In der Apotheke werden PTA mit den unterschiedlichsten Themen konfrontiert. Lesen Sie hier die tagesaktuellen News aus den Bereichen Pharmazie, Forschung, Ernährung, Gesundheit und vielem mehr. Bleiben Sie informiert, um Ihre Kunden stets kompetent zu beraten.
E-Scooter: Höheres Risiko für Kopfverletzungen

Ein Forscherteam aus dem Vereinigten Königreich hat sich der Frage angenommen, wie gefährlich das Fahren mit E-Scootern ist.
Ausgangspunkt war die Feststellung, dass trotz der häufigen und zunehmenden Nutzung der beliebten Roller nur begrenzte landesweite Erkenntnisse zu Verletzungsmustern, Schweregrad und expositionsbereinigtem Risiko vorlagen.
Das Verkehrsministerium habe zwar für das Jahr 2023 mehr als 1.200 Unfälle mit E-Scootern und 1.387 Unfallopfer verzeichnet, darunter sechs Todesfälle und 416 Schwerverletzte. Doch die Statistiken unterschätzten wahrscheinlich die tatsächliche Belastung, da Unfälle nicht offiziell kodiert würden und deshalb nur ein geringer Prozentsatz der Vorfälle erfasst werde.
Deshalb analysierten die Wissenschaftler die Daten des National Major Trauma Registry für England und Wales aus den Jahren 2020 bis 2022 und die von Rollervermietungen gemeldeten Daten zu Unfällen aus 18 Städten in den Jahren 2020 bis 2024.
Die so erschlossene Datenbasis umfasst mehr als 33 Millionen Fahrten und 77,8 Millionen Kilometer sowie 38.440 Datensätze mit ausgeprägtem Verletzungsprofil (15.247 Traumapatienten aus dem Register und 23.193 von Betreibern gemeldete Unfälle).
E-Scooter-Fahrer und Motorradfahrer im Vergleich
Die Studie lieferte in Bezug auf Verletzungen von E-Scooter-Fahrern die folgenden Ergebnisse:
Das bereinigte Risiko für traumatische Hirnverletzungen liegt bei Elektroroller-Fahrern in England und Wales 3,45-mal so hoch wie bei Motorradfahrern. Auch Gefäßverletzungen sind 3,24-mal so häufig bei E-Scooter-Fahrern.
Die Wahrscheinlichkeit für eine Verletzung innerer Organe liegt 1,46-mal so hoch wie bei Motorradfahrern. Geringer ist dagegen das Risiko für Knochenbrüche: E-Scooter-Fahrer erleiden nur 0,8-mal so oft Frakturen wie Motorradfahrer.
Als zusätzliche Information ergaben die Daten auch einen Vergleich der traumatischen Hirnverletzungen zwischen E-Scooter- und Radfahrern: Das Risiko beim Rollern liegt laut Studie 1,74-mal so hoch wie beim Radeln.
Kopfverletzungen durch E-Scooter am häufigsten
Die Forschenden analysierten auch, welche Verletzungen innerhalb der Gruppe der E-Scooter-„Patienten“ am häufigsten waren und wer diese zumeist erlitt:
Bei Erwachsenen machten traumatische Hirnverletzungen mehr als ein Drittel der Verletzungen aus. Auch bei Kindern und Jugendlichen war der Anteil an Hirntraumata ebenfalls hoch – und deutlich größer als in den Vergleichsgruppen, zum Beispiel den Radfahrern.
Insgesamt war das weibliche Geschlecht mit einem höheren Schweregrad der Verletzungen verbunden.
Den hohen Anteil an Hirnverletzungen führen die Studienautoren auf die Tatsache zurück, dass beim Fahren von E-Scootern laut Datenlage nur selten Helme getragen werden.
Folgerungen aus der E-Scooter-Studie
Die Forschenden sehen die Bedeutung ihrer Studie in der Vergleichbarkeit verschiedener Verkehrsmittel in Bezug auf die Unfallhäufigkeit und -schwere.
Ihre Erkenntnisse könnten die wissenschaftlich fundierte Basis dafür liefern, die Nutzung von E-Scootern sinnvoll zu reglementieren, eine geeignete Verkehrsinfrastruktur für das noch junge Fortbewegungsmittel aufzubauen und die Öffentlichkeit über geeignete Maßnahmen wie das Tragen eines Helmes zu informieren.
Das alles sei umso wichtiger, als sich im Vereinigten Königreich Millionen von E-Scootern in Privatbesitz befänden, die außerhalb der gesetzlichen Rahmenbedingungen betrieben würden. Viele von ihnen seien zudem so umgebaut, dass Sicherheitsvorrichtungen umgangen würden. Quelle:
- https://www.nature.com/articles/s41598-026-59829-5