Beratungswissen für die Reisezeit
Die Reisezeit ist bekanntlich die schönste Zeit im Jahr. Damit Reisen und Ausflüge zum erholsamen Erlebnis werden, sollte bei den Vorbereitungen an die Zusammenstellung einer Reiseapotheke gedacht werden. In dieser Serie erfahren PTA und Apotheker, was in eine Reiseapotheke gehört und welche Tipps bei typischen Reisebeschwerden im Akutfall gegeben werden können.
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Radtour ohne wunden Po – So beugen Sie vor

Drei Radfahrer auf Mountainbikes in den Bergen
Das Gesäß muss beim Fahrradfahren einen Großteil des Körpergewichts abfangen. Durch diesen Druck und die Reibung an Kleidung und Sattel wird die Haut ungewöhnlich stark belastet. | Bild: eyetronic / AdobeStock

Das Gesäß muss beim Fahrradfahren einen Großteil des Körpergewichts abfangen. Durch diesen Druck und die Reibung an Kleidung und Sattel wird die Haut ungewöhnlich stark belastet. 

Aus Muskelkater und leichten Druckstellen können sich im Ernstfall schmerzhafte wunde Stellen bilden, die sich durch den Eintritt von Bakterien entzünden können. Im Extremfall können sich im weiteren Verlauf größere Abszesse bilden, die unter Umständen operativ entfernt werden müssen. 

Aus diesem Grund musste schon mancher Radfahrprofi seine Saison vorzeitig beenden. Der Prophylaxe kommt also eine große Bedeutung zu.

Radfahren: Den passenden Sattel wählen

Um die Gewichtsverteilung optimal zu gestalten und ungünstige Druckstellen zu vermeiden, sollten Sattelbreite und Sattelpolsterung individuell gewählt werden. Auch die richtige Einstellung des Sattels (Sattelhöhe und -neigung) beeinflussen die Sitzstellung und damit die Belastung des Gesäßes. Gute Vorbereitung beginnt also damit, sich im Fahrradfachgeschäft optimal beraten zu lassen.

Moderne Sattel lassen sich mit wenigen Handgriffen feinjustieren. Daher kann es empfehlenswert sein, entsprechendes Werkzeug in der Fahrradtasche dabei zu haben, um bei Bedarf die Einstellung anzupassen.

Vor der großen Radtour langsam wieder einsteigen

Wer monatelang mit dem Auto ins Büro fährt und auch am Wochenende nie auf das Fahrrad steigt, wird keine Freude haben, wenn er ein verlängertes Wochenende mit einer mehrtägigen Radtour füllt. Besser ist es, in den Wochen zuvor schon immer mal kürzere Strecken zu fahren. So kann sich der Körper an die ungewohnte Belastung gewöhnen und das Fahrrad angepasst werden.

Bei Radtouren, die mehrere Stunden oder sich über mehrere Tage erstrecken, empfiehlt es sich, Pausen einzuplanen, damit sich das Gesäß erholen kann. 

Beim Radfahren auf die richtige Kleidung achten 

Insbesondere bei längeren Radtouren sind spezielle Radhosen empfehlenswerte. Diese gibt es in unterschiedlichen Ausführungen, je nachdem wie lange man fahren möchte. 

Die Radhosen bestehen aus speziellen Materialien, die Feuchtigkeit gut von der Haut abtransportieren. Sie haben wenige und besonders flache Nähte, um die Reibung an den empfindlichen Hautstellen zu minimieren. 

Meist sind sie auch mit einer Polsterung versehen, um den Druck des Sattels beim Radfahren abzufedern. Um ein Eindringen von Bakterien in eventuelle Hautrisse zu vermeiden, sollten nur frisch gewaschene Radlerhosen getragen werden.

Tipp: Um Reibung zusätzlich zu vermeiden, sollten Radhosen am besten ohne weitere Unterwäsche getragen werden.

Bei Bedarf: Gesäßsalben aus der Apotheke

Bei empfindlicher Haut und für längere Radtouren können auch sogenannte Gesäßsalben oder -cremes (auch Sitzsalben bzw. -cremes) empfohlen werden. Meist handelt es sich um Grundlagen aus Vaseline oder Bienenwachs, in die eventuell antibakterielle Zusätze (z. B. ätherische Öle) eingearbeitet sind. Die Gesäßsalben geben zusätzlichen Schutz vor Reibung und wunden Stellen.

Die Gesäßsalben können direkt auf die Haut und/oder das Sitzpolster bzw. Nähte der Radhose aufgetragen werden. Vor dem Auftragen des Produkts müssen die Hände sorgfältig gewaschen werden, um Verunreinigungen zu vermeiden. 

Wasserhaltige Cremes sind anfälliger für mikrobielle Verunreinigungen, können aber im Sommer durch ihren kühlenden Effekt angenehm auf der Haut sein. 

Produkte aus der Apotheke, die radfahrenden Kunden empfohlen werden können, sind z. B. Linola® Schutzbalsam, Ilon® Protect Creme und Deumavan® Salbe.

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