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Zu viele Antibiotika in deutschen Krankenhäusern

Fokus auf Patientenakte aus einem Krankenhaus
Der Einsatz von zu vielen Antibiotika kann die Gefahr von Resistenzen erhöhen. | Bild: NanSan / AdobeStock

Das Robert Koch-Institut (RKI) veröffentlicht jedes Jahr Daten zu Resistenzen gegen Antibiotika sowie zum Antibiotikaverbrauch in Deutschland. Datengrundlage bilden die vom RKI koordinierte bundesweite Antibiotika-Resistenz-Surveillance für Labore und die Antibiotika-Verbrauchs-Surveillance für Krankenhäuser.

Die Daten sind vor dem nationalen Ziel zu betrachten, den Gesamteinsatz von Antibiotika (ambulant und stationär) bis 2030 um neun Prozent gegenüber 2019 zu senken und so die Entwicklung von Resistenzen einzudämmen.

Antibiotikaverbrauch immer noch zu hoch

Der Antibiotikaverbrauch in deutschen Kliniken blieb 2025 weitgehend unverändert gegenüber 2024, wie die Meldungen von 593 Krankenhäusern und 126 Laboren aus ganz Deutschland zeigen.

Wie weit Deutschland auf dem Weg zu seinem Ziel ist, den Antibiotika-Gesamtverbrauch bis 2030 um neun Prozent zu senken, lässt sich laut RKI erst im November einschätzen, wenn die Zahlen aus dem ambulanten Bereich veröffentlicht werden.  

Unabhängig davon hält das Robert Koch-Institut weitere Anstrengungen für nötig, um der nationalen Strategie zur Bekämpfung von Antibiotikaresistenzen gerecht zu werden. So soll insbesondere die „Antibiotic Stewardship“ vorangetrieben werden – ein Konzept, das den gezielten und verantwortungsvollen Einsatz von Antibiotika verbessert.

Antibiotika: RKI warnt vor gefährlichen Resistenzen

Erste Auswertungen der vom RKI gesammelten Resistenzdaten weisen darauf hin, dass insbesondere bei E.-coli-Resistenzen gegen die häufig eingesetzten Cephalosporine der dritten Generation zunehmen. Behandlungsoptionen werden stark eingeschränkt, wenn diese Antibiotikaklasse nicht mehr wirksam ist.  

Laut RKI verursachen Antibiotikaresistenzen in Europa jährlich schätzungsweise 35.000 Todesfälle – mehr als der Straßenverkehr. Quelle: RKI