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Rauchen fördert Depression

junger Mann sitzt nachdenklich auf einem Sofa und lässt Zigarettenrauch aus seinem Mund entweichen
Ein Studie zeigt, dass aktive Raucher häufiger an einer Depression erkranken. | Bild: pressmaster / AdobeStock

Eine Forschungsgruppe unter Leitung des Zentralinstituts für Seelische Gesundheit (ZI) in Mannheim hat anhand der NAKO Gesundheitsstudie, Deutschlands größter Langzeitstudie für Volkskrankheiten wie Krebs oder Diabetes, den Zusammenhang zwischen dem Rauchen und der Entwicklung einer Depression analysiert.

Die Grundlage für die neue Analyse bildeten die Daten von 173.890 Erwachsenen, von denen 81.775 noch nie geraucht hatten, 34.111 aktuell rauchten und 58.004 ehemalige Raucher waren. Informationen zum aktuellen und früheren Rauchverhalten waren von den Teilnehmern erfragt worden; sie beschränkten sich auf den Konsum von Zigaretten.  

Für die neue Analyse wurden die Daten in Bezug auf Geschlecht, Alter, Bildungsgrad, Body-Mass-Index und Alkoholkonsum statistisch bereinigt, um mögliche Verzerrungen zu minimieren.

Raucher erkranken öfter an Depression

Die aktuelle Forschungsarbeit brachte im Wesentlichen die folgenden Ergebnisse, die einen klaren Zusammenhang zwischen dem Rauchen und einer Depression herstellen:

Die bereinigte Häufigkeit, mit der zu irgendeinem Zeitpunkt die ärztliche Diagnose einer Depression gestellt wurde, betrug bei Personen, die nie geraucht hatten, 11,4 Prozent, bei ehemaligen Rauchern 15,8 Prozent und bei aktuell Rauchenden 19,6 Prozent.  

Zudem fanden die Forscher heraus, dass die Schwere der Depression mit der Zahl der täglich gerauchten Zigaretten anstieg. Die Datengrundlage hierfür waren Befragungen der NAKO-Studienteilnehmer nach ihren depressiven Symptomen.  

Wer später im Leben mit dem Rauchen anfing, erlebte auch erst später die erste depressive Episode. Wer dagegen schon länger nicht mehr rauchte, hatte auch schon über einen längeren Zeitraum keine depressiven Symptome mehr festgestellt – verglichen mit Personen, die erst vor Kurzem mit dem Rauchen aufgehört hatten. Außerdem waren die Symptome weniger stark.

Rauchen und Depression: keine Ursache-Wirkung-Beziehung herstellbar

Die Studienautoren weisen darauf hin, dass ihre Querschnittsstudie mit retrospektiver Bewertung der Ergebnisse zwar Assoziationen, aber keine unbedingte Ursache-Wirkung-Beziehung zwischen dem Rauchen und einer Depression herstellen kann.

Sie betonen die Wichtigkeit weiterer Studien, folgern aber schon jetzt aus ihren Beobachtungen, dass der Einstieg ins Rauchen so breit wie möglich verhindert und eine Entwöhnung so weit wie möglich gefördert werden sollten, um die psychische Gesundheit zu verbessern. Quelle:
https://link.springer.com/article/10.1186/s12889-025-25959-0