Impfungen
Wissen Sie, wo Ihr Impfausweis liegt? Viele von Ihren Patienten müssen über diese Frage wahrscheinlich länger nachdenken. Denn wenn nichts Besonderes passiert, sind Impfungen oft kein Thema mehr. Aber auch Erwachsenen wird empfohlen, ihren Impfschutz regelmäßig prüfen zu lassen. Welche Standard-Impfungen die Ständige Impfkommission (STIKO) für welches Alter empfiehlt, vor welchen Krankheiten diese schützen und was Sie sonst noch darüber wissen sollten, erfahren Sie in unserer Serie „Impfungen im Kurzportrait“.
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Influenza: Wissenswertes rund um die Grippe-Impfung 

Frau liegt mit GRippe auf dem Sofa und schneuzt die Nase
Influenza geht mit plötzlich auftretenden Krankheitssymptomen wie hohem Fieber und Schüttelfrost einher. | Bild: Subbotina Anna / AdobeStock

Hohes Fieber, Schüttelfrost, Kopf- und Gliederschmerzen, dazu noch starke Halsschmerzen und Schluckbeschwerden – wer von solchen Symptomen heimgesucht wird, hat sich wahrscheinlich eine echte Grippe (Influenza) zugezogen.  

Ein weiteres typisches Merkmal: Die Beschwerden treten schlagartig auf. Das unterscheidet die Grippe von einem grippalen Infekt, bei dem sich die Symptomatik meist schleichend und weniger heftig entwickelt.  

Die Inkubationszeit beträgt bei der Influenza ein bis drei Tage. Eine Ansteckung erfolgt vor allem über Tröpfcheninfektion, allerdings können die Viren auch indirekt über kontaminierte Oberflächen oder Hände übertragen werden.  

Durch regelmäßiges Händewaschen kann daher jeder etwas für den persönlichen und allgemeinen Influenza-Schutz tun.

Influenza-Impfung für Ältere und chronisch Kranke empfohlen

Bei älteren Personen oder Menschen mit einer Grunderkrankung ist die Influenza häufig mit Komplikationen verbunden – manchmal sogar mit einem tödlichen Ausgang. Für diesen Personenkreis wird daher die jährliche Grippeschutzimpfung empfohlen.  

Auch Patienten mit chronischen Erkrankungen, beispielsweise Asthma oder Diabetes, sind anfällig für schwerwiegende Influenza-Komplikationen und sollten geimpft werden. Das gilt ebenfalls für schwangere Frauen.

Die Monate Oktober und November gelten als bester Zeitpunkt für die Influenza-Impfung, doch auch während einer Grippewelle ist die Impfung sinnvoll. Allerdings dauert es zehn bis 14 Tage, bis der Körper eine ausreichende Immunantwort entwickelt hat.  

Da sich Influenza-Viren fortwährend verändern, muss der Impfstoff jedes Jahr neu angepasst werden. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt dazu jährlich eine bestimmte Antigenkombination. Die Effektivität des Impfstoffs kann von Jahr zu Jahr variieren – je nachdem, welche der prognostizierten Virus-Subtypen dann tatsächlich am häufigsten auftreten. Doch selbst wenn eine Person trotz Impfung an Grippe erkrankt, verläuft die Influenza meist milder.

Influenza-Impfstoffe mit und ohne saisonale Stammanpassung

Es wird zwischen Impfstoffen gegen die saisonale Grippe, die jeden Winter auftritt, und nichtsaisonalen Influenza-Impfstoffen unterschieden, die bei drohenden Grippe-Pandemien zum Einsatz kommen.

Die Impfstoffe mit Stammanpassung für die aktuelle Saison schützen gegen drei (trivalent) bzw. vier (tetravalent) Grippevirus-Varianten. Trivalente Vakzinen sind Efluelda 2025/2026, Fluad 2025/2026, Flucelvax 2025/2026, Fluenz 2025/2026, Influsplit 2025/2026, Influvac 2025/2026, Vaxigrip 2025/2026 und Xanaflu 2025/2026.  

Von Efluelda, Influsplit, Influvac, Vaxigrip und Xanaflu gibt es Varianten mit dem Namenszusatz „Tetra“, die jeweils gegen eine weitere Virusvariante Schutz bieten.  

Nichtsaisonale Impfstoffe für etwaige Pandemien sind allesamt tetravalent. Dazu gehören Afluria Tetra, Fluad Tetra, Flucelvax Tetra, Fluenz Tetra, Supemtek Tetra und Vaxigrip Tetra.  

Als Nebenwirkungen können bei der Influenza-Impfung neben lokalen Reaktionen an der Einstichstelle Allgemeinsymptome wie Frösteln, Müdigkeit oder Muskelschmerzen auftreten.

STIKO-Empfehlung zur Influenza-Impfung

  • alle Personen ab 60 Jahren
  • alle Schwangeren ab dem 2. Trimenon, bei erhöhter gesundheitlicher Gefährdung infolge eines Grundleidens ab dem 1. Trimenon
  • Personen mit einem Grundleiden (chronische Erkrankungen, z. B. Asthma, COPD, Herz-Kreislauf-Krankheiten, Diabetes, neurologische Krankheiten wie Multiple Sklerose, Immunschwäche/HIV)
  • Bewohner von Senioren- und/oder Pflegeheimen
  • Personen, die als mögliche Infektionsquelle im selben Haushalt lebende oder von ihnen betreute Risikopersonen gefährden können
  • Personen, die häufigen direkten Kontakt zu z. B. Schweinen, Geflügel sowie Wildvögeln oder Robben haben
  • Personen mit erhöhter Gefährdung, z. B. medizinisches Personal sowie Personen in Einrichtungen mit umfangreichem Publikumsverkehr (auch Apothekenpersonal)
  • Personen, die als mögliche Infektionsquelle für von ihnen betreute Risikopersonen fungieren können

Influenza-Impfschema und -Impfstoffe 

Der Grippeimpfstoff wird einmalig intramuskulär oder subkutan injiziert. Zur Injektion sind in Deutschland ausschließlich Totimpfstoffe, also solche mit inaktivierten Viren oder Virenbestandteilen, gegen Influenza zugelassen.

  • Für Kinder und Jugendliche steht daneben ein abgeschwächter Lebendimpfstoff als Nasenspray zur Verfügung (Fluenz), der einmalig nasal appliziert wird.  
  • Kinder, die erstmalig gegen Grippe geimpft werden, sollten im Abstand von vier Wochen eine zweite Impfdosis erhalten.
  • Für Personen ab 60 Jahren steht der adjuvantierte (wirkverstärkte) Impfstoff Fluad zur Verfügung.

Quellen:
• Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung
• Robert Koch-Institut
• Paul-Ehrlich-Institut
 

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