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PFAS 2026: Neue Regeln für „Ewigkeitschemikalien“

PFAS steht für „per- and polyfluoroalkyl substances“, zu Deutsch „per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen“. Da sie in der Umwelt kaum abbaubar sind und sich in unterschiedlichsten Organismen anreichern können, werden sie auch Ewigkeitschemikalien genannt.
PFAS sind synthetische Chemikalien mit zahlreichen wünschenswerten Eigenschaften. Vor allem wegen ihrer hohen Beständigkeit gegenüber Wasser, Fett und Hitze sowie ihrer Anti-Haft-Wirkung und den daraus folgenden Gleiteigenschaften finden sie in den unterschiedlichsten Produkten wie Verpackungen, Imprägniersprays, Feuerlöschschäumen, aber auch Kinderspielzeug oder Kosmetik Verwendung.
PFAS stehen jedoch im Verdacht, gesundheitsschädigend zu wirken. Deshalb wird ihre Verwendung regelmäßig neu bewertet, um Umweltschäden und Risiken für die menschliche Gesundheit zu minimieren.
In diesem Jahr treten in der Europäischen Union nach und nach neue Beschränkungen für die Verwendung von PFAS in Kraft, die sich teilweise direkt auf den Arbeitsalltag in der Apotheke auswirken.
Neue Beschränkungen für PFAS ab 2026
Die neuen Regelungen wurden bereits in der EU-Verordnung 2024/2462 vom 19. September 2024 fixiert. Sie beinhalten die folgenden Verbote, Einschränkungen und Ausnahmen hinsichtlich einer PFAS-Untergruppe bestehend aus Perfluorhexansäure (PFHxA), ihrer Salze und PFHxA-verwandter Stoffe und zielt auf die schrittweise Abschaffung von PFHxA-Verbindungen ab:
- Ab 10. April 2026 sind entsprechende Feuerlöschschäume und Feuerlöschschaumkonzentrate für Ausbildungs- und Prüfzwecke verboten.
- Ab 10. Oktober 2026 sind entsprechende Textilien, Leder, Pelze und Häute in Kleidung und Schuhen und damit in Bezug stehendem Zubehör für die breite Öffentlichkeit, Lebensmittelkontaktmaterialien wie Pizzakartons, Kosmetika sowie Gemische für die breite Öffentlichkeit wie Druckertinte oder Reinigungsmittel verboten.
- Ein Jahr später, am 10. Oktober 2027, wird das Verbot auf weitere Bekleidungsprodukte ausgeweitet.
- Ab 10. Oktober 2029 ist die Verwendung entsprechender Feuerlöschschäume und Feuerlöschschaumkonzentrate für die zivile Luftfahrt verboten.
Ausnahmen von den genannten Verboten bilden Medizinprodukte, Schutzausrüstung und Bautextilien sowie Produkte, die vor dem jeweiligen Verbotstermin in Umlauf gebracht wurden.
Auch beim Trinkwasser gibt es Neuregelungen: Ab 12. Januar 2026 gilt ein Grenzwert von 100 Nanogramm pro Liter, wenn man alle Stoffe der trinkwasserrelevanten Gruppe PFAS-20 aufsummiert, zu der auch die oben genannte Perfluorhexansäure (PFHxA) gehört. Zwei Jahre später, zum 12. Januar 2028, wird der Wert noch einmal deutlich gesenkt und soll fortan nur noch 20 Nanogramm pro Liter Trinkwasser betragen.
Auswirkungen der neuen PFAS-Regeln auf Apotheken
Betrachtet man die neuen Regelungen zur Beschränkung von PFAS aus Sicht von PTA oder Apothekern, so spielen vor allem die Punkte Medizinprodukte und Kosmetik eine Rolle:
Erstere unterliegen künftig keinen neuen Einschränkungen, da sie von der EU-Medizinprodukteverordnung „geschützt“ sind. Ähnliches gilt für In-vitro-Diagnostika, die von der Verordnung explizit als Ausnahme genannt werden.
Veränderungen dürfte es jedoch im Kosmetikregal geben, denn PFAS sorgen in vielen Hautpflegeprodukten wie Cremes, Gesichtsmasken und Sonnenschutzmitteln für die gewünschte Konsistenz und eine lang anhaltende Haftung.
Verbraucherschutzorganisationen befassen sich regelmäßig mit dem Thema PFAS und werden die Inhaltslisten der Hersteller nach Ablauf der mehr als dreijährigen Übergangfrist seit Veröffentlichung der EU-Verordnung sicherlich genau unter die Lupe nehmen. Quellen:
https://inmas.de/technische-dokumentation/verordnung-eu-2024-2462
https://www.bund.net/service/publikationen/detail/publication/pfas-ewigkeits-chemikalien-in-kosmetik-und-koerperpflegeprodukten/
https://www.ndr.de/nachrichten/niedersachsen/pfas-im-trinkwasser-wie-akut-ist-problem-ewigkeits-chemikalien,pfas-146.html
https://rgc-news.de/post/3210/neue-pfas-verbote-ab-2026
https://de.wikipedia.org/wiki/Per-_und_polyfluorierte_Alkylverbindungen