Sonnenschutz von innen – ist das möglich?

PTAheute-Serie: Sonniges Beratungswissen

Helfen Nahrungsergänzungsmittel beim Schutz vor der Sonne?
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Nahrungsergänzungsmittel, die angeblich die Haut „auf biologische Art“ „von innen“ vor der Sonneneinstrahlung schützen, werden immer wieder beworben. Doch ist es tatsächlich möglich, durch die Einnahme von Tabletten, Kapseln, Pulvern und Co. das lästige Eincremen zu vermeiden?

Ein Inhaltsstoff, der fast in allen entsprechenden Produkten enthalten ist, ist Beta-Carotin. Diese Vitamin-A-Vorstufe soll die Bräunung beschleunigen und die Haut vor der Sonneneinstrahlung schützen. Die meisten Studien konnten diesen sonnenprotektiven Effekt nicht bestätigen, lediglich eine einzige Studie konnte einen leicht positiven Effekt verzeichnen. In dieser Studie wurde den Probanden täglich 20 mg Beta-Carotin über einen Zeitraum von 10 Wochen verabreicht. Als alleiniger Sonnenschutz ist Beta-Carotin daher keinesfalls ausreichend, sondern allenfalls zur Ergänzung geeignet.

Schnellere Bräune durch Carotinoide?

Beta-Carotin lagert sich, wie alle Carotinoide, in den Hautschichten an und verursacht eine orange-bräunliche Färbung. Diese Hautfärbung darf aber nicht mit einer Vorbräunung durch UV-Strahlung verwechselt werden. Anders als die durch Melanin hervorgerufene Sonnenbräune, hat die durch die Farbstoffe verursachte Hautfärbung keinerlei Schutzfunktion.

Kein Beta-Carotin für Raucher!

Bei der Abgabe von beta-carotinhaltigen Nahrungsergänzungsmitteln muss immer nach dem Rauchverhalten der Kunden gefragt werden. Eine Überdosierung kann bei Rauchern die Entstehung von Lungenkrebs begünstigen. Da viele Lebensmittel (z. B. Frühstückscerealien und Süßigkeiten) mit Beta-Carotin angereichert sind, kann diese Überdosierung leicht erreicht werden. Für Raucher sind Mittel mit Beta-Carotin deshalb nicht geeignet.

Antioxidantien als Zellschutz

Beta-Carotin hat, ebenso wie Lycopin und die Vitamine C und E, eine antioxidative Wirkung. Sie können Hautschäden verhindern, indem sie die durch UV-Strahlung ausgelöste Radikalbildung verhindern. Spurenelemente wie Selen und Zink unterstützen den Stoffwechsel und können ebenso helfen, die Regeneration von sonnengeschädigter Haut zu fördern. Auch Calcium spielt eine wichtige Rolle für die Abwehrfunktion der Haut. Antioxidantien sind also nicht als alleiniger Schutz vor UV-Strahlung geeignet, können aber helfen, die Haut gut auf die Reparatur eventuell auftretender Hautschäden vorzubereiten.

Vermeidung von Sonnenallergien

Zur Prävention einer Sonnenallergie ist Beta-Carotin als Arzneimittel zugelassen. Dabei wird die Einnahme von 50 – 200 mg pro Tag beginnend mindestens drei Wochen vor der zu erwartenden erhöhten Sonneneinstrahlung empfohlen. In derselben Indikation kommen auch Calcium (500 – 1500 mg pro Tag beginnend zwei Wochen vorher) und Nicotinamid (600 mg pro Tag beginnend mindestens drei Tage vorher) zum Einsatz. Die Einnahme sollte über die gesamte Zeit der erhöhten Sonneneinstrahlung sowie einige Wochen danach fortgesetzt werden.