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Weniger Stress durch ge­meinsame Glücksmomente

Ein älteres Paar sitzt auf Gartenstühlen und trinkt Kaffee
Gemeinsam schöne Momente erleben senkt messbar den körperlichen Stress. | Bild: Ingo Bartussek / AdobeStock

Glücksmomente zu zweit können der Gesundheit messbar guttun: Wenn ältere Paare gemeinsam positive Gefühle erleben, sinkt bei ihnen der Spiegel des Stresshormons Cortisol. Das berichtet ein Forscherteam um die Psychologin Tomiko Yoneda von der University of California in Davis in der Fachzeitschrift „Journal of Personality and Social Psychology“.

Schon in der Vergangenheit haben Studien gezeigt, dass positive Emotionen wie Glück, Freude, Liebe und Aufregung gut für unsere Gesundheit sind. „Sie werden sogar mit einem längeren Leben in Verbindung gebracht“, erläutert Yoneda. Die positiven Emotionen seien jedoch oft am stärksten, wenn man diese mit anderen gemeinsam erlebe.

Niedrige Cortisolspiegel bei positiven Emotionen

Das Team wollte verstehen, wie sich solche gemeinsamen Momente auf den Körper auswirken. Dazu analysierten die Forschenden Daten von 642 älteren Erwachsenen (321 Paaren) aus drei Studien in Kanada und Deutschland, die vor der Corona-Pandemie ab 2019 erhoben wurden. Die Teilnehmenden waren zwischen 56 und 89 Jahre alt.

Eine Woche lang berichteten sie fünf- bis siebenmal täglich per elektronischem Fragebogen, wie glücklich, entspannt und interessiert sie sich gerade fühlten. Nach jeder Befragung gaben sie eine Speichelprobe ab, um den Cortisolspiegel zu messen. Insgesamt kamen so fast 24.000 Einzelmessungen zusammen.

Das Ergebnis: Die Cortisolwerte waren niedriger, wenn beide Partner zur selben Zeit positive Emotionen angaben. Dieser Zusammenhang blieb bestehen, selbst wenn Faktoren wie Alter, Geschlecht, Medikamenteneinnahme oder die natürliche tägliche Cortisolschwankung berücksichtigt wurden.

Stressreduktion unabhängig von Beziehungszufriedenheit

Besonders bemerkenswert sei, dass sich die Wirkung über den Tag hinaus fortsetzte: „Wenn sich Paare zusammen wohlfühlten, blieb ihr Cortisolspiegel später am Tag niedriger. Das deutet darauf hin, dass das gemeinsame Erleben positiver Emotionen dem Körper tatsächlich helfen könnte, mit der Zeit ruhiger zu bleiben“, erläutert Yoneda.

Zudem trete der Effekt unabhängig von der generellen Beziehungszufriedenheit auf. Auch Paare, die insgesamt weniger zufrieden waren, profitierten körperlich von gemeinsam erlebten Glücksmomenten.

In künftigen Studien möchte Yoneda untersuchen, ob ähnliche Effekte auch in anderen sozialen Beziehungen auftreten – etwa zwischen Freunden, Familienmitgliedern oder Kolleginnen und Kollegen. 

Da die Beziehungszufriedenheit keine Auswirkungen auf das Ergebnis hatte, könnten solche Momente zwischen zwei beliebigen Menschen stattfinden, nicht nur zwischen Liebespartnern, vermutet die Forscherin. Quelle: dpa / mia