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RKI: Deutsche bewerten ihre Gesundheit schlechter

Die Menschen in Deutschland haben im Jahr 2024 ihre gesundheitliche Lage als weniger gut angesehen als noch ein Jahr zuvor. Wie das Robert Koch-Institut (RKI) in seinem Bericht „Gesundheit in Deutschland“ schreibt, schätzten im vergangenen Jahr 64,2 Prozent der Erwachsenen ihre Gesundheit als sehr gut oder gut ein. Altersstandardisiert entspreche das einem Rückgang um mehr als drei Prozentpunkte gegenüber 2023.
Gesundheit: Deutliches soziales Gefälle in der Selbsteinschätzung
Die Zahlen stammen aus dem neuen RKI-Panel „Gesundheit in Deutschland“, dessen erste umfangreiche Ergebnisse nun veröffentlicht wurden. An der Erhebung nehmen mehr als 40.000 Personen ab 16 Jahren teil, die regelmäßig und überwiegend online befragt werden.
Daraus ergab sich, dass für 2024 Männer mit 66,6 Prozent ihre Gesundheit eher als gut oder sehr gut einschätzten als Frauen (61,8 Prozent). Der Anteil mit mindestens guter Gesundheit nahm außerdem mit zunehmendem Alter kontinuierlich ab.
Die Ergebnisse zeigen auch deutliche Unterschiede in den Bildungsgruppen: Menschen mit einem niedrigen Bildungsniveau schätzten ihre Gesundheit zu einem geringeren Anteil (49,6 Prozent) als sehr gut oder gut ein im Vergleich zur mittleren (68,4 Prozent) und hohen (78,4 Prozent) Bildungsgruppe.
Regionale Unterschiede in Sachen Gesundheit
Dem Gesundheitspanel lässt sich auch eine Differenzierung bei den Bundesländern entnehmen: Während sich in Baden-Württemberg, Hamburg und Bayern über 67 Prozent der Befragten einen mindestens guten Gesundheitszustand bescheinigten, sagten dies in Rheinland-Pfalz und Sachsen-Anhalt nur 59 bzw. knapp 57 Prozent.
Hier vermutet das RKI sozioökonomische Ursachen wie Unterschiede hinsichtlich des Armutrisikos und der Arbeitslosigkeit.
Warum wird die eigene Gesundheit schlechter bewertet?
Für die Statistiken wurden die Personen u. a. nach ihrer selbst eingeschätzten Gesundheit, körperlichen Einschränkungen, chronischen Krankheiten, nicht-tödlichen Unfallverletzungen, psychischem Wohlbefinden sowie depressiver und Angst-Symptomatik befragt.
Daraus lässt sich ableiten, dass die im Alter nachlassende körperliche Funktionsfähigkeit und zunehmende chronische Beschwerden zu einer als schlechter wahrgenommenen allgemeinen Gesundheit führen.
Dem gegenüber steht, dass vor allem jüngere Menschen und solche mit niedrigem Bildungsabschluss sich häufiger psychisch belastet fühlen.
Gesundheitspanel soll ausgebaut werden
Die Struktur des Panels soll laut RKI künftig erweitert werden – etwa um Messdaten wie Blutdruck, Labordaten oder Informationen aus digitalen Geräten wie Fitnessarmbändern. Geplant ist zudem die Einbindung von Sekundärdaten, etwa von Krankenkassen oder aus der Rentenversicherung.
„Mit dem Panel ist es möglich, schnell und regelmäßig umfassende Daten zur gesundheitlichen Lage der Bevölkerung zu erheben“, erklärt RKI-Präsident Lars Schaade. „Auch in einer Krise ist damit jetzt die Infrastruktur vorhanden, um sehr schnell Antworten auf neue gesundheitliche Fragestellungen geben zu können.“ Quelle: dpa; RKI