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Osteoporose bei Männern: Forscher fordern Knochengesundheitsdienst

Älterer Mann hält sich die schmerzenden Finger der rechten Hand
Eine engmaschige Prävention hilft, Osteoporose zu verhindern. | Bild: peopleimages.com / AdobeStock

Ein wissenschaftliches Team um Dr. Cathleen Colón-Emeric aus dem US-Bundesstaat North Carolina untersuchte, ob ein zentral organisierter Knochengesundheitsdienst dabei helfen kann, die Diagnose und in der Folge die Therapie von Osteoporose bei Männern zu verbessern.  

An der Studie nahmen 3.112 Männer zwischen 65 und 85 Jahren teil, die mindestens einen Frakturrisikofaktor aufwiesen, aber keine früheren Knochenbrüche erlitten hatten. Die Probanden wurden entweder dem Regelversorgungsmodell oder einem neuartigen zentralen Knochenversorgungsdienst zugeteilt.  

Letzterer bot Knochendichtebestimmungen, Online-Konsultationen, eine telefonbasierte Patientenschulung und Therapieerfolgskontrollen durch Pflegepersonal an.

Zur Erinnerung: Was genau ist Osteoporose?

Osteoporose ist eine Erkrankung des Skelettsystems, bei der es zu einer pathologischen Mikroarchitektur der Knochen kommt. Die verminderte Knochendichte bei Osteoporose führt schließlich zu einer gesteigerten Frakturgefährdung.

Laut Dachverband Osteologie gibt es für Deutschland nur wenige Daten zur Häufigkeit der Osteoporose. Vergleichende Studien haben jedoch eine Prävalenz von 22,6 Prozent bei Frauen und 6,6 Prozent bei Männern ermittelt.

Häufigere Osteoporose-Diagnosen durch Knochengesundheitsdienst

Die Maßnahmen des Knochengesundheitsdienstes führten zu Osteoporose-Screenings bei 49,2 Prozent der Männer, während es in der Regelversorgung nur 2,3 Prozent waren. Von den gescreenten Männern wiesen mehr als die Hälfte eine Osteoporose oder die Vorstufe Osteopenie auf.    

Daraufhin starteten 157 Patienten aus der experimentellen Gruppe eine medikamentöse Therapie, während es in der Regelversorgungsgruppe nur neun waren. Als wahrscheinliche Folge daraus wies die Gruppe, die vom Knochengesundheitsdienst betreut wurde, nach zwei Jahren eine höhere durchschnittliche Knochendichte in den Oberschenkelhälsen auf.  

Folgerungen aus der neuen Osteoporose-Studie

Die Wissenschaftler folgern aus ihrer Untersuchung, dass ein zentraler Knochengesundheitsdienst im Vergleich zur Standardbehandlung mit einer signifikant verbesserten Vorsorge, Behandlung und Therapiezielerreichung verbunden sei.  

Außerdem verbessere er die bisher geringe Evidenz zum Thema Osteoporose und sei ein effizientes Mittel, Screening-Häufigkeit und Therapietreue (laut Studie 91,7 Prozent) zu steigern.  

Allerdings seien in der Regelversorgungsgruppe im Lauf von zwei Jahren nicht signifikant mehr Knochenbrüche aufgetreten. Deshalb müsse der Ansatz länger verfolgt werden, um die tatsächlichen Auswirkungen der verbesserten Betreuung auf Frakturen zu bestimmen. Quellen:
- https://www.aerzteblatt.de/news/osteoporose-screening-erhoht-diagnosehaufigkeit-bei-mannern-b814bb7e-a418-44a7-b46d-f31a25c01f37
- Studie: https://jamanetwork.com/journals/jamainternalmedicine/article-abstract/2837757
- https://flexikon.doccheck.com/de/