Wildes Stiefmütterchen – bewährt bei Hautleiden

Schon seit einigen hundert Jahren wird Stiefmütterchenkraut bei Hautleiden genutzt / Bild: © Henrik Larsson - Fotolia.com

Das Wilde Stiefmütterchen (Viola tricolor) ist zwar viel unscheinbarer als seine gezüchteten Verwandten aus der Gärtnerei. Dafür besitzt das heimische Pflänzchen aber innere Werte. Sein Kraut (Violae tricoloris herba) ist ein altbewährtes Heilmittel bei Hautleiden. 

Eine märchenhafte Erklärung

Mancher mag sich schon über den Namen „Stiefmütterchen“ gewundert haben. Es gibt eine märchenhafte Erklärung. Dazu muss man sich die Gestalt der Stiefmütterchen-Blüte genau anschauen: Das größte, nach unten gerichtete und auffallend gezeichnete Blütenblatt soll die Stiefmutter symbolisieren. Ihre beiden leiblichen Töchter sind die direkt darüber stehenden Blütenblätter. Hinter diesen sitzen zwei weitere, meist dunklere Blütenblätter. Sie stellen die beiden trauernden Stieftöchter dar.

Sachlicher lateinischer Name

Der lateinische Name „Viola tricolor“ erklärt sich dagegen ohne große Fantasie. Er bedeutet auf Deutsch ganz einfach „dreifarbiges Veilchen. Tatsächlich sind die Blütenblätter von Viola tricolor meist aus drei Farben zusammengesetzt – häufig gelb, weißlich und rosa-violett. Gegenüber den Zuchtformen erscheint das Wilde Stiefmütterchen eher mickrig. Seine Blüten sind nur ein bis drei Zentimeter groß. Das Veilchengewächs (Violaceae) kommt bei uns an Wegrändern und auf Brachland vor. 

Innerlich und äußerlich

Das Stiefmütterchenkraut als Droge / Bild: © Heike Rau - Fotolia.com

Schon seit einigen hundert Jahren wird Stiefmütterchenkraut bei Hautleiden genutzt. Heute wird Violae tricoloris herba cum flore äußerlich vor allem bei leichten seborrhoischen Hauterkrankungen empfohlen (z.B. in Form von Abkochungen für Umschläge oder im Badewasser). Auch bei leichten Akneformen kann man es ausprobieren. Außerdem ist das Stiefmütterchenkraut bei Milchschorf von Kindern indiziert. Man nimmt an, dass die Droge antientzündlich wirkt. Sie enthält neben Flavonoiden und Schleimstoffen auch Salicylsäureester. Die Volksmedizin verwendet das Kraut auch innerlich als Tee (1,5 g pro Tasse). Stiefmütterchenkraut gibt es zum Beispiel von Aurica und Bombastus.

Wo Stiefmütterchenkraut noch vorkommt

Auch einige Kosmetikhersteller verwenden Stiefmütterchenkraut. Extrakte stecken zum Beispiel in Befelka Hautoel und in frei® Bio+ Körper Lotion. Auch die homöopathische Creme Ekzevowen® setzt unter anderem auf Viola tricolor. Stiefmütterchenkraut-Auszug ist darüber hinaus in den anthroposophischen Wala® Akne-Kapseln mitenthalten.

Ulrike Weber-Fina
Diplom-Biologin, Fachjournalistin
onlineredaktion@ptaheute.de