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Mädchen mit Übergewicht bekommen später seltener Kinder

Im Erwachsenenalter erhöht eine Adipositas das Risiko, dass die Fruchtbarkeit nachlässt und unter Umständen ein Kinderwunsch unerfüllt bleibt.
Ein Team um Dr. Jennifer Baker von der Universität Kopenhagen hat nun untersucht, wie sich Übergewicht oder Adipositas, die bereits in früheren Lebensphasen auftreten, auf den Zeitpunkt der ersten Geburt beziehungsweise eine mögliche Kinderlosigkeit auswirken.
Dieser Zusammenhang sei bisher nur unzureichend erforscht worden. Er sei jedoch wichtig angesichts der Tatsache, dass die Fruchtbarkeit in vielen Ländern parallel zur weltweiten Adipositas-Epidemie deutlich zurückgegangen sei und in Teilen der Welt sogar unter dem Reproduktionsniveau liege.
Deshalb verfolgten die Forschenden anhand nationaler Registerdaten aus den Jahren 1977 bis 2022 die Mutterschaft von 60.864 Frauen im Alter von 18 bis 45 Jahren, die zwischen 1950 und 1989 in Kopenhagen geboren worden waren.
Die Kindsgeburten und das jeweilige Alter der Mütter bei der Niederkunft wurden in Beziehung zu früher erfolgten Gewichtsaufzeichnungen im Mädchenalter gesetzt. Diese stammen aus der dänischen Schulgesundheitsfürsorge, die regelmäßige Gesundheitsuntersuchungen der Schüler von der ersten bis zur neunten Klasse vorsieht.
Übergewicht im Kindheitsalter führt zu weniger Geburten
Von den 60.864 in die Analyse einbezogenen Frauen haben 47.669 später eines oder mehrere Kinder geboren, das erste im Durchschnittsalter von 27 Jahren. Die übrigen 13.195 Frauen (22 Prozent) blieben kinderlos.
In der Studienpopulation hatten 11,6 Prozent dieser Frauen im Schulalter Übergewicht und weitere 3,8 Prozent Adipositas. Ein mögliches Übergewicht oder Adipositas im Erwachsenenalter wurde in der Studie nicht berücksichtigt, allerdings bleibt Übergewicht oft über die Kindheit hinaus bestehen.
Die Analyse bestätigte die Vermutung, dass Gewichtsprobleme im Kindes- und Jugendalter mit einer geringeren Wahrscheinlichkeit einer Mutterschaft assoziiert sind. Darüber hinaus zeigte sich, dass das Risiko, keine Kinder zu bekommen, gegenüber der Vergleichsgruppe mit zunehmendem Alter immer weiter steigt:
Für Frauen im Alter von 25 bis 29 Jahren ließ sich eine um 22 Prozent geringere Wahrscheinlichkeit einer ersten Mutterschaft ermitteln, wenn die Frauen im Kindes- und Jugendalter eine Adipositas hatten; Übergewicht verminderte die Rate um neun Prozent.
In der Altersgruppe von 30 bis 34 Jahren sank die Wahrscheinlichkeit, das erste Kind zu bekommen, aufgrund einer früheren Adipositas um 42 Prozent und bei Übergewicht um 26 Prozent.
Frauen mit adipöser Kindheitsgeschichte bekamen im Alter von 35 bis 45 Jahren um 44 Prozent seltener ihr erstes Kind als die Kontrollgruppe; bei Übergewicht waren es 18 Prozent.
Das Risiko, in der betreffenden Altersgruppe nicht schwanger zu werden, stieg übrigens erst ab 25 Jahren: 18- bis 24-jährige Frauen, die als Kinder Übergewicht oder Adipositas hatten, wurden in diesem Lebensabschnitt mit derselben statistischen Wahrscheinlichkeit erstmals Mutter wie die Frauen der Vergleichsgruppe.
Kinderwunsch: Frauengesundheit spielt bereits zur Kindheit wichtige Rolle
Die retrospektive Studie kann zwar keine Ursache-Wirkungs-Beziehung beweisen, die Resultate deuten aber darauf hin, dass die Kindheit eine wichtige Phase sein könnte, um die spätere reproduktive Gesundheit von Frauen zu fördern.
„Unsere Ergebnisse unterstreichen, dass die reproduktive Gesundheit von Frauen bereits viele Jahre vor dem Wunsch nach einer Schwangerschaft berücksichtigt werden muss“, schreiben die Forschenden. Quelle:
https://jamanetwork.com/journals/jamanetworkopen/fullarticle/2852425