Testkäufe helfen die Beratung zu verbessern

Teil 4: Triptane in der Selbstmedikation

Naratriptan ist nicht für Kunden geeignet, die älter als 65 Jahre sind. / Bild: © william87 - Fotolia.com

Die Bundesapothekerkammer (BAK) lässt regelmäßig Testkäufe in Apotheken durchführen. Um Sie dabei zu unterstützen, eine leitliniengerechte Beratungsstruktur in der Apotheke einzuführen oder weiter auszubauen, haben wir die gängigsten „Testkäufe“ für Sie aufgegriffen und geben Tipps, wie Sie leitliniengerecht beraten. Im vierten Teil geht es um einen Kunden, der eine Packung Formigran verlangt.

Formigran, ein Medikament mit dem Wirkstoff Naratiptan, wird zur Behandlung von Migräne eingesetzt. Es wirkt gefäßverengend und hemmt die Freisetzung von schmerz- und entzündungsauslösenden Botenstoffen.

Nicht für Kunden geeignet, die älter als 65 sind

Ein Kunde verlangt eine Packung Formigran mit dem Wirkstoff Naratriptan. Wichtig ist in diesem Fall die Frage, ob das gewünschte Arzneimittel für den Kunden selbst ist. In diesem Fall äußerte der Kunde, selbst etwa Mitte 50, das Präparat solle für seine Mutter sein. Er selbst hat gute Erfahrung mit dem Medikament gemacht und hat es daraufhin seiner Mutter empfohlen. Diese ist jedoch schon älter als 65 Jahre. Aufgrund des Alters ist in diesem Fall keine Selbstmedikation möglich. Zunächst sollte ein Arzt aufgesucht werden, der die Eigendiagnose Migräne bestätigt und dann auch entsprechend weiter behandelt.

Bei nicht-rezeptpflichtigen Triptanen gibt es eine Anwendungsbeschränkung bei Patienten, die älter als 65 Jahre alt sind. Gerade durch die gefäßverengende Wirkung gibt es eine ganze Reihe an Kontraindikationen und Anwendungsbeschränkungen. Daher dürfen Patienten mit Durchblutungsstörungen, Bluthochdruck und koronaren Herzkrankheiten keine Triptane ohne ärztliche Rücksprache einnehmen.

Vorsicht auch bei der Kombination mit Johanniskraut

Bei einigen Arzneimitteln gibt es in Kombination mit Triptanen Interaktionen. Daher muss abgeklärt werden, inwiefern noch andere Arzneimittel eingenommen werden. Auch bei der Kombination mit Johanniskraut kann es Wechselwirkungen geben. Es kann hierbei zu einer Verstärkung der Nebenwirkungen kommen.

Der Wirkstoff Naratriptan wirkt nur, wenn es sich um einen Migräneanfall handelt und hat bei "normalen Kopfschmerzen" keinerlei Wirkung. Zeigt die erste Tablette keine Wirkung, sollte die zweite Tablette gar nicht erst eingenommen werden. Der Kopfschmerz sollte dann mit einer klassischen Schmerztablette behandelt werden und die Diagnose "Migräne" erneut vom Arzt abgeklärt werden. Frühestens vier Stunden nach der Einnahme der ersten Tablette, sollte die Zweite eingenommen werden. Es sollte jedoch nie mehr als 2 Tabletten (5mg Naratriptan) innerhalb von 24 Stunden sein.

Farina Leschke
PTA, Bramsche
onlineredaktion@ptaheute.de