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Wie funktioniert eine Blutspende?

Blutspenden sind ein unverzichtbarer Bestandteil der medizinischen Versorgung. Jeden Tag werden in Deutschland rund 15.000 Blutkonserven benötigt – für Notfälle, Operationen, Krebstherapien oder Komplikationen bei Geburten.
Da Blut nicht künstlich hergestellt werden kann, ist das Gesundheitssystem dauerhaft auf freiwillige Spenderinnen und Spender angewiesen. Viele Menschen haben dennoch Berührungsängste oder Unsicherheiten.
Genau hier kommt auch die Apotheke vor Ort als niedrigschwellige Anlaufstelle und vertrauter Gesundheitsberater ins Spiel: PTA können Fragen klären, informieren und zur Spende motivieren. Ein Blick auf den Ablauf zeigt: Blutspenden ist gut organisiert, sicher – und in wenigen Schritten erledigt.
Der Ablauf einer Blutspende
Eine Blutspende beginnt mit der Anmeldung: Personalien, Spendeausweis – sofern vorhanden – und der letzte Spendezeitpunkt werden geprüft, ein gültiges Ausweisdokument ist Pflicht.
Es folgt ein kurzer Gesundheitscheck mit Blutdruck-, Puls- und Hämoglobinmessung sowie einem ärztlichen Gespräch, um mögliche Ausschlussgründe zu klären. Vorgeschrieben ist zudem ein vertrauliches Rücktrittsverfahren: Spenderinnen und Spender können auch nach der Entnahme diskret festlegen, dass ihre Spende nicht verwendet werden soll. Das Blut oder Plasma wird dann verworfen – ein zusätzlicher Sicherheitsmechanismus zum Schutz der Empfängerinnen und Empfänger.
Sind alle Voraussetzungen erfüllt, werden rund 500 Milliliter Blut entnommen. Die Spende dauert meist nur fünf bis zehn Minuten und erfolgt entspannt unter Betreuung des Fachpersonals.
Durch die Auftrennung in verschiedene Blutbestandteile kann eine Spende bis zu drei Menschen helfen. Anschließend empfiehlt sich eine kurze Ruhepause sowie ausreichend Essen und Trinken, um die Regeneration zu unterstützen.




Gut zu wissen: Wie wird das gespendete Blut weiterverarbeitet?
Nach der Blutspende wird das entnommene Vollblut nicht direkt als Ganzes eingesetzt, sondern im Labor weiterverarbeitet. Ziel ist es, die einzelnen Blutbestandteile voneinander zu trennen, damit Patientinnen und Patienten jeweils genau die Komponente erhalten, die sie medizinisch benötigen.
Dazu wird der Blutbeutel in einer speziellen Zentrifuge geschleudert. Aufgrund ihrer unterschiedlichen Dichten setzen sich die Bestandteile schichtweise ab: Die schweren roten Blutkörperchen sammeln sich unten, darüber liegen Blutplättchen und weiße Blutkörperchen, ganz oben das flüssige Plasma.
Über ein steriles Schlauchsystem werden diese Schichten anschließend getrennt in eigene Beutel überführt.
So entstehen in der Regel drei Hauptprodukte:
- Erythrozytenkonzentrate, die vor allem bei Blutverlust oder Anämien eingesetzt werden und den Sauerstofftransport im Körper sichern,
- Plasma mit wichtigen Gerinnungsfaktoren für Notfälle oder Gerinnungsstörungen sowie
- Thrombozytenkonzentrate, die insbesondere Krebspatientinnen und -patienten oder Menschen mit erhöhter Blutungsneigung benötigen.
Durch diese Auftrennung kann eine einzige Blutspende bis zu drei Menschen helfen – ein großer Vorteil gegenüber der Verwendung von Vollblut und ein wichtiger Grund, warum jede Spende mehrfach Leben retten kann.
Warum ist Blutspenden so wichtig?
Blut wird in vielen medizinischen Situationen benötigt:
- bei Unfällen und Notfällen,
- während und nach Operationen,
- in der Krebstherapie,
- bei chronischen Erkrankungen oder
- bei Komplikationen rund um Schwangerschaft und Geburt.
Da Blutkonserven nur begrenzt haltbar sind, braucht es kontinuierlich neue Spenden. Jede einzelne zählt – unabhängig von Blutgruppe oder Spendehäufigkeit.
Sind Blutspendeaktionen in Apotheken erlaubt?
Beim Deutschen Apotheker Verlag, zu dem auch PTAheute gehört, fand in der vergangenen Woche eine Blutspendeaktion statt. Viele Kolleginnen und Kollegen haben sich beteiligt. Wäre so eine Aktion auch in Apotheken möglich? Die Antwort lautet: Ja, das ist möglich – allerdings nicht in Eigenregie.
Apotheken dürfen selbst kein Blut abnehmen und keine medizinische Verantwortung für eine Blutspende übernehmen. Eine Blutspendeaktion muss daher immer von einem zugelassenen Blutspendedienst durchgeführt und ärztlich geleitet werden, etwa durch das Deutsche Rote Kreuz, kommunale oder private Blutspendedienste oder Klinik- und Universitätsblutbanken.
Wichtig ist zudem eine klare räumliche Trennung vom normalen Apothekenbetrieb, um Diskretion und Datenschutz zu gewährleisten, sowie eine transparente Kommunikation, etwa mit dem Hinweis „In Kooperation mit …“
Blut spenden: Welche Rolle können Apotheken übernehmen?
Im Rahmen einer Kooperation können Apotheken jedoch wichtige Gastgeber- und Unterstützungsfunktionen übernehmen. Dazu gehört, geeignete Räumlichkeiten wie Beratungs- oder Nebenräume zur Verfügung zu stellen oder eine Außenaktion mit einem Blutspendebus vor der Apotheke zu ermöglichen. Auch die Bewerbung der Aktion über Schaufenster, Social Media oder die persönliche Kundenansprache liegt klar im Aufgabenbereich der Apotheke.
Vor Ort können Apothekenteams zudem organisatorisch unterstützen, etwa durch die Gestaltung eines Wartebereichs, die Bereitstellung von Getränken und kleinen Snacks oder durch begleitende Gesundheitsaufklärung. Gerade Informationen zu Flüssigkeitszufuhr, Eisenversorgung oder Regeneration nach der Spende passen hervorragend zum pharmazeutischen Beratungsauftrag.
In der Praxis haben sich Blutspendeaktionen an oder in Apotheken vielfach bewährt – als Aktionstag, als Außenveranstaltung oder als Community-Event mit Fokus auf Versorgung und Prävention.
Richtig umgesetzt sind sie rechtssicher, professionell und werden von Kundinnen und Kunden in der Regel sehr positiv wahrgenommen. Gleichzeitig unterstreichen sie den Versorgungsauftrag der Apotheke vor Ort und zeigen, wie niedrigschwellig Gesundheitsengagement im Alltag sichtbar werden kann.