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DiGA vermindern Depressionen und Angststörungen

Deprimiert wirkende Frau schaut auf ihr Smartphone
Bei Depressionen können DiGA eine klassische Therapie sinnvoll ergänzen. | Bild: sebra / AdobeStock

Eine Arbeitsgruppe des Lehrstuhls für Digital Health Communication der Universität Augsburg analysierte zusammen mit Forschern der Otto-Friedrich-Universität Bamberg 23 Studien mit insgesamt 2.563 Teilnehmern, die zwischen 2018 und Mai 2025 erschienen sind.  

Die Probanden waren Erwachsene mit klinischen oder subklinischen psychischen Belastungen. Die Wissenschaftler wollten herausfinden, wie sich Gesundheits-Apps (DiGA) auf die drei Bereiche Depressionen, Angststörungen und das psychische Wohlbefinden auswirken.  

Mit 95,7 Prozent besaß ein Großteil der zugrunde liegenden Studien ein randomisiertes Studiendesign, um etwaige Fehlschlüsse so weit wie möglich zu vermeiden.  

Die Interventionsdauer reichte von einer Woche bis zu sechs Monaten und lag im Mittel bei rund sechseinhalb Wochen. Etwa zwei Drittel der in den Studien untersuchten Interventionen waren als EMI klassifiziert, der Rest als JITAI.

Gut zu wissen: Was bedeutet EMI und JITAI?

Digitale Gesundheits-Anwendungen (DiGA) sammeln Daten über das Verhalten und die physische oder psychische Verfassung ihrer Nutzer und bieten darauf basierend digitale Hilfestellungen zum richtigen Zeitpunkt an.

Besonders bei psychischen Belastungen kommen häufig sogenannte „Just-in-time-adaptive Interventions“ (JITAI), also Interventionsmaßnahmen zur richtigen Zeit, sowie „Ecological momentary interventions (EMI), zu Deutsch ökologische Momentinterventionen, zum Einsatz.  

Der Vorteil von DiGA liegt einerseits in der individuellen „Beratung“ aufgrund der gesammelten Nutzerdaten und andererseits in der Schnelligkeit: Die App hilft jederzeit, auch wenn beispielsweise der Berufsalltag oder die Sprechzeiten von Arztpraxen eine persönliche Konsultation im Moment nicht möglich machen.

Ergebnisse und Folgerungen aus der neuen DiGA-Studie

Die Datenanalyse lieferte im Wesentlichen die folgenden Ergebnisse:  

  • Depressionen und Angststörungen waren in der Gruppe, die digitale Gesundheits-Apps nutzte, erkennbar geringer als in der Kontrollgruppe.
  • Beim psychischen Wohlbefinden gab es keinen signifikanten Unterschied.
  • Neun der 23 Studien nahmen Nachuntersuchungen vor, die zeigten, dass die positiven Effekte bis zu sechs Monate anhielten.  

Die Forscher der Universitäten Augsburg und Bamberg schließen aus ihrer Untersuchung, dass mobile Gesundheitstechnologien klassische Therapien sinnvoll unterstützen können.  

„Diese Interventionen können professionelle Unterstützung im Alltag zugänglicher und skalierbarer machen. Gleichzeitig brauchen wir klarere Standards für die Entwicklung und Erprobung solcher Tools“, sagte der Lehrstuhlinhaber Sebastian Scherr. Quellen:
https://www.aerzteblatt.de/news/personalisierte-gesundheits-apps-wirken-gegen-depressionen-und-angststorungen-3427b882-9e69-4b7b-92ab-56af90f434f4
https://mentalhealth.bmj.com/content/28/1/e301641