Mehr FSME-Fälle in Deutschland – was steckt dahinter?

Weil die Menschen ihre Freizeit während der Corona-Pandemie häufiger im Grünen verbracht haben, sind sie deshalb scheinbar Zecken-exponierter als in anderen Jahren. / Bild: Heiko Barth/stock.adobe.com

In der aktuellen Zeckensaison liegt die Zahl der FSME-Erkrankungen höher als zum gleichen Zeitpunkt in den Vorjahren. Dafür gibt es mehrere mögliche Ursachen.

Schon jetzt (Stand: 7.9.) sind es 535 Fälle von Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME), die in diesem Jahr ans Robert Koch-Institut gemeldet wurden. Und die diesjährige Zeckensaison wird wohl noch eine Zeitlang andauern. Bisher sind das schon 14 Prozent mehr Erkrankungsfälle als im Vergleichszeitraum 2018 – einem FSME-Rekordjahr. Im Gesamtjahr 2018 gab es den bisherigen Höchststand mit knapp 600 FSME-Erkrankungsfällen in Deutschland.

Kreise mit besonders hohen Fallzahlen

Wie in den Vorjahren treten auch in 2020 die meisten FSME-Erkrankungen in Baden-Württemberg und Bayern auf. Die beiden Bundesländer sind derzeit für 89 Prozent der übermittelten Fälle verantwortlich. Einige Kreise weisen besonders hohe Fallzahlen auf. Das sind in Baden-Württemberg die Landkreise Calw, Freudenstadt, Ortenaukreis, Ravensburg, Reutlingen, Rottweil, Sigmaringen und Zollernalbkreis sowie der Stadtkreis Stuttgart. In Bayern betrifft es besonders die Landkreise Nürnberger Land, Traunstein, Schwandorf und den Stadtkreis Nürnberg.

Mögliche Ursachen: Pandemie und Zeckenpopulation

Bezüglich der Ursachen für die Fallzahl-Zunahme wird gemutmaßt, dass die Covid-19-Pandemie eine Rolle spielen könnte. Möglicherweise verbringen nämlich die Menschen ihre Freizeit häufiger im Grünen und sind deshalb Zecken-exponierter als in anderen Jahren. Außerdem scheint es in diesem Jahr viele Zecken zu geben. Insbesondere die Anzahl der erwachsenen Zecken ist in 2020 außergewöhnlich hoch. Erwachsene Tiere sind grundsätzlich stärker mit FSME-Viren durchseucht als Zecken, die sich noch im Nymphenstadium befinden. Demnach ist davon auszugehen, dass in der aktuellen Zeckensaison in den FSME-Risikogebieten eine erhöhte Wahrscheinlichkeit besteht, von einer infizierten Zecke gestochen zu werden.

An Impfung denken

Den besten Schutz vor einer FSME-Infektion stellt nach wie vor die Impfung dar. Außerdem sollte man draußen helle, geschlossene Kleidung tragen sowie Unterholz und hohe Gräser meiden und möglichst auf festen Wegen bleiben. Vorübergehenden Zeckenschutz bieten einige Repellents.

Quelle: Robert Koch-Institut