Klimaschutz als Wettbewerb: Ein Projekt für das Gesundheitswesen

Das Projekt Klimaretter-Lebensretter setzt sich für den Klimaschutz ein – auch in der Apotheke.
Bild: Marc Hugger/Screenshot klimaretter-lebensretter.co2-app.de/de

Babyfreundlich, familienfreundlich, tierfreundlich – unter diesen Attributen sind Apotheken bereits bekannt. Eine weitere Besonderheit für die Positionierung im Markt könnte künftig auch die Bezeichnung „klimafreundlich“ werden. Um Klimaschutz in der Apotheke zu etablieren, stellen wir Ihnen hier das Projekt Klimaretter-Lebensretter vor und verraten, wie sich PTA dafür einsetzen können.  

Gemeinsam CO2 sparen – gemäß diesem Prinzip können Unternehmen beim Projekt Klimaretter-Lebensretter Verantwortung übernehmen und ein Zeichen für den Klimaschutz setzen. Das eigens für die Gesundheitsbranche entwickelte Projekt basiert auf der Umsetzung vieler kleiner Maßnahmen durch die Beschäftigten eines Unternehmens und soll durch seinen Wettbewerbscharakter gleichzeitig zum Durchhalten und Weitermachen anregen.

Für öffentliche Apotheken geeignet

 „Aktuell nehmen über 65 Einrichtungen und Unternehmen des Gesundheitswesens am Projekt teil, unter anderem sechs Unikliniken, Novartis Deutschland, DAK-Gesundheit und Springer“, so Projektleiter Markus Loh. „Zusammen haben wir schon mehr als 255.000 kg CO2 vermieden, mit ganz einfachen Aktionen, die keinen Mehraufwand verlangen und auch keinerlei Investitionen.“ Damit sei das Projekt auch für kleinere Unternehmen wie öffentliche Apotheken geeignet.

Wie funktioniert‘s?

Nach Anmeldung des Unternehmens können alle Mitarbeiter mittels „Klimaretter-Tool“ individuelle Maßnahmen festlegen, die sie für den Klimaschutz umsetzen möchten. Zur Auswahl stehen z. B. vegane oder vegetarische Ernährung, das Bilden von Fahrgemeinschaften, das Waschen der Hände mit ausschließlich kaltem Wasser oder die Verwendung von Recyclingpapier.

Je nach Umfang, in dem diese Maßnahmen durchgeführt werden, wird die CO2-Ersparnis berechnet und einem CO2-Sparkonto gutgeschrieben. Die erzielten Einsparungen werden anschließend in einer Rangfolge aufgelistet. So können die Teilnehmer einzeln oder gruppenweise in den spielerischen Wettkampf eintreten. Darüber hinaus können sich auch die Unternehmen untereinander vergleichen und so ihre CO2-Ersparnisse bestmöglich steigern.

Weitere Vorteile

Neben der Sensibilisierung der Mitarbeiter für den Klimaschutz und der Einsparung von Energiekosten, soll das Projekt laut Loh noch weitere Vorteile bringen: Durch den spielerischen Ansatz des Klimaretter-Tools entstehe bei den Beschäftigten eine „Challenge ums CO2 vermeiden“. Diese diene – zusammen mit dem gemeinsamen Einsatz fürs Klima – dem Teambuilding.  Zudem  könne das Projekt auch genutzt werden, um die Präsentation des Unternehmens in der Öffentlichkeit zu optimieren.

Auszeichnung zum Klimaretter

Im Rahmen des Projekts verleiht die Stiftung viamedica  zweimal jährlich den Klimaretter-Award. Mit dieser Urkunde werden im Rahmen einer zentralen Veranstaltung die besten Klimaretter und die besten Unternehmen innerhalb des Projektes gekürt. Darüber hinaus können teilnehmende Unternehmen auch firmenintern die engagiertesten Mitarbeiter auszeichnen und damit ein Zeichen für den Klimaschutz setzen. 

Über das Projekt

Klimaretter-Lebensretter ist ein Projekt der gemeinnützigen Stiftung viamedica und wird vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) im Rahmen der Nationalen Klimaschutzinitiative gefördert. Die Stiftung viamedica wurde 2002 vom Umweltpreisträger und Hygieniker Prof. Dr. Franz Daschner gegründet und setzt sich seitdem für Umweltschutz und Nachhaltigkeit im Gesundheitswesen ein.

Nadine Y. Sprecher
Apothekerin, Redakteurin PTAheute.de
onlineredaktion@ptaheute.de