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Antibiotikaresistente Bakterien in Lebensmitteln noch immer ein Problem

Petrischale mit Bakterien vor Hähnchenschenkeln in einer weißen Keramikschale
Vor allem Salmonellen und Campylobacter-Bakterien sind problematisch. | Bild: manjurul / AdobeStock

Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) und das Europäische Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) warnen: Bei häufig vorkommenden über Lebensmittel übertragenen Bakterien wie Salmonella und Campylobacter stellt das Thema Antibiotikaresistenz weiterhin eine Gefahr für die öffentliche Gesundheit in ganz Europa dar.  

Zwar hätten mehrere Länder bereits die Resistenzwerte bei Menschen und der Lebensmittelerzeugung dienenden Tieren verringern können. Da die entsprechenden Bakterien aber nach wie vor schwere Infektionen auslösen können, die mit Antibiotika behandelt werden müssen, sei eine weitere Überwachung unbedingt nötig.  

Ciprofloxacin-Resistenz hat deutlich zugenommen

In ihrem gemeinsamen Bericht stellen EFSA und ECDC unter anderem die folgenden aktuellen Entwicklungen in Europa fest:

Ein großer Teil der Campylobacter- und Salmonella-Isolate bei Menschen und Tieren zeigt weiterhin eine Resistenz gegen das Antibiotikum Ciprofloxacin, mit dem schwere Infektionen beim Menschen behandelt werden.  

Beim Menschen nahm die Ciprofloxacin-Resistenz bei Salmonella-Infektionen in den letzten Jahren zu, was die Wirksamkeit der Behandlungsmöglichkeiten bedenklich einschränkt.

Bei Campylobacter ist die Resistenz bereits so verbreitet, dass Ciprofloxacin für die Behandlung von Infektionen beim Menschen nicht mehr empfohlen und seine Anwendung bei Tieren eingeschränkt wird.

Ein hoher Anteil der Salmonella- und Campylobacter-Isolate von Menschen und Tieren weisen eine Resistenz gegen weitere häufig angewendete Antibiotika wie Ampicillin, Tetracycline und Sulfonamide auf.

Resistenzen gegen Ampicillin und Tetracycline nehmen ab

Andererseits konnten mehrere Länder im Lauf der Zeit eine Abnahme der Resistenzen gegen bestimmte Antibiotika melden:

Bei Salmonella ging die Resistenz der von Menschen isolierten Bakterien gegen Ampicillin beziehungsweise Tetracycline in den letzten zehn Jahren in 19 beziehungsweise 14 Ländern deutlich zurück.  

Bei der Lebensmittelerzeugung dienenden Tieren nahm die Resistenz gegen Tetracycline bei Masthühnern sowie gegen Ampicillin und Tetracycline bei Truthühnern ab.

Bei Campylobacter nahm die Resistenz gegen Erythromycin, ein im Rahmen der Erstlinientherapie bei Menschen angewendetes Antibiotikum, im letzten Jahrzehnt in mehreren Ländern sowohl beim Menschen als auch bei einigen Tieren ab.

Mensch und Tier: Gesundheit eng mit Lebensmittelherstellung verknüpft

Die Ergebnisse des aktuellen Berichts beruhen auf Daten zu Antibiotikaresistenzen aus dem Zeitraum 2023/2024, die von 27 EU-Mitgliedstaaten, Nordirland und fünf Nicht-EU-Ländern im Rahmen des integrierten Überwachungsprogramms „Eine Gesundheit“ übermittelt wurden.

Dieses EU-Programm trägt der Tatsache Rechnung, dass die Gesundheit von Mensch und Tier eng mit der Lebensmittelerzeugung zusammenhängt. „Eine Gesundheit“ implementiert unter anderem die folgenden Maßnahmen:

  • verantwortungsvolle Anwendung von Antibiotika bei Menschen und Tieren
  • Infektionsprävention
  • Überwachung der Tiergesundheit
  • Aufrechterhaltung der Lebensmittelsicherheit

Quelle: - https://www.efsa.europa.eu/de/news/antimicrobial-resistance-foodborne-bacteria-remains-public-health-concern-europe