Brombeere – Blätter gegen Durchfall

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Mit ihren weiß-rosa Blüten ziert die Brombeere (Rubus fruticosus) derzeit viele Waldränder und Gebüsche. In einigen Wochen erfreuen dann die schwarz glänzenden Früchte Mensch und Tier. Auch therapeutisch hat das Rosengewächs (Rosaceae) etwas zu bieten: Die gerbstoffreichen Brombeerblätter kann man bei unspezifischem Durchfall empfehlen.

Nützliches Brombeergebüsch

Über wuchernde, kratzige Brombeerranken ärgert sich so mancher Gartenbesitzer. Dabei ist Rubus fruticosus eine ökologisch wertvolle Pflanze. Ihre Blüten dienen Bienen, Schmetterlingen und Co. als Nahrungsquelle. Der Insektenreichtum wiederum macht ein Brombeergebüsch für Vögel interessant. Außerdem finden Vögel und andere Kleintiere Schutz in dem „dornigen“ Gestrüpp.

Botanisch keine Dornen

Was einen Brombeerstrauch so wehrhaft macht, sind allerdings gar keine Dornen. Vielmehr handelt es sich im botanischen Sinne um Stacheln. Sie sind lediglich Produkte der Epidermis. Im Gegensatz zu Dornen lassen sich Stacheln leicht abziehen. Die Brombeere trägt Stacheln an den Zweigen und auf der Mittelrippe an der Blattunterseite.

Gerbstoffdroge Brombeerblätter

Brombeerblätter sind therapeutisch wegen ihrer adstringierend wirkenden Gerbstoffe (Gallotannine und Ellagitannine) interessant. Die Droge Rubi fruticosi folium ist indiziert bei unspezifischen, akuten Durchfallerkrankungen. Als weiteres Einsatzgebiet gelten leichte Entzündungen im Bereich der Mund- und Rachenschleimhaut.

Arznei- und Genusstee

Üblicherweise verwendet man Brombeerblätter für Teeaufgüsse oder Abkochungen. Diese lassen sich auch zum Mundspülen oder Gurgeln einsetzen. Für eine Tasse Tee nimmt man ca. 1,5 Gramm Droge (Tagesdosis 4,5 g). Einige Hersteller bieten Arzneitee-Fertigpräprate an (z.B. Brombeerblätter Bombastus, H&S® Durchfalltee). Brombeerblätter werden auch gerne Haus- und Früchtetees beigemischt. In fermentierter Form sind sie zudem ein beliebter koffeinfreier Ersatz für den Schwarztee.

Gesunde Köstlichkeit

Im Spätsommer werden die Brombeer-Früchte reif. Es handelt sich bei ihnen allerdings gar nicht um „Beeren“. Botanisch korrekt muss man von „Sammelsteinfrüchten“ sprechen. Denn die Brombeere setzt sich aus zahlreichen Einzelfrüchtchen zusammen, von denen jedes in seinem Inneren einen Steinkern enthält. Die Früchte sind nicht nur köstlich, sondern auch gesund. So enthalten sie viel Vitamin C, außerdem Calcium, Kalium und Magnesium. Die enthaltenen Farbstoffe (Anthocyane) wirken außerdem antioxidativ.

Ulrike Weber-Fina
Diplom-Biologin, Fachjournalistin
onlineredaktion@ptaheute.de