Zöliakie – Wenn Getreide zum Problem wird

Die Zöliakie-Aktionswoche vom 11.-19. Mai 2019

Dank zahlreicher glutenfreier Produkte fällt es Zöliakiepatienten heute leichter sich abwechslungsreich zu ernähren. Im Rahmen der Aktionswoche zum Welt-Zöliakie-Tag gibt es vom 11.– 19. Mai 2019 viele Angebote für Betroffene.
Bild: imago images / photothek

Anlässlich des am 16.05.2019 stattfindenden Welt-Zöliakie-Tages informieren viele Organisationen über die genetisch bedingte Autoimmunerkrankung. Denn schon ab dem frühen Kindesalter sollten Betroffene konsequente Diäten einhalten.

Etwa 1 % der deutschen Bevölkerung ist von Zöliakie betroffen. Die Autoimmunerkrankung basiert auf einer Unverträglichkeit gegenüber Gluten – einem als „Klebereiweiß“ bekannten Getreideprotein. Bei entsprechender genetischer Veranlagung führt die Aufnahme von Gluten zu einer T-Zell-vermittelten Immunreaktion mit chronischer Entzündung und Schädigung der Dünndarmschleimhaut. In der Folge kommt es zu einer gestörten Resorption von Nährstoffen (Malabsorption) und einer verstärkten Gasbildung durch bakteriellen Abbau von Nahrungsbestandteilen im Dickdarm.

GI-Störungen, Mangelversorgung und Untergewicht

Zöliakie basiert auf einer erblichen Veranlagung und tritt daher gehäuft familiär auf. Die ersten Symptome manifestieren sich typischerweise im frühen Kindesalter durch den ersten Kontakt mit Gluten in getreidehaltiger Beikost. Betroffene Säuglinge weisen einen aufgeblähten Bauch bei gleichzeitig magerem Körper auf. Kinder und Jugendliche leiden häufig unter Untergewicht. Im Erwachsenenalter führt die Malabsorption meist zu Gewichtsverlust sowie einem Vitamin- und Mineralstoffmangel. Die Betroffenen klagen ferner über Völlegefühl, Blähungen, Appetitlosigkeit, Übelkeit sowie über gelegentliche oder anhaltende Durchfälle.

Glutenfrei ernähren – aber nicht vor Diagnosestellung

Für die Diagnosestellung wird das Blut auf typische Antikörper untersucht und mittels Biopsie die Dünndarmschädigung nachgewiesen. Eine sichere Diagnosestellung kann jedoch nur unter einer ausgeprägt glutenhaltigen Ernährung erfolgen, weshalb vor der Diagnosestellung auf keinen Fall glutenfrei oder glutenarm gegessen werden sollte.

Lebenslanger Glutenverzicht

Bislang sind die Ursachen der Zöliakie ungeklärt, weshalb die einzige erfolgsversprechende Therapieoption aus einer lebenslangen glutenfreien Diät besteht. Da jedoch alle gängigen Getreidearten wie Weizen, Dinkel, Grünkern, Roggen und Gerste das Klebereiweiß enthalten, erfordert dies eine strikte Ernährungsumstellung. Eine Erleichterung für betroffene Patienten bringen glutenfreie Lebensmittel, die in den vergangenen Jahren Einzug in das Sortiment zahlreicher Supermärkte, Drogerien und Bioläden hielten. Die entsprechenden Produkte sind eindeutig als „glutenfrei“ gekennzeichnet und können zudem das Symbol der „Durchgestrichenen Ähre“ der Deutschen Zöliakie-Gesellschaft e. V. (DZG) tragen.

Da das konsequente Meiden von Gluten nur die Symptomatik behandelt, können selbst kleinste Mengen an Gluten erneut Beschwerden hervorrufen. Die eigentliche Krankheit bleibt ein Leben lang bestehen.

Glutenfreie Produkte für Gesunde ohne Benefit

„Auch wenn anhand des stark wachsenden Angebotes in den Lebensmittelregalen der Eindruck entstehen könnte, glutenfreie Produkte seien grundsätzlich gesundheitsfördernd, sind diese Lebensmittel speziell für Menschen mit einer Unverträglichkeit gegen das Getreideeiweiß entwickelt worden“, betont Antje Gahl, Sprecherin der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE). „Für andere Verbraucher bringt eine glutenfreie Ernährung, die teilweise mit großen Einschränkungen verbunden ist, keine gesundheitlichen Vorteile. Die Spezialprodukte sind außerdem meist deutlich teurer.“

Weitere Infos

Eine Hilfestellung – sowohl für Patienten als auch PTAs – bietet die DGE mit der DGE-Infothek „Essen und Trinken bei Zöliakie”. Die Broschüre informiert über Krankheitsbild, Ursachen, Symptome sowie Diagnostik und gibt des Weiteren Tipps, wie sich Betroffene trotz der Einschränkungen ausgewogen und abwechslungsreich ernähren können.

Weitere Informationen rund um den Welt-Zöliakie-Tag und die Aktionswochen unter dem Motto „Aktiv glutenfrei“ erhalten Sie unter www.welt-zoeliakie-tag.de .

Quelle: PM DGE / sn