Infektionsgefahr aus der Dusche

Legionellengefahr in den Wasserleitungen: Erst mal laufen lassen! | Bild: terovesalainen / Adobe Stock

Steigen im Sommer die Temperaturen, heizen sich auch Rohrleitungen auf. Dann haben Legionellen im Wasser gute Vermehrungschancen. Werden diese Bakterien eingeatmet, können sie die Legionärskrankheit – eine schwere Form von Lungenentzündung – verursachen. An einige Vorsorgemaßnahmen sollte man deshalb denken.

Seit Jahren verzeichnet das Robert Koch-Institut steigende Fallzahlen von Legionellen-Erkrankungen in Deutschland. Im Jahr 2016 waren es insgesamt 992 Fälle. Generell treten während der Sommermonate die meisten Erkrankungen auf. Ein wesentlicher Grund hierfür sind die höheren Wassertemperaturen, die in den Wasserleitungen entstehen.

Wann sich Legionellen wohlfühlen

Legionellen vermehren sich besonders gut in stehendem Wasser, das eine Temperatur zwischen 25 und 45 Grad aufweist. Zu einer Infektion kommt es, wenn die stäbchenförmigen Bakterien mit dem Wasserdampf eingeatmet werden. Das kann zum Beispiel beim Aufdrehen des Wasserhahns oder beim Duschen geschehen. Es gibt viele verschiedene Legionellen-Arten. Für 90 Prozent der Erkrankungen ist Legionella pneumophila verantwortlich.

Schwere Lungenentzündung droht

Gelangen die Legionellen in die Lunge, können sie eine schwere Form von Lungenentzündung auslösen. Im Schnitt verläuft jede zehnte Legionellen-Pneumonie tödlich. Besonders gefährdet sind immungeschwächte Menschen, Senioren, Personen mit chronischen Erkrankungen und Raucher. Männer erkranken ungefähr doppelt so häufig wie Frauen.

Schnelltest möglich

Nach einer Inkubationszeit von zwei bis zehn Tagen kann sich eine Legionellose bemerkbar machen: mit Unwohlsein, Kopf- und Gliederschmerzen, Reizhusten sowie hohem Fieber mit Schüttelfrost. Bei einem Verdacht auf Legionellen-Erkrankung liefert inzwischen ein Urintest einen ersten Hinweis auf den Erreger. Weitere diagnostische Untersuchungen müssen dann folgen, um eine wirksame Antibiotikabehandlung zu ermöglichen.

Wasser erst mal laufen lassen

Wurden Wasserhahn oder Dusche mehrere Tage nicht betätigt, sollte man vorsichtig sein: Am besten vor dem Benutzen erst mal mindestens zehn Sekunden laufen lassen und dabei den Raum verlassen. Nach Möglichkeit während dieser Zeit das Fenster öffnen, damit man die eventuell erregerhaltigen Aerosole nicht einatmet. Das gilt übrigens auch auf Reisen im Hotelzimmer. Zu Hause ist darauf zu achten, dass das kalte Wasser mit einer Temperatur von unter 25 Grad aus der Leitung fließt. Warmes Leitungswasser sollte hingegen eine Temperatur von 60 Grad erreichen. Hierbei werden die Legionellen abgetötet. Etwaige Sedimente in den Warmwasserbehältern und Biofilme im Rohrleitungssystem liefern den Legionellen gute Wachstumsbedingungen. Besonders ältere und schlecht gewartete Wasserleitungssysteme sind daher anfällig für Legionellen-Kontaminationen.

Quellen: Robert Koch-Institut; IPF – Infozentrum für Prävention und Früherkennung; TÜV Rheinland