Influenza-Impfung

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Hohes Fieber, Schüttelfrost, Kopf- und Gliederschmerzen, dazu noch starke Halsschmerzen und Schluckbeschwerden – wer derzeit von solchen Symptomen heimgesucht wird, hat sich wahrscheinlich eine echte Grippe zugezogen. Ein weiteres typisches Merkmal: Die Beschwerden treten schlagartig auf. Den besten Schutz vor der Influenza bietet nach wie vor die Impfung.

Typisch Influenza

Ein Krankheitsgefühl, das sich plötzlich und massiv einstellt, ist charakteristisch für die echte Grippe (Influenza). Das unterscheidet sie vom grippalen Infekt, bei dem sich die Symptomatik meist schleichend und weniger heftig entwickelt. Die Inkubationszeit beträgt bei der Influenza ein bis drei Tage. Eine Ansteckung geschieht vor allem direkt via Tröpfcheninfektion. Die Influenza-Viren können aber auch indirekt über kontaminierte Oberflächen oder Hände übertragen werden. Mit regelmäßigem Händewaschen kann daher jeder etwas für den persönlichen und allgemeinen Influenza-Schutz tun.

Wer ein besonderes Risiko trägt

Bei älteren Personen oder Menschen mit einer Grunderkrankung ist die Influenza häufig mit Komplikationen verbunden – manchmal mit tödlichem Ausgang. Für diesen Personenkreis wird daher die jährliche Grippe-Schutzimpfung empfohlen. Gerade bei den Senioren sind die Impfquoten allerdings besonders niedrig (ca. 35 Prozent). Auch Patienten mit chronischen Erkrankungen, zum Beispiel Asthmatiker oder Diabetiker, sind anfällig für ernsthafte Influenza-Komplikationen und sollten geimpft werden. Das gilt ebenfalls für schwangere Frauen.

Jedes Jahr ein neuer Impfstoff

Die Monate Oktober und November gelten als bester Zeitpunkt für die Influenza-Impfung. Doch auch noch während einer Grippewelle kann man sich impfen lassen. Allerdings dauert es circa zehn bis 14 Tage, bis der Körper eine ausreichende Immunantwort entwickelt hat. Da sich Influenza-Viren fortwährend verändern, muss der Impfstoff in jedem Jahr neu angepasst werden. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt dazu jährlich eine bestimmte Antigenkombination. Die Effektivität des Impfstoffs kann von Jahr zu Jahr variieren – je nachdem, welche der prognostizierten Virus-Subtypen dann tatsächlich am häufigsten auftreten. Doch selbst wenn eine Person trotz Impfung an Grippe erkrankt, verläuft bei ihr die Influenza meist milder.

Dreifach- oder Vierfachimpfstoff

Die Impfstoffe in dieser Saison schützen gegen drei (trivalent) bzw. vier (tetravalent = quadrivalent) Grippevirus-Varianten. Die trivalente Vakzine (z.B. Influvac®) enthält Antigene von zwei Virus-A-Varianten und einer Virus-B-Variante, die tetravalente Vakzine (z.B. Vaxigrip® Tetra) enthält zusätzlich noch eine weitere B-Variante. Die Ständige Impfkommission (STIKO) hat sich in ihren derzeit gültigen Impfempfehlungen für die trivalente Vakzine ausgesprochen. Ende vorigen Jahres hat die STIKO diese Empfehlung jedoch aktualisiert und empfiehlt künftig einen tetravalenten Influenza-Impfstoff. Als Nebenwirkungen können bei der Influenza-Impfung neben lokalen Reaktionen an der Einstichstelle auch Allgemeinsymptome wie Frösteln, Müdigkeit oder Muskelschmerzen auftreten.

STIKO-Impfempfehlungen

Standardimpfempfehlung:

  • grundsätzlich alle Personen ab 60 Jahren

Indikationsimpfempfehlung:

  • Gesunde Schwangere ab 2. Trimenon, gesundheitlich gefährdete Schwangere ab 1. Trimenon
  • Personen mit einem Grundleiden (chronische Erkrankungen, z.B. Asthma, COPD, Herz-/Kreislaufkrankheiten, Diabetes, neurologische Krankheiten wie Multiple Sklerose, Immunschwäche/HIV)
  • Bewohner von Alters- oder Pflegeheimen
  • Personen, die eine mögliche Infektionsquelle für von ihnen betreute Risikopersonen darstellen können

Berufliche Impfindikation:

  • Personen mit erhöhter Gefährdung, z.B. medizinisches Personal sowie Personen in Einrichtungen mit umfangreichem Publikumsverkehr (also auch Apothekenpersonal)
  • Personen mit direktem Kontakt zu Geflügel oder Wildvögeln

Impfschema und Impfstoffe

  • Der Impfstoff wird einmalig i.m. oder s.c. injiziert. Es handelt sich dabei um inaktivierte Impfstoffe (z.B. Afluria®, Influvac®).
  • Für Kinder und Jugendliche steht daneben ein abgeschwächter Lebendimpfstoff als Nasenspray zur Verfügung (Fluenz®). Er wird einmalig nasal appliziert. Gemäß STIKO gilt nun nicht mehr die Empfehlung, diese nasale Lebendvakzine bevorzugt zu verabreichen.
  • Kinder, die erstmalig gegen Grippe geimpft werden, sollten im Abstand von vier Wochen eine zweite Impfdosis erhalten.
  • Für Personen ab 65 Jahren steht ein adjuvantierter (= wirkverstärkter) Impfstoff zur Verfügung (z.B. Fluad®).

Nützliche Informationsquellen:

Ulrike Weber-Fina
Diplom-Biologin, Fachjournalistin
onlineredaktion@ptaheute.de