Aktuelle Kurzmeldungen zur Corona-Pandemie

Woche vom 06. bis 10.07.2020

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Corona-Spürhunde in Ausbildung, Remdesivir wird generisch und die USA treten aus der WHO aus – was es diese Woche in Sachen Corona-Krise Neues gibt, erfahren Sie hier. Wir fassen laufend die wichtigsten Meldungen zum Thema für Sie zusammen.

Freitag, den 10.07.2020

So bekommen Apotheken die Corona-Botendienstpauschale

Der Deutsche Apothekerverband und der GKV-Spitzenverband haben sich geeinigt, wie die Botendienstpauschale in Höhe von 250 Euro künftig in die Apotheken kommen soll. Die Lösung ist durchaus unkompliziert, kommt aber erst Ende September.

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Quelle: PTAheute.de / cn

Wieder Corona-Rekord in USA: Mehr als 63 000 neue Fälle

Die Zahl der Corona-Neuinfektionen in den USA hat wieder einen neuen Höchststand erreicht. Binnen 24 Stunden gab es rund 63.200 neue Fälle, wie aus Zahlen der Johns-Hopkins-Universität in Baltimore am Freitagmorgen hervorgeht. In dem Land mit rund 330 Millionen Einwohnern haben sich demnach bislang mehr als 3,1 Millionen Menschen (Stand: 9.7.) nachweislich mit Sars-CoV-2 infiziert. Rund 133.000 Menschen starben an oder mit dem Virus.

Die Zahl der Neuansteckungen in den USA ist seit Mitte Juni im Zuge der Lockerung der Corona-Auflagen dramatisch gestiegen - vor allem im Süden und Westen des Landes. Zuletzt hatte die Universität am Mittwoch mit rund 60.000 Fällen binnen eines Tages einen Rekord verzeichnet.

Quelle: dpa / cn

Alle Corona-Tests in Koblenzer Studentenwohnheimen negativ

Aufatmen in Koblenz: Die zahlreichen neuen Corona-Tests bei Bewohnern mehrerer Studentenwohnheime nach drei bestätigten Fällen sind alle negativ ausgefallen. „Die Quarantänemaßnahmen werden aufgehoben“, teilte die Stadt Koblenz in Rheinland-Pfalz am Freitag mit. Laut dem Kreis Mayen-Koblenz waren bei 281 Menschen Abstriche genommen worden. „Eine Kontaktperson aus Koblenz, welche allerdings nicht in einem der Wohnheime lebt, ist ebenfalls infiziert“, teilte die Kreisverwaltung weiter mit. Drei Wohnheime waren am Mittwoch nach Corona-Fällen unter Quarantäne gestellt worden. Zuvor hatten drei Bewohner Symptome gespürt und waren ins Krankenhaus gegangen. Ein Schnelltest am Dienstagabend war positiv. Daraufhin wurden Kontaktpersonen getestet.

Quelle: dpa / cn

COVID-19-Impfstoffe: ein Kandidat in Phase 3, zweiter folgt

Mittlerweile werden weltweit 19 Impfstoffkandidaten gegen das neuartige Coronavirus am Menschen getestet. Als erster konnte AZD1222 aus Oxford die klinische Phase 3 erklimmen. Ihm folgt nun CoronaVac von Sinovac LS. Die brasilianische Arzneimittelbehörde Anvisa hat die Genehmigung zum Beginn der Studie erteilt. Die Rekrutierung der fast 9.000 Teilnehmer aus Kreisen der Gesundheitsberufe soll in diesem Monat losgehen. Mehr erfahren Sie bei den Kollegen von DAZ.online.

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Quelle: DAZ.online / hb

Donnerstag, den 09.07.2020

442 registrierte Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Deutschland

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) zufolge 442 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages gemeldet. Damit waren seit Beginn der Corona-Krise mindestens 197.783 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert, wie das RKI am Donnerstagmorgen meldete (Datenstand 9.7., 0.00 Uhr). In Deutschland starben nach RKI-Angaben 9.048 mit dem Virus infizierte Menschen - das bedeutet ein Plus von 12 im Vergleich zum Vortag. Bis Donnerstagmorgen hatten etwa 183.600 Menschen die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen mit Datenstand 8.7., 0.00 Uhr, bei 0,70 (Vortag: 0,81). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel etwas weniger als einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

Seit Mitte Mai gibt das RKI zudem ein sogenanntes Sieben-Tage-R an. Es bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen lag dieser Wert mit Datenstand 8.7., 0.00 Uhr, bei 0,83 (Vortag: 0,84). Er zeigt das Infektionsgeschehen von vor 8 bis 16 Tagen.

Quelle: dpa / cn

Spahn: Maskenpflicht „lieber drei Wochen zu spät“ aufheben

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat erneut vor zu frühen Lockerungen beim Tragen von Alltagsmasken in der Corona-Krise gewarnt. Um das Risiko zu reduzieren, gebe es in bestimmten Situationen eine Maskenpflicht, sagte der CDU-Politiker am Mittwochabend in Berlin bei einer Online-Diskussion. Dafür gelte aus seiner Sicht: „Lieber drei Wochen zu spät aufgehoben als drei Wochen zu früh.“ Masken zu tragen sei nicht immer angenehm, es sei aber im Vergleich zu anderen Beschränkungen ein „relatives mildes Mittel“. Wichtig sei dies vor allem, wenn Abstände nicht einzuhalten seien wie etwa im öffentlichen Nahverkehr oder beim Einkaufen.

Spahn rief mit Blick auf Herbst und Winter allgemein dazu auf, sich gegen Grippe impfen zu lassen - dies soll auch einem Zusammentreffen mit einem möglichen Wiederanstieg von Corona-Infektionen vorbeugen. In Praxen werde es dann erneut darauf ankommen, Patienten mit Erkältungssymptomen vom regulären Betrieb trennen zu können, erklärte Spahn. Bei der Versorgung mit Schutzmasken sei er optimistisch, dass es in den nächsten Monaten nicht erneut zu Engpässen kommen werde. Spahn wies erneut Spekulationen über eine mögliche Corona-Impfpflicht zurück, falls demnächst ein Impfstoff vorhanden sein sollte.

Quelle: dpa / cn

 

Tokio verzeichnet höchste Tageszahl an Coronafällen seit Ausbruch

Japans Hauptstadt Tokio hat den höchsten Wert an Corona-Neuinfektionen binnen 24 Stunden seit Ausbruch der Pandemie gemeldet. Die Stadtregierung bestätigte am Donnerstag 224 neue Infektionsfälle, wie der Fernsehsender NHK berichtete. Die Zahl der Infizierten war seit der Aufhebung des landesweiten Corona-Notstandes am 25. Mai wieder gestiegen. Japan hatte den Notstand aufgehoben, da die Krise so gut wie unter Kontrolle gebracht worden sei, hieß es damals. Die wieder steigende Zahl der Neuinfektionen schürt die Sorge vor einer zweiten Infektionswelle. Seit Ausbruch der Corona-Pandemie gab es in Japan bisher mehr als 21.100 bestätigte Infektionsfälle, 995 Menschen starben, wie der staatliche Sender NHK weiter berichtete.

Quelle: dpa / cn

 

Corona-Ausnahmen für Hilfsmittel teilweise verlängert

Der GKV-Spitzenverband hatte aufgrund der Corona-Pandemie die Versorgung mit Hilfsmitteln ohne persönlichen Kontakt und ohne Unterschrift des Versicherten empfohlen. Diese Regelung wurde nun bis zum 30. September verlängert. Doch andere coronabedingten Ausnahmen gelten seit dem 1. Juli nicht mehr. Welche das sind, lesen Sie hier.

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Mittwoch, den 08.07.2020

Corona-Pass für reisende Dänen

Touristen aus Dänemark haben von nun an die Möglichkeit, sich vor der Abreise eine coronafreie Gesundheit bescheinigen zu lassen. Mit Hilfe eines sogenannten COVID-19-Passes sollen die Dänen für den Fall gewappnet sein, wenn sie auf Reisen ins Ausland einen negativen Corona-Test vorweisen müssen, um zum Beispiel einer Quarantäne nach der Einreise aus dem Weg zu gehen. Wie das dänische Gesundheitsministerium am Mittwoch mitteilte, ist es möglich, sich vor der Abreise aus Dänemark in einem Zentrum testen zu lassen, um eine entsprechende offizielle Dokumentation auf Reisen bei sich haben zu können.

Die Möglichkeit zum kostenfreien Corona-Test gibt es in Dänemark bereits seit Mitte Mai. Auch der digitale COVID-19-Pass ist nach Ministeriumsangaben kostenlos. Die Dänen können sich den Pass in ihren online einsehbaren Gesundheitsdaten herunterladen und ausdrucken, sofern das Testergebnis negativ ausgefallen und nicht älter als sieben Tage ist.

Quelle:dpa/sn

BfArM hebt Regeln für Hydroxychloroquin auf

Im April „beschränkte“ das BfArM Hydroxychloroquin, massiver Off-Label-Gebrauch sollte dadurch verhindert werden. Damals war die Hoffnung, Hydroxychoroquin könnte bei COVID-19 helfen. Nun hebt die Behörde die Regeln wieder auf, da eine ausreichende Menge an Hydroxychloroquin-haltigen Arzneimitteln für ärztliche Verschreibungen gemäß den zugelassenen Indikationen verfügbar ist.

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Quelle: daz.online / cm

Immun oder nicht immun? Das ist hier die Frage

Wer eine Infektion mit SARS-CoV-2 durchgemacht hat, könnte anschließend vor einer erneuten Ansteckung geschützt sein. Soweit die Hoffnung. Doch scheint zumindest bei leichten Verläufen diese Theorie nicht ganz aufzugehen. Denn verschiedene Untersuchungen fanden nach mäßig ausgeprägten Infektionen schon nach kurzer Zeit keine Antikörper mehr im Blut.

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Quelle: dpa/sn

Wird die Luftübertragung von Coronaviren unterschätzt?

Rund 240 Wissenschaftler hatten Anfang der Woche ein Schreiben in einer Fachzeitschrift veröffentlicht. Sie werfen darin Gesundheitsbehörden, darunter der Weltgesundheitsorganisation (WHO), vor, in ihren Empfehlungen das Ansteckungsrisiko durch Aerosole in der Luft zu vernachlässigen. „Wir sollten genauso viel Betonung auf Masken und Belüftung legen wie auf das Händewaschen“, sagte eine beteiligte Forscherin, die Aerosol-Expertin Linsey Marr, der „New York Times“. „Soweit wir das beurteilen können, ist das genauso wichtig, wenn nicht sogar wichtiger.“

Studien ließen kaum Zweifel daran, so schreiben die Wissenschaftler weiter, dass Sars-CoV-2 sich genauso wie bereits erforschte verwandte Viren durch Atmen und Sprechen in winzigsten Tröpfchen in der Luft verteile. Besonders volle, unzureichend durchlüftete Räume, in denen Menschen sich lange aufhalten, seien demnach ein Risiko. Die Übertragung über Aerosole sei die einzige Erklärung für mehrere Ausbrüche, bei denen einzelne Infizierte viele Menschen ansteckten – teils trotz Einhaltung der Hygieneregeln, die die Ansteckung durch größere Tröpfchen oder im direkten Kontakt verhindern sollten.

Die Experten empfehlen deshalb neben der Vermeidung von hoher Menschendichte, etwa in öffentlichen Gebäuden, Schulen, Arbeitsplätzen oder Krankenhäusern vor allem auf Durchlüftung mit frischer Außenluft zu achten. Auch hocheffiziente Luftfilter oder UV-Lampen, die Erreger abtöten, sollten genutzt werden.

Die WHO reagierte sehr zurückhaltend auf den Vorstoß der Experten. Die WHO sei aufgeschlossen gegenüber neuen Datenlagen in diesem Feld, müsse aber sehr behutsam vorgehen, bevor sie Schlüsse ziehe, sagte die WHO-Expertin Benedetta Allegranzi auf einer Pressekonferenz am Dienstagabend in Genf.

Quelle: dpa/sn

USA treten aus Weltgesundheitsorganisation aus

Die USA haben ihren Austritt aus der Weltgesundheitsorganisation (WHO) offiziell angekündigt. Die Ankündigung, die am 6. Juli 2021 wirksam werde, sei bei UN-Generalsekretär António Guterres eingereicht worden, sagte ein hoher Regierungsbeamter am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur in Washington. 

US-Präsident Donald Trump hatte die WHO-Beiträge bereits im April eingefroren und damit international Kritik auf sich gezogen. Die USA waren bislang wichtigster Geldgeber der Organisation. In diesem Jahr sollten die Beiträge eigentlich knapp 116 Millionen Dollar betragen.

Trumps Entscheidung, die Zusammenarbeit mit der WHO mitten in der Corona-Krise zu beenden, hatte schon bei der Ankündigung im Mai weltweit Kritik ausgelöst. Trump macht der WHO schwere Vorwürfe im Umgang mit der Pandemie: Er beschuldigt die UN-Sonderorganisation, zu spät über die Gefahr des Coronavirus informiert zu haben und unter der Kontrolle der chinesischen Regierung zu stehen.

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Quelle: dpa/sn

Ab September mehr Masken Made in Germany

Von September an soll Deutschland in der Lage sein, innerhalb eines Jahres 2,5 Milliarden zusätzliche Masken zu produzieren. Das teilte das Bundeswirtschaftsministerium in Berlin auf Anfrage der „Rheinischen Post“ (Mittwoch) mit. Bis Ende Juni 2021 sollen Produzenten in Deutschland bis zu sieben Milliarden Masken jährlich in zertifizierter Qualität zusätzlich herstellen können. Dazu zählen dem Bericht zufolge FFP2, FFP3 und medizinische Gesichtsmasken.

Das Wirtschaftsministerium investiere dafür 60 Millionen Euro an Fördermitteln, hieß es weiter. Gefördert werden laut Bericht zudem Anlagen, die das sogenannte Filtervlies für die Masken produzieren, durch das Viren abgehalten werden. Zu den aktuellen Produktionskapazitäten in Deutschland machte das Ministerium aber demnach keine Angaben.

Quelle: dpa/sn

Dienstag, den 07.07.2020

Remdesivir wird generisch

Um die Produktionskapazitäten für sein COVID-19-Medikament Remdesivir auszuweiten, kooperiert der Hersteller Gilead jetzt mit neun Generika-Herstellern in Indien, Pakistan und Ägypten. Ziel ist es, das Mittel auch in weniger wohlhabenden Ländern zu einem erschwinglichen Preis anbieten zu können.

Zu welchen Konditionen Remdesivir in Deutschland erhältlich sein wird, ist noch nicht geklärt. Laut eines Gilead-Sprechers ist ein Betrag ähnlich den USA geplant (2.340 US-Dollar, rund 2.000 Euro). Doch Vize-Fraktionsvorsitzende der SPD im Bundestag, Bärbel Bas,fordert Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) auf, sich um eine deutsche Lizenz für die Remdesivir-Produktion zu bemühen. Sollte eine Lizenzvereinbarung nicht gelingen, müsse geprüft werden, ob das Patent auf Basis des Bevölkerungsschutzgesetzes aufgehoben werden kann.

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Quelle:daz.online/crm/sn

AHA-Formel: Aufklärungskampagne des BMG

In einer Kampagne des Bundesministeriums für Gesundheit (BMG) wird auf die wesentlichen Präventionsmaßnahmen in der Coronapandemie hingewiesen. Denn anders als einige denken mögen, ist diese noch nicht vorbei! Mit der AHA-Formel sollen die drei Grundregeln in Erinnerung gerufen werden:

  • A: Abstand wahren
  • H: Hygiene beachten
  • A: Alltagsmaske tragen

Quelle: BMG/sn

mRNA-Impfstoffe: Mögliche Nebenwirkungen noch unklar

Im Rennen um sogenannte mRNA-Impfstoffe gegen das Coronavirus gibt es derzeit noch kaum Informationen über mögliche Nebenwirkungen. Da es noch keinen zugelassenen mRNA-Impfstoff für Menschen gebe, sei die Frage nach Nebenwirkungen eine der ganz wichtigen, die jetzt mit den laufenden klinischen Prüfungen geklärt werde, hieß es vom Paul-Ehrlich-Institut (PEI), das unter anderem für die Genehmigung von Arzneimitteln zuständig ist.

Eine Phase-1-Studie mit einem mRNA-Impfstoff wird derzeit etwa beim Tübinger Unternehmen Curevac durchgeführt. mRNA ist eine Art Botenmolekül, in dem die Bauanleitung zur Herstellung von Proteinen steckt. Für ihren Impfstoff haben die Curevac-Forscher mRNA mit der Bauanleitung für ein Protein der Hülle des Coronavirus versehen. Nach einer Impfung bilden die menschlichen Zellen dieses Protein. Der Körper erkennt es als fremd und beginnt, Antikörper sowie Abwehrstoffe dagegen zu bilden.

Auf mRNA setzen die Entwickler bei Corona, weil dafür nicht wie sonst die Viren selbst zur Herstellung des Impfstoffs benötigt werden, sondern nur deren genetische Information. Das soll es ermöglichen, Impfstoffe in beispielloser Geschwindigkeit bereitzustellen.

Quelle:dpa/sn

Die Maskenpflicht bleibt

Erst galt eine Maskenpflicht als überflüssig zur Bekämpfung der Corona-Pandemie. Inzwischen wird sie als wichtiges Instrument angesehen, um eine zweite Infektionswelle zu verhindern. Nach einer Debatte über eine Aufhebung der Pflicht gibt es nun einen Beschluss: Die Maskenpflicht gilt vorerst weiter. Das haben die 16 Gesundheitsminister der Länder am Montag vereinbart, wie die Deutsche Presse-Agentur nach einer Schaltkonferenz der Länderressortchefs mit Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) aus Teilnehmerkreisen erfuhr. Zur Begründung hieß es, es dürfe nicht der falsche Eindruck entstehen, die Pandemie sei vorbei. Zuvor hatte auch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) einer Aufhebung der Maskenpflicht in Geschäften eine klare Absage erteilt - mit Unterstützung der Parteiführungen von CDU, CSU und SPD.

Quelle: dpa/sn

Montag, den 06.07.2020

Langzeitstudie zu Corona-Ansteckungsgefahr bei Kindern startet

Eine flächendeckende Langzeitstudie in Bayern soll die Corona-Ansteckungsgefahr bei Kindern klären helfen. „Bei der Bewältigung der Corona-Pandemie setzen wir auf die Strategie der Umsicht und Vorsicht. Die Infektiosität von Kindern ist dabei eine der Schlüsselfragen“, sagte Ministerpräsident Markus Söder (CSU) am Montag bei der Vorstellung des Forschungsprojekts „COVID Kids Bavaria“ in München. Sechs Universitätskinderkliniken begleiten bis voraussichtlich Januar 2021 die Öffnung von Schulen und Kinderbetreuungseinrichtungen im Freistaat wissenschaftlich.

Für den Betrieb von Krippen, Schulen und Kitas sei die Klärung der Frage, ob in diesen Einrichtungen die Gefahr einer unkontrollierten Ausbreitung des Coronavirus bestehe, von großer Bedeutung, hieß es. Außerdem soll die Studie Aufschluss über die Auswirkungen der Pandemie auf die allgemeine Kindergesundheit geben. „Ich erhoffe mir von dieser Studie ein weiteres, großes Puzzlestück im COVID-19-Bild“, sagte Bayerns Wissenschaftsminister Bernd Sibler (CSU).

Über die Corona-Ansteckungsgefahr bei Kindern und ihren Einfluss auf die Ausbreitung des Virus ist noch recht wenig bekannt. Einige Analysen weisen darauf hin, dass sie das Virus seltener an andere Menschen weitergeben als Erwachsene und nicht zu den Hauptträgern der Ausbreitungswelle gehören. Es gibt aber auch Analysen, die in eine gegenteilige Richtung weisen.

Quelle:dpa

Merkel: Maskenpflicht bleibt unverzichtbar

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) lehnt die seit dem Wochenende diskutierte Abschaffung der coronabedingt eingeführten Maskenpflicht in Geschäften strikt ab. „Überall dort, wo im öffentlichen Leben der Mindestabstand nicht gewährleistet sein kann, sind Masken ein wichtiges und aus heutiger Sicht auch weiter unverzichtbares Mittel“, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert am Montag in Berlin. Dies sei nötig, „um die Infektionszahlen niedrig zu halten und um unsere Mitmenschen und uns selbst zu schützen“.

„Also: Ob im Bus, in der U-Bahn oder im Einzelhandel soll es bei der Pflicht bleiben, Masken zu tragen.“ Das sei gerade jetzt in der Sommerferienzeit wichtig, erklärte Seibert. „Auch Regionen, die womöglich jetzt sehr geringe Fallzahlen hatten, bekommen nun Zulauf aus anderen Teilen des Landes.“ Die neue Mobilität sei zu begrüßen. „Aber sie muss einhergehen mit der Beachtung der Regeln, die uns bisher in den vergangenen Monaten im Kampf gegen diese Pandemie so gut gedient haben, nämlich Abstand, Hygieneregeln und eben da, wo es nötig ist, Maskenpflicht.“

Quelle: dpa/sn

Pharmazieräte stellen Schutzmaßnahmenkatalog zusammen

Die Arbeitsgemeinschaft der Pharmazieräte Deutschland (APD) hat praxisgerechte Schutzmaßnahmen für Apothekenräume und das Apothekenpersonal erstellt. Demnach sollen unter anderem Plexiglaswände am HV montiert und Desinfektionsmittel für Kunden bereitgestellt werden. Außerdem sollen regelmäßig die Betriebsräume gelüftet und Oberflächen desinfiziert werden. Approbierte Mitarbeiter sollen getrennt eingesetzt und alle Bestandteile zur Eigenherstellung von Desinfektionsmittel in größeren Mengen vorrätig gehalten werden.

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Quelle: daz.online/hf

75-Millionen-Euro-Darlehen für Curevac

Die Europäische Kommission stellt der Tübinger Firma Curevac 75 Millionen Euro zur Entwicklung von Impfstoffen insbesondere gegen das Coronavirus zur Verfügung. Wie Curevac am Montag mitteilte, haben das Biopharma-Unternehmen und die Europäische Investitionsbank ein entsprechendes Darlehen vereinbart. Curevac forscht seit Januar an einem Corona-Impfstoff und hat im Juni die erste klinische Studie an Menschen begonnen.

Den Angaben nach ist die Förderung auch für die Fertigstellung einer vierten Produktionsstätte des Unternehmens in Tübingen bestimmt. Das Geld wird in drei Tranchen von je 25 Millionen Euro jeweils nach Erreichen vorab festgelegter Etappenziele bereitgestellt.

Bereits im März hatte Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen die finanzielle Unterstützung für das Unternehmen versprochen, damals aber noch eine Fördersumme von 80 Millionen Euro angekündigt.

Quelle:dpa/sn

Rostock: Mediziner fordern Beibehaltung der Maskenpflicht

In der Diskussion um ein Ende der coronabedingten Maskenpflicht im Handel hat sich der Rostocker Infektiologe Emil Reisinger für eine Beibehaltung der bisher geltenden Regelung ausgesprochen. „Die Gefahr einer zweiten Welle ist noch nicht gebannt. Ich hoffe, dass wir da herumkommen, aber wir müssen vorsichtig sein“, sagte Reisinger am Montag der Deutschen Presse-Agentur. Die Maskenpflicht sei ein Ausdruck dieser Vorsichtsmaßnahmen. Das bestehende Abstandsgebot und die Maskenpflicht seien die besten Möglichkeiten zur weiteren Eindämmung der Corona-Pandemie.

Reisinger verwies auf aktuelle Entwicklungen beispielsweise in Oberösterreich, wo nach einer Zeit der Lockerungen wieder Schulen geschlossen und weitere strenge Regelungen wieder eingeführt wurden. Hintergrund sei die starke Zunahme von Neuinfektionen mit Sars-CoV-2.

Mecklenburg-Vorpommerns Wirtschaftsminister Harry Glawe (CDU) hatte sich am Wochenende für ein baldiges Ende der Maskenpflicht in seinem Bundesland ausgesprochen. Andere Länder hatten verhalten darauf reagiert.

Quelle:dpa/sn

HIV-Kombi in RECOVERY-Studie ebenfalls durchgefallen

Die Kombination aus den beiden HIV-Medikamenten Lopinavir und Ritonavir bringt offenbar bei hospitalisierten COVID-19-Patienten keinen signifikanten Überlebensvorteil. Das zeigen vorläufige Ergebnisse der RECOVERY-Studie.

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Quelle:daz.online/hb

219 registrierte Neuinfektionen in Deutschland

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) zufolge 219 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages gemeldet. Damit haben sich seit Beginn der Corona-Krise mindestens 196.554 Menschen in Deutschland nachweislich mit Sars-CoV-2 angesteckt (Datenstand 6.7., 0.00 Uhr).

9016 mit dem Virus infizierte Menschen starben nach RKI-Angaben in Deutschland – das bedeutet ein Plus von 4 im Vergleich zum Vortag. Etwa 182.200 Menschen haben die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden. Das sind etwa 500 mehr als noch einen Tag zuvor.

Die Reproduktionszahl lag nach RKI-Schätzungen mit Datenstand 5.7., 0.00 Uhr, bei 0,96 (Vortag: 0,93). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel in etwa einen weiteren Menschen ansteckt. Der Sieben-Tage-R lag bei 0,94 (Vortag: 0,94). Er zeigt das Infektionsgeschehen von vor 8 bis 16 Tagen.

Quelle:dpa/sn

Studie: Erhöhter Alkoholkonsum in der Krise

Der Alkoholkonsum ist bei rund einem Drittel der Erwachsenen in Deutschland seit der Coronakrise gestiegen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie, die das Zentralinstitut für Seelische Gesundheit (ZI) in Mannheim in Kooperation mit dem Klinikum Nürnberg durchgeführt hat. 35,5 Prozent der mehr als 3000 an der Studie Teilnehmenden gaben bei der anonymen Online-Umfrage an, während der Pandemie mehr oder viel mehr Alkohol getrunken zu haben als zuvor.

Die Erhebung ist nicht repräsentativ, liefert aber erste Erkenntnisse über die Konsumgewohnheiten während der coronabedingten Ausgangsbeschränkungen. Die Bundesregierung hatte jüngst in einer Antwort auf eine Kleine Anfrage der FDP-Fraktion auf die Studie verwiesen. Das ZI in Mannheim ist eine Stiftung des öffentlichen Rechts des Landes Baden-Württemberg.

„Risikofaktoren für eine Vermehrung des Konsums waren zum Beispiel der Wechsel des Arbeitsstatus, etwa ins Homeoffice, ein hohes gefühltes Stressniveau und Zweifel daran, dass die Krise gut gemanagt wird“, sagte Anne Koopmann vom ZI in Mannheim der Deutschen Presse-Agentur. Menschen mit einem hohen Stress-Level und geringerem sozialen Status gaben demnach eher an, in der Krise mehr Alkohol zu trinken. Menschen in systemrelevanten Berufen, die weiter arbeiten konnten, tranken den Angaben zufolge dagegen eher weniger oder steigerten ihren Konsum nicht.

Koopmann betonte, dass das Mehr-Trinken über einen längeren Zeitraum das Risiko für eine Abhängigkeit signifikant erhöhe, aber nicht zwangsläufig dazu führen müsse. Jeder könne sein Trinkverhalten genau beobachten, dokumentieren und sich vielleicht einem Arzt oder einer Beratungsstelle anvertrauen. Die Politik müsse die Bevölkerung mit spezifischen Maßnahmen für die Problematik sensibilisieren.

Quelle: dpa/sn

Corona erschnüffeln? Bundeswehr-Hunde werden zur Virenerkennung trainiert

Diensthunde der Bundeswehr sollen das Erschnüffeln einer Coronavirus-Infektion erlernen. Die Streitkräfte und die Stiftung Tierärztliche Hochschule (TiHo) Hannover testen diese Möglichkeit in einem Projekt, an dem zehn Vierbeiner der einzigen Diensthundeschule der Bundeswehr bei Ulmen in der Vulkaneifel teilnehmen.

Spürhunde können an der molekularen Zusammensetzung eines Geruchs nicht nur Sprengstoffe oder Drogen wahrnehmen, sondern auch verschiedene Krebserkrankungen und die drohende Unterzuckerung von Diabetikern riechen. Auf dieser Grundlage ist auch die Idee für das Corona-Projekt entstanden.

„Mit einer Trefferquote von derzeit etwa 80 Prozent sind die Forscher in Ulmen auf dem besten Weg, das Projekt erfolgreich weiterzuführen“, erklärte die mitten im Wald liegende Diensthundeschule. In wenigen Wochen sollen belastbare Ergebnisse vorliegen.

Bislang schnuppern die Hunde an Speichelproben infizierter Menschen, in denen die Viren chemisch unschädlich gemacht wurden. Nach einem erfolgreichen Abschluss dieser Versuchsreihe käme die nächste Hürde: Klappt das Erschnüffeln auch bei aktiven Coronaviren in menschlichem Speichel? „Das muss dann unter ganz anderen Bedingungen stattfinden, schließlich müssen wir sicher sein, dass sich niemand an den hochinfektiösen Proben anstecken kann“, betonte TiHo-Doktorandin Paula Jendrny.

Quelle:dpa/sn

 

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