Nachtkerze – Samen für die Hautgesundheit

Bild: Weber-Fina

An Straßenrändern, Bahndämmen oder auf Ödland fällt derzeit eine stattliche, großblütige Pflanze ins Auge: die Nachtkerze (Oenothera biennis). Das prachtvolle Gewächs bietet auch einen großen Nutzen als Heil- und Kosmetikpflanze. Denn die winzigen Samen der Nachtkerze enthalten ein kostbares Öl.

Einstige Zier- und Gemüsepflanze

Mit ihren großen hellgelben Blüten mutet die Nachtkerze beinahe wie eine verwilderte Gartenblume an. Oenothera biennis war bei uns tatsächlich zunächst eine Kulturpflanze. Ihre ursprüngliche Heimat ist Nordamerika. Von dort gelangte die Nachtkerze zu Anfang des 17. Jahrhunderts nach Europa. Zunächst schätzte man sie als Zierpflanze. Später erkannte man auch ihren Wert als Gemüsepflanze: Die bis zu 20 Zentimeter langen Nachtkerzenwurzeln wurden – ähnlich wie Schwarzwurzeln – als Gemüse gekocht. Essbar sind von der bis zu eineinhalb Meter hohen, zweijährigen Pflanze auch die jungen, gekochten Blätter sowie die Blüten.

Winzige Samen mit wertvollem Inhalt

Heutzutage machen vor allem die winzigen Samen den Wert dieses Nachtkerzengewächses (Onagraceae) aus. Aus ihnen wird ein fettes Öl gewonnen, das eine besonders wertvolle Fettsäurezusammensetzung aufweist: Es besteht zu 60 bis 80 Prozent aus Linolsäure und zu 8 bis 14 Prozent aus der sehr seltenen Gamma-Linolensäure. Diese beiden essenziellen Fettsäuren sind am Aufbau von Zellmembranen beteiligt. Sie bilden Bestandteile von Hautlipiden und sind damit für die intakte Barrierefunktion der Epidermis wichtig.

Hilfe bei Neurodermitis

Aus der Gamma-Linolensäure wird außerdem das antientzündlich wirksame Prostaglandin E1 gebildet. Darüber hinaus soll Gamma-Linolensäure einen Mangel am Enzym Delta-6-Desaturase ausgleichen. Ein Defizit an diesem Enzym wird für die Pathogenese der Neurodermitis mitverantwortlich gemacht. Durch die Zufuhr von Nachtkerzensamenöl (z.B. Epogam® 1000 mg Weichkapseln) lässt sich das Defizit kompensieren.

Für besondere Hautpflege

Auch gesunde Haut profitiert vom Nachtkerzensamenöl (z.B. in Form des Nahrungsergänzungsmittels Sovita® Nachtkerzenöl Kapseln): Hautelastizität und -feuchtigkeit nehmen zu. Auch äußerlich angewendet wirkt das Öl hautstärkend und -pflegend (z.B. Linola® Gamma Creme). In vielen Kosmetikpräparaten ist ebenfalls Nachtkerzenöl enthalten (z.B. in lavera-Neutralserie, Dr. Theiss Nachtkerzen Spezialpflege, Weleda Nachtkerzen-Pflegeserie).

Die „Kerze“ der Nacht

Ihren Namen trägt die Nachtkerze ganz zu Recht. Denn ihre Blüten öffnen sich erst in den Abendstunden. Dann „leuchten“ sie die ganze Nacht hindurch. Sie verströmen dabei einen süßlichen Duft und locken nachtaktive Insekten zur Bestäubung an. Meist blühen sie nur bis zum darauffolgenden Nachmittag. Die gesamte Blühperiode der Nachtkerze ist jedoch lang. Von Juni bis Oktober öffnen sich allabendlich neue Blüten.

Ulrike Weber-Fina
Diplom-Biologin, Fachjournalistin
onlineredaktion@ptaheute.de