Pappel – bei rheumatischen Beschwerden

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Die Pappel gehört zu den Weidengewächsen (Salicaceae) und enthält in ihrer Rinde verschiedene Salicylsäurederivate. Deren schmerz- und entzündungshemmende Wirkung macht man sich vor allem bei rheumatischen Beschwerden zunutze.

Zittern wie Espenlaub

Gerät jemand in große Angst, beschreibt man das gerne mit einer Redewendung: „Er zittert wie Espenlaub.“ Tatsächlich sind die rundlichen, buchtig gezähnten Blätter der Espe, die auch Zitterpappel (Populus tremula) genannt wird, fast ständig am „Zittern“. Der leiseste Windhauch genügt, um das Laub in Bewegung zu versetzen. Das liegt daran, dass die Blätter an langen, dünnen, seitlich abgeflachten Blattstielen sitzen.

Natürliche Salicylate

Schon früh wurde das Weidengewächs arzneilich verwendet, vor allem gegen Rheuma. Ebenso wie die Weide verdankt auch die Pappel ihren therapeutischen Wert den Salicylsäurederivaten (z.B. Salicin, Salicortin, Populin). In der Rinde finden sich diese Substanzen in höchster Konzentration (bis zu zehn Prozent).

Rinde und Blätter: schmerzlindernd und entzündungshemmend

Die Salicylate der Zitterpappel liegen als Prodrugs vor und werden erst im Körper zur wirksamen Salicylsäure metabolisiert. Im Vergleich zur synthetischen Acetylsalicylsäure haben sie daher weniger Nebenwirkungen. Die Droge Pappelrinde und -blätter (Populi cortex/folium) besitzt bei uns zwar lediglich erfahrungsheilkundlichen Status. Dennoch gilt sie als analgetisch und antientzündlich wirksam. Mehrere klinische Studien belegen beispielsweise die Wirksamkeit einer Extraktkombination aus Pappelrinde/-blättern, Eschenrinde und Goldrutenkraut (Phytodolor®). Darüber hinaus wird Populi cortex/folium auch bei Miktionsbeschwerden (infolge Prostatahyperplasie) eingesetzt (z.B. in Prostamed® Tab, zusammen mit Kürbissamenpulver- und Goldrutenkrautextrakt).

Knospen: wundheilungsfördernd

Neben Rinde und Blättern liefert die Pappel noch eine weitere Droge: die Knospen (Populi gemma). Diese enthalten ebenfalls Salicylate sowie ätherisches Öl und Flavonoide. Pappelknospen sind indiziert bei oberflächlichen Hautverletzungen, zum Beispiel in Form von Salben, Bädern und Umschlägen.

„Schnee“ im Sommer

 

Die Zitterpappel ist eine besonders schnellwüchsige heimische Baumart. Sie erreicht Wuchshöhen von bis zu 30 Metern. Aus ihrem langfaserigen, weichen Holz werden unter anderem Papier, Holzwolle und Zündhölzer hergestellt. Im Frühjahr gehört Pappelpollen zu den wichtigsten Allergieauslösern. Im Frühsommer tritt das Phänomen „Pappelschnee“ auf. Darunter versteht man den massenhaften Flug von Pappelsamen, die mit baumwollartigen Haaren ausgestattet sind. Mit dem weichen Flaum hat man früher Kissen ausgestopft.

 

Ulrike Weber-Fina
Diplom-Biologin, Fachjournalistin
onlineredaktion@ptaheute.de