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Mythen und Fakten zur Darmkrebsvorsorge

Auf Kalenderblatt steht das Wort Darmspiegelung
Eine Koloskopie ist noch immer die sicherste Darmkrebsvorsorge. | Bild: Janina_PLD / AdobeStock

Darmkrebs gehört zu den häufigsten Krebsarten weltweit. Umso wichtiger ist eine konsequente Vorsorge – zumal die Erkrankung bei frühzeitiger Erkennung oft geheilt werden kann.

Dass dennoch viele Menschen die Darmkrebsvorsorge versäumen oder verweigern, könnte an Fehlinformationen und Mythen liegen, die sich oft hartnäckig im allgemeinen Bewusstsein halten.  

Der Faktencheck schafft Klarheit darüber, was wahr und was bloß ein Gerücht ist.  

Zur Erinnerung: Darmkrebsmonat März

Jedes Jahr im März thematisieren nationale und internationale Akteure des Gesundheitswesens den Kampf gegen Darmkrebs besonders intensiv.

Ins Leben gerufen wurde der Darmkrebsmonat 2002 von den drei Hilfsorganisationen Felix Burda Stiftung, Deutsche Krebshilfe und Stiftung Lebensblicke; 2006 kam die Deutsche Krebsgesellschaft hinzu.

Mythos 1: Keine Beschwerden, keine Gefahr

Falsch!

Tumoren und ihre Vorstufen (Adenome) bleiben meist lange Zeit symptomlos. Wenn der langsam wachsende Darmkrebs erst aufgrund von Beschwerden erkannt wird, ist er oft schon weit fortgeschritten. Merke: Vorsorge bedeutet, sich vor etwaigen Symptomen um seine Gesundheit zu kümmern.  

Mythos 2: Eine Darmspiegelung birgt Risiken

Falsch!

Bei der Koloskopie handelt es sich um ein sicheres Standardverfahren mit einem sehr geringen Risiko für Komplikationen. Der Nutzen ist dagegen immens: Der gesamte Dickdarm wird untersucht und etwaige Polypen, die zu Krebs führen könnten, sofort entfernt. Dank Sedierung (Kurzschlafspritze, keine Narkose!) spürt der Patient weder Schmerzen noch Unwohlsein.  

In 99 Prozent der Vorsorge-Darmspiegelungen wird kein Krebs, sondern eine Vorstufe oder eben gar nichts diagnostiziert. Und wenn ein Krebs früh entdeckt wird, liegen die Heilungschancen bei über 90 Prozent. Selbst daraus entstandene Lebermetastasen können heutzutage in vielen Fällen erfolgreich behandelt werden.  

Mythos 3: Männer haben öfter Darmkrebs als Frauen

Richtig!

Männer haben häufiger Darmkrebs als Frauen und erkranken etwas früher. Dafür machen Experten vor allem Lebensstilfaktoren wie die Ernährung verantwortlich. So nehmen Männer meist mehr tierische Fette und Alkohol sowie weniger Ballaststoffe zu sich.

Mythos 4: Darmkrebs betrifft nur Ältere

Falsch!

Das Risiko steigt zwar mit dem Alter und meist wird Darmkrebs bei über 60-Jährigen diagnostiziert, aber häufig erkranken auch jüngere Menschen. Experten empfehlen eine regelmäßige Darmkrebsvorsorge für Frauen und Männer ab 50 Jahren, weshalb die Krankenkassen ihre Mitglieder nach Vollendung des 50. Lebensjahres und alle folgenden fünf Jahre zur Koloskopie einladen und die Kosten übernehmen.  

Bei familiärer Vorbelastung oder bestimmten genetischen Risiken raten Mediziner, bereits früher mit Vorsorgeuntersuchungen zu beginnen. Immerhin erkranken in Deutschland jährlich rund 3.400 Menschen unter 50 Jahren an Darmkrebs.

Gut zu wissen: Vorsorgeangebot wird verstärkt genutzt

Seit einiger Zeit bieten die Krankenkassen immunologische Stuhltests an, die Menschen ab 50 Jahren zu Hause durchführen können. Die Tests erkennen Blut im Stuhl und damit mögliche Anzeichen für Darmkrebs oder Vorstufen.

2024 nahmen etwa zwei Millionen Menschen in Deutschland dieses kostenlose Angebot in Anspruch. Eine Vorsorge-Darmspiegelung ließen 638.000 Personen durchführen – so viele wie noch nie zuvor in einem Jahr.

Mythos 5: Der Stuhlbluttest ersetzt die Darmspiegelung

Falsch!

Der Stuhlbluttest stellt nur fest, ob nicht sichtbares Blut im Stuhl vorhanden ist. Dies kann ein erster Hinweis auf einen blutenden Darmkrebs oder Vorstufen sein. 

Es werden circa 70 Prozent von Tumoren und Adenomen durch den Stuhltest erkannt. Die Koloskopie als effektivste und verlässlichste Vorsorgeuntersuchung ersetzt dieser Test jedoch nicht.  

Mythos 6: Ein gesunder Lebensstil verhindert Darmkrebs

Falsch!

Ausreichend Bewegung, eine gesunde Ernährung und Verzicht auf Alkohol und Rauchen senken zwar das Darmkrebsrisiko, es können sich aber dennoch Darmpolypen und Tumoren entwickeln. Diese lassen sich nur in Vorsorgeuntersuchungen erkennen. Quellen:
PM Debeka
https://www.aerzteblatt.de/news/nutzung-der-darmkrebsfruherkennung-bleibt-hinter-moglichkeiten-zuruck-df02533b-1144-4f18-bf5d-1a997422801a
https://de.wikipedia.org/wiki/Darmkrebsmonat_März
https://www.focus.de/gesundheit/ratgeber/das-bekommen-doch-nur-alte-5-darmkrebs-mythen-die-sie-kennen-sollten-und-was-wirklich-stimmt_ea3c39fe-e2ee-41d2-9997-ffdd927e9682.html
https://www.helios-gesundheit.de/magazin/news/02/darmkrebs-mythen/
https://www.felix-burda-stiftung.de/sites/default/files/documents/FBS_DKMM_Mythen_Darmkrebs_Vorsorge_2022.pdf