Corona-News des Tages
Corona-Pandemie
26 min merken gemerkt Artikel drucken

Corona-News des Tages: Meldungen vom 04. bis 08.05.2020

3D-Animation in Blau und Rot eines Coronavirus
Bild: artegorov3@gmail / AdobeStock

Montag, den 04.05.2020

Heinsberg-Studie: Jede fünfte Corona-Infektion verläuft ohne Symptome

Nach einer Karnevalsfeier hatte sich der in Nordrhein-Westfalen gelegene Kreis Heinsberg zu einem Hotspot der Coronavirus-Epidemie in Deutschland entwickelt. Die darauf folgenden strikten Kontaktbeschränkungen machen den Ort zu einem wertvollen Forschungsobjekt für Epidemiologen. Jetzt liegen die Ergebnisse der sogenannten Heinsberg-Studie vor.

Demnach fand das Team um den Virologen Professor Hendrik Streeck von der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn heraus, dass sich etwa 15,5 Prozent der Studienteilnehmer offenbar mit dem neuartigen Coronavirus infiziert hatten. „Das sind fünfmal mehr Menschen als aus den offiziellen Zahlen (3,1 Prozent) für diese Gruppe hervorgeht“, fassen die Wissenschaftler zusammen. Mehr als jede fünfte Infektion (22,2 Prozent) verlief demnach asymptomatisch. Alter und Geschlecht wirkten sich nicht auf das Risiko aus, sich mit dem Erreger anzustecken.

Auch die Einnahme von Ibuprofen, ACE-Hemmern oder Sartanen war den Autoren zufolge nicht signifikant mit einer erhöhten Infektionsrate oder der Zahl der Symptome bei Infizierten assoziiert. Deutliche Unterschiede zeigten sich jedoch zwischen denjenigen, die an einer Karnevalssitzung teilgenommen hatten (Infektionsrate 21,3 Prozent), und jenen, die den Feierlichkeiten fern geblieben waren (9,3 Prozent). Quelle: daz.online/chm 

Experten befürchten Anstieg psychischer Erkrankungen

Psychotherapeuten befürchten durch Versorgungsengpässe in der Corona-Krise eine Welle psychischer Erkrankungen. Psychisch Kranke, Einsame, alte Menschen, Familien und Kinder - viele seien durch die Belastungen der Corona-Maßnahmen am Ende ihrer Kräfte, teilte das Deutsche Psychotherapeuten Netzwerk (DPNW) am Montag mit. Während ein größeres Behandlungsangebot notwendig sei, falle etwa die Hälfte aller Therapien bei den niedergelassenen Psychotherapeuten aus: Gruppentherapien und Einzelsitzungen seien nicht mehr möglich, und viele Patienten und Therapeuten gehörten der Risikogruppe an.

Die psychischen Folgen durch das Virus müssten genauso ernst genommen werden wie die medizinischen Herausforderungen, appellierte der Vorsitzende des Berufsverbands Dieter Adler an die Politik: „Machen sie jetzt den Weg frei für die maximale Versorgung mit psychischen Hilfsangeboten, damit wir nach der Krise nicht körperlich gesunde, aber gemütskranke Menschen in Deutschland haben.“

Helfen würde eine fernmündliche oder videobasierte Beratung. Diese werde aber nur in geringem Maße von den Krankenkassen bezahlt. Das müsse sofort geändert werden. Problematisch sei auch, dass Therapien in vielen Kliniken nicht beginnen könnten, weil Betten für Viruserkrankte frei gehalten würden. Quelle: dpa/sn 

Antikörpertest von Roche schon ab Mai verfügbar

Noch im Mai will das Pharmaunternehmen Roche einen neuen Test auf Antikörper gegen das neuartige Coronavirus an Gesundheitseinrichtungen in Deutschland ausliefern. Das vereinbarte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) und das Unternehmen am heutigen Montag im oberbayerischen Penzberg. „Der neue Test ist eine wichtige neue Wegmarke im Kampf gegen das Virus“, sagte Spahn. Drei Millionen Tests sollten noch im Mai ausgeliefert werden, für die dann kommenden Monate seien je fünf Millionen Tests zur Auslieferung nach Deutschland vereinbart.

„Antikörpertests helfen uns, zu wissen, wer eine Corona-Infektion schon durchgemacht hat. So gewinnen wir Erkenntnisse über das tatsächliche Ausbruchsgeschehen“, sagte Spahn. Sobald gesicherte Erkenntnisse über eine mögliche Immunität nach durchgemachter Infektion vorlägen, würden die Tests noch größere Bedeutung gewinnen.

Der Test hat den Angaben zufolge eine Sensitivität von 100 Prozent und eine Spezifität von 99,8 Prozent. Erstere gibt den Prozentsatz der Betroffenen an, bei denen die Infektion tatsächlich erkannt wird. Letztere sagt aus, wie viele Gesunde von dem Test auch tatsächlich als gesund erkannt werden. Christoph Franz, Verwaltungsratspräsident von Roche, sprach von einem völlig „neuen Qualitätsniveau“. Quelle:dpa/sn 

Möglicherweise bereits 1,8 Millionen Menschen in Deutschland infiziert

In Deutschland könnten sich nach Ergebnissen der sogenannten Heinsberg-Studie mittlerweile möglicherweise 1,8 Millionen Menschen mit dem Coronavirus infiziert haben. Dies ergebe eine Schätzung auf der Grundlage einer Modellrechnung, teilte die Universität Bonn am heutigen Montag mit. Die Forscher um den Virologen Hendrik Streeck zogen für ihre Schätzung die Dunkelziffer der Infizierten in der untersuchten Gemeinde Gangelt im Kreis Heinsberg und die dort errechnete Sterblichkeitsrate bei einer Corona-Infektion heran. Daraus errechneten sie eine theoretische Zahl für Deutschland.

Ein Forscher-Team um Streeck hatte in der Ortschaft 919 Einwohner in 415 Haushalten befragt und Corona-Tests vorgenommen. In dem Ort hatten sich nach einer Karnevalssitzung Mitte Februar viele Bürger mit dem neuartigen Virus infiziert. Die Gemeinde gilt daher als Epizentrum des Virus. Die Situation ist nur bedingt vergleichbar mit anderen Regionen Deutschlands. Darauf weisen die Forscher in ihrer Studie auch hin. Quelle: dpa/sn 

Roche darf Coronavirus-Antikörpertest vertreiben

Das Schweizer Pharmaunternehmen Roche kann einen Test auf Antikörper gegen das neuartige Coronavirus auf den Markt bringen. „Das ist jetzt einsatzfähig“, sagte Christoph Franz, Verwaltungsratspräsident von Roche, am Montagmorgen in Gabor Steingarts „Das Morning Briefing“. Roche hat nach eigenen Angaben eine Notfallgenehmigung der US-Gesundheitsbehörde FDA für den Test bekommen. Diese ist einem Sprecher zufolge für alle Länder gültig, die die CE-Kennzeichnung für Produkte akzeptieren. Das seien unter anderem alle Länder innerhalb der Europäischen Union. Der Konzernsprecher macht allerdings deutlich: „Das ist kein Test für den Hausgebrauch.“ Quelle: daz.online/dpa/br 

Weltweite Milliarden-Sammlung für Corona-Impfstoff startet

Schnellstmöglich ein Corona-Impfstoff für alle: In einem weltweiten Kraftakt sollen am heutigen Montag 7,5 Milliarden Euro für die Entwicklung von Mitteln gegen das neuartige Virus gesammelt werden, die dann alle Länder zu fairen Preisen bekommen sollen. Bundeskanzlerin Angela Merkel sagte vor einer Online-Geberkonferenz in Brüssel einen „deutlichen finanziellen Beitrag“ aus Deutschland zu. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur geht es um einen dreistelligen MillionenbetragQuelle: dpa/bro 

Viele schwer COVID-19-Erkrankte werden erfolgreich therapiert

Auch Menschen mit schweren COVID-19-Verläufen können wieder vollständig genesen. Dies belegen Daten des Deutschen Intensivregisters. Rund 70 Prozent der Patienten auf Intensivstationen verlassen diese wieder auf dem Weg der Besserung. Quelle: daz.online/ms 


Zurück