Aktuelles

In der Apotheke werden PTA mit den unterschiedlichsten Themen konfrontiert. Lesen Sie hier die tagesaktuellen News aus den Bereichen Pharmazie, Forschung, Ernährung, Gesundheit und vielem mehr. Bleiben Sie informiert, um Ihre Kunden stets kompetent zu beraten.

4 min merken gemerkt Artikel drucken

7 Mythen und Fakten rund ums Zähneputzen

Frau trägt Zahnpasta auf Zahnbürste auf, Fokus liegt auf Letzterem
Zähneputzen gehört zum Alltag – doch welche Mythen stimmen wirklich? | Bild: Rido / AdobeStock

Die alltäglichen Dinge sind manchmal die mysteriösesten. Hier halten sich Missverständnisse besonders lang, und einfache Tatsachen bleiben vielen Menschen verborgen.

Die folgenden Mythen sind häufig zu hören und werden immer wieder hitzig diskutiert. Der Faktencheck hilft gegen – teils schädliche – Fehlinformationen.

Mythos 1: Milchzähne müssen nicht gut geputzt werden.

Falsch.

Man hört immer wieder die Behauptung, die Pflege von Milchzähnen sei nicht so wichtig, denn diese würden ja ohnehin ausfallen. Das ist gefährlich!

Erstens kann Karies in den Milchzähnen Schmerzen und Infektionen auslösen, die sich auch auf das bleibende Gebiss auswirken – zumal Kinder lange Zeit erste und zweite Zähne parallel im Mund haben. 

Zweitens halten gesunde Milchzähne den Platz für die zweiten Zähne frei und formen den Kiefer. Drittens, und vielleicht am wichtigsten: Kinder müssen so früh wie möglich eine konsequente Mundhygiene lernen, um spätere Zahn- und Zahnfleischprobleme zu vermeiden.

Mythos 2: Fluorid in Zahnpasta ist gefährlich.

Falsch.

Fluorid ist zwar das Salz der giftigen und ätzenden Fluorwasserstoffsäure, aber man müsste eine ganze Tube Zahnpasta essen, um eine toxische Wirkung hervorzurufen. Zudem spuckt man Zahnpasta nach dem Putzen wieder aus und nutzt somit ausschließlich die positiven Effekte des Fluorids:

  • Es bildet eine Schutzschicht, die Säuren vom Zahnschmelz fernhält und so eine Demineralisierung und in der Folge Karies verhindert.
  • Es lagert sich in die Zahnstruktur ein und härtet den Zahn von innen heraus (Remineralisierung).
  • Es glättet die Zahnoberfläche, sodass Bakterien schlechter an ihr haften.

Um eine Dentalfluorose (weiße oder braune Flecken auf den bleibenden Zähnen) zu vermeiden, sollten Kinder erst mit zwölf Monaten, frühestens aber ab Durchbruch des ersten Milchzahns, fluoridhaltige Zahnpasta benutzen. Säuglinge, die noch keine Milchzähne haben, bekommen geringe Mengen Fluorid in Tablettenform.

Mythos 3: Mindestens drei Minuten die Zähne putzen!

Falsch.

Es gibt keine wissenschaftlich fundierte Angabe zur idealen Putzdauer. Vielmehr gilt: Sanft und gewissenhaft alle Zähne reinigen und dabei keine Stellen vernachlässigen. Wenn das geschehen ist, birgt langes Weiterputzen eher Nachteile, weil es den Zahnschmelz und das Zahnfleisch schädigen kann.

Empfehlenswert ist außerdem, die Zahnpasta im Mund nach dem Putzen nicht komplett mit Wasser auszuspülen, sondern nur auszuspucken. So verbleibt Fluorid im Mundraum und kann dort weiter wirken.

Mythos 4: Kaugummi schützt vor Karies.

Falsch.

Kaugummi regt kurzzeitig die Speichelproduktion an und hilft, Säuren aus dem Essen zu neutralisieren und Essensreste abzutragen. Um den Zahnschmelz langfristig zu stärken und Karies vorzubeugen, ist jedoch das Zähneputzen mit fluoridhaltiger Zahnpasta nötig.

Mythos 5: Elektrische Zahnbürsten putzen besser.

Falsch.

Wer die richtige Putztechnik hat und seine Zahnbürste regelmäßig gegen eine neue austauscht, kann damit ebenso gute Ergebnisse erzielen wie Besitzer elektrischer Zahnbürsten. Wichtig ist dabei auch die Reinigung der Zahnzwischenräume mit Zahnseide oder Interdentalbürsten.

Mythos 6: Je weißer, desto gesünder.

Falsch.

Die Zahnfarbe allein sagt nichts über die Gesundheit der Zähne aus. Sie ist sehr individuell und hängt unter anderem vom Alter und der Ernährung ab. Viele Verfärbungen sind nur oberflächlich – und damit weniger bedenklich als beispielsweise übermäßiges Bleachen, das den Zahnschmelz schwächen und zu Überempfindlichkeit führen kann.

Mythos 7: Zahnpasta kann die Zähne aufhellen.

Richtig.

Laut Stiftung Warentest gelingt es einigen sog. Whitening-Zahncremes tatsächlich, Verfärbungen zu entfernen und den darunterliegenden hellen Zahnschmelz wieder sichtbar zu machen. Dazu enthalten die Produkte feine Putz- und Schleifpartikel, die Abrieb erzeugen.

Wer empfindliche Zähne und freiliegende Zahnhälse hat, solle aber eher zu einer Zahnpasta mit weniger Abrieb greifen. Auch Zahncremes, die nicht auf das Schlagwort „Whitening“ setzen, seien oft gut darin, Verfärbungen zu entfernen. Quellen:
- PM Debeka
- https://dentalwissen.com/zahnpasta-ohne-fluorid/
- https://www.netdoktor.de/koerperpflege/zahnpflege/fluorid-in-zahnpasta/
- https://www.oekotest.de/gesundheit-medikamente/2-3-oder-5-Minuten-Zaehneputzen-Nichts-davon-ist-richtig_13532_1.html
- https://www.t-online.de/leben/testberichte/id_100267534/stiftung-warentest-vergleich-welche-zahnpasta-hellt-die-zaehne-wirklich-auf-.html