Gelbfieber-Impfung

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Die Gelbfieber-Erkrankung betrifft vor allem Menschen, die in bestimmten tropischen Regionen Südamerikas und Afrikas leben. Die von Steckmücken übertragene Virusinfektion kann aber auch Reisende dorthin gefährden. Eine Schutzimpfung ist daher angeraten, in manchen Ländern sogar gesetzlich vorgeschrieben. Sie darf nur von ausgewiesenen Gelbfieber-Impfstellen durchgeführt werden.

Aktuelle Epidemie in Brasilien

Alle Brasilien-Reisenden sollten sich dringend spätestens zehn Tage vor der Einreise gegen Gelbfieber impfen lassen. Das empfiehlt aktuell das Auswärtige Amt in seinen Reise- und Sicherheitshinweisen. In dem südamerikanischen Land grassiert seit vergangenem Jahr die schlimmste Gelbfieber-Epidemie seit 30 Jahren. Auch beliebte Touristenorte sind betroffen. Drei Deutsche haben sich bei Aufenthalten in Brasilien infiziert, einer starb an der Erkrankung. Alle drei waren nicht gegen Gelbfieber geimpft.  

Lebensbedrohende Virusinfektion

Weltweit erkranken jedes Jahr etwa 200.000 Menschen an Gelbfieber. Mindestens jeder Zehnte von ihnen stirbt. Erreger ist das Gelbfieber-Virus. Es wird von tagaktiven Stechmücken (z.B. Gattung Aedes) übertragen. Die Infektionsgebiete liegen im tropischen Afrika sowie im nördlichen Südamerika.

Krankheitsverlauf in zwei Phasen

Drei bis sechs Tage nach dem Stich durch ein infiziertes Insekt stellen sich hohes Fieber, Schüttelfrost, Kopfschmerzen, Übelkeit und Erbrechen ein. Nach drei bis vier Tagen gehen die Symptome zurück. Die meisten Patienten haben die Erkrankung nach dieser Phase überstanden und lebenslange Immunität erworben. Doch in etwa 15 Prozent der Fälle entwickelt sich die sogenannte toxische Phase. Sie ist gekennzeichnet durch Gelbsucht, innere Blutungen, Nierenstörungen sowie eventuell neurologische Störungen mit Krämpfen. In der toxischen Phase versterben 50 bis 70 Prozent der Patienten.

Wichtige Reiseimpfung

Wer aus Deutschland in ein Gelbfieber-Risikogebiet reisen möchte, dem empfiehlt die STIKO die Impfung mit dem Gelbfieber-Impfstoff (Stamaril®). Einige Länder verlangen sogar den Nachweis einer Impfung für die Einreise. Bei der Gelbfieber-Impfung handelt es sich um eine aktive Immunisierung mit abgeschwächtem Gelbfieber-Virus. Bis der Impfschutz aufgebaut ist, vergehen ungefähr zehn Tage. Es wird von einer lebenslangen Immunität ausgegangen, sodass keine Auffrischimpfungen mehr nötig sind. Im Einzelfall können sie jedoch erforderlich sein, wenn die Erstimpfung zu keiner ausreichenden Immunantwort geführt hat.

Nur in zugelassenen Impfstellen

Eine Gelbfieber-Impfung muss in staatlich zugelassenen Gelbfieber-Impfstellen (siehe unten: Informationsquellen) erfolgen. Das sind zum Beispiel Tropenmedizinische Institute, aber auch zahlreiche Arztpraxen. Der Gelbfieber-Impfstoff darf außer an Apotheken nur an diese autorisierten Impfstellen abgegeben werden. Meist wird die Impfung gut vertragen. Grippeartige Symptome sowie Magen-Darm-Störungen sind allerdings möglich. In äußerst seltenen Fällen kann es jedoch zu einer schweren Reaktion mit Multiorganversagen kommen (17 Todesfälle bei über 400 Mio. Geimpften). Kinder unter neun Monaten und Personen über 60 Jahren sollten nur wenn unbedingt nötig geimpft werden.

STIKO-Impfempfehlungen

Indikationsimpfempfehlung:

  • vor Aufenthalt in Gelbfieber-Endemiegebieten im tropischen Afrika und in Südamerika oder entsprechend den Anforderungen des jeweiligen Reiselandes

Impfschema und Impfstoffe

  • Gelbfieber-Impfstoffe enthalten abgeschwächte Gelbfieber-Viren (z.B. Stamaril®).
  • Es handelt sich um eine Einmalimpfung.
  • Berechtigt zur Impfung sind ausschließlich von den Gesundheitsbehörden zugelassene Gelbfieber-Impfstellen.
  • Die Impfung sollte spätestens 10 Tage vor Einreise in das Risikogebiet erfolgen.
  • Auffrischimpfungen sind in der Regel nicht erforderlich.
Ulrike Weber-Fina
Diplom-Biologin, Fachjournalistin
onlineredaktion@ptaheute.de