Testkäufe helfen die Beratung zu verbessern

Teil 7: Durchfall durch Magnesium

Wenn man auch bei banalen Erkrankungen nach der Ursache forscht, kann man dem Kunden schnell und langfristig helfen. / Bild: © Syda Productions - Fotolia.com

Die Bundesapothekerkammer (BAK) lässt regelmäßig Testkäufe in Apotheken durchführen. Um Sie dabei zu unterstützen, eine leitliniengerechte Beratungsstruktur in der Apotheke einzuführen oder weiter auszubauen, haben wir die gängigsten „Testkäufe“ für Sie aufgegriffen und geben Tipps, wie Sie leitliniengerecht beraten. Im siebten Teil geht es um die abführende Wirkung von Magnesium.

“Das Mittel muss schnell wirken, ich möchte gleich noch zum Sport!”

Der Kunde benötigt ein schnell wirksames Durchfallmittel, da er gleich noch am Kurs im Fitnessstudio teilnehmen möchte. Er fühlt sich nicht schlapp und hat sonst keinerlei Beschwerden. Im Beratungsgespräch schildert er, schon etwas länger Probleme mit weichem Stuhl zu haben.

Motilitätsförderne Arzneimittel

Einige Arzneimittel können Durchfall auslösen. Dazu gehören unter anderem:

  • Antibiotika
  • Zytostatika
  • Antiemetika
  • Lipidsenker
  • ACE-Hemmer
  • Antimykotika
  • Biphosphonate
  • Antidepressiva

Die Frage nach anderen, regelmäßig eingenommenen Medikamenten verneint er. Ihm wurde jedoch vom Trainer dazu geraten, regelmäßig nach dem Sport hochdosiertes Magnesium zur Muskelregeneration einzunehmen.

Warum Magnesium nach dem Sport?

Durch die erhöhte Muskelaktivität und starkes Schwitzen verliert der Körper beim Sport Magnesium. Um die Muskelfunktion und Leistung langfristig zu erhalten, sollten Sportler deshalb den entstandenen Magnesium- und Flüssigkeitsverlust nach dem Sport ausgleichen. Magnesiummangel äußert sich zum Beispiel durch vermehrte Muskelzuckungen und Muskelkrämpfe. Außerdem steigt die Anfälligkeit für Muskelverspannungen und Muskelfaserrisse sowie Zerrungen. Zu Beginn der Einnahme von Magnesium kann es gelegentlich zu weichem Stuhl bis hin zu Durchfall kommen, was unbedenklich ist und wieder abklingt. Es ist jedoch ein Anzeichen dafür, dass die Aufnahmekapazität für Magnesium im Darm erreicht ist. Die Magnesiumdosis sollte daher zunächst reduziert werden.

Selbstmedikation möglich

Um die Symptome schnell zu lindern, kann ihm ein entsprechend schnell wirksames Mittel, zum Beispiel mit dem Wirkstoff Lopermid oder aber auch Racecadotril mitgegeben werden. Er soll außerdem darauf achten, ausreichend Flüssigkeit zu sich zu nehmen.

Farina Leschke
PTA, Bramsche
onlineredaktion@ptaheute.de