschied zu einfachen Stoffmasken liegen diese wesentlich fester an. Manchmal werden sie als unangenehm empfunden.

Wie lange dürfen FFP2-Masken getragen werden?

Während die Mund-Nasen-Bedeckungen aus Stoff gewaschen und wiederverwendet werden können, sind FFP2-Masken Einmalprodukte. Der TÜV Nord weist darauf hin, dass das Schutzniveau sinkt, wenn sie gewaschen werden. Diese Masken könnten einen Tag lang getragen werden – dann sollten sie in den Müll.

Zudem rät der TÜV, bei den Masken auf Prüfnorm (DIN EN 149:2009-08), CE-Kennzeichen sowie eine vierstellige Nummer zu achten, die Rückschlüsse auf das Prüf-Institut zulasse. Dies gelte auch für die sogenannten KN95-Masken, die oft an Stelle von FFP2-Masken verkauft werden. Der TÜV warnt außerdem vor Billigprodukten aus dem Internet.