Radtour ohne wunden Po – So beugen Sie vor!

Beratungswissen für die Reisezeit

Das Gesäß muss beim Fahrradfahren einen Großteil des Körpergewichts abfangen. Durch diesen Druck und die Reibung an Kleidung und Sattel wird die Haut ungewöhnlich stark belastet.
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Ob als sportlicher Ausflug im Gebirge oder als gemütliche Familientour in flacheren Gebieten – eine Fahrradtour kann viel Spaß machen. Der Spaß hat aber ein jähes Ende, wenn bereits nach kurzer Zeit das Gesäß so schmerzt, dass eine Weiterfahrt nur unter Qualen möglich ist. Was kann getan werden, um ein Wundscheuern im Gesäßbereich zu vermeiden?

Wunde Haut ist empfänglich für Bakterien

Das Gesäß muss beim Fahrradfahren einen Großteil des Körpergewichts abfangen. Durch diesen Druck und die Reibung an Kleidung und Sattel wird die Haut ungewöhnlich stark belastet. Es entstehen schmerzhafte wunde Stellen, die sich durch den Eintritt von Bakterien entzünden können. Aus anfangs kleinen Pickelchen können sich im weiteren Verlauf größere Abszesse bilden, die unter Umständen operativ entfernt werden müssen. Aus diesem Grund musste schon mancher Radfahrprofi seine Saison vorzeitig beenden. Der Prophylaxe kommt also eine große Bedeutung zu.

Für jeden Po der richtige Sattel

Um die Gewichtsverteilung optimal zu gestalten und ungünstige Druckstellen möglichst zu vermeiden, sollten Sattelbreite und Sattelpolsterung individuell gewählt werden. Auch die richtige Einstellung des Sattels (Sattelhöhe und Sattelneigung) beeinflussen die Sitzstellung und damit die Belastung des Gesäßes. Gute Vorbereitung beginnt also damit, sich im Fahrrad-Fachgeschäft optimal beraten zu lassen.

Langsam angehen

Wer monatelang mit dem Auto ins Büro fährt und auch am Wochenende nie auf das Fahrrad steigt, wird keine Freude haben, wenn er ein verlängertes Wochenende mit einer mehrtägigen Radtour füllt. Besser ist es, in den Wochen zuvor schon immer mal kürzere Strecken zu fahren. Am dritten Tag einer Radtour empfiehlt es sich, eine Pause einzuplanen, damit sich das Gesäß erholen kann.

Spezielle Fahrradbekleidung und Gesäßsalben

Spezielle Bikerhosen haben wenige und besonders flache Nähte, um die Reibung an den empfindlichen Hautstellen so weit wie möglich zu minimieren. Meist sind sie auch mit einer Polsterung versehen, um den Druck des Sattels beim Radfahren abzufedern. Um ein Eindringen von Bakterien in eventuelle Hautrisse zu vermeiden, sollten nur frisch gewaschene Radlerhosen getragen werden.

Sogenannte Gesäßsalben oder -cremes (auch Sitzsalben bzw. -cremes) vervollständigen den Schutz der Haut vor durch Reibung entstandenen Wunden. Meist handelt es sich um Grundlagen aus Vaseline oder Bienenwachs, in die eventuell antibakterielle Zusätze (z. B. ätherische Öle) eingearbeitet sind. Wasserhaltige Cremes sind anfälliger für mikrobielle Verunreinigungen, können aber besonders im Sommer durch ihren kühlenden Effekt angenehm auf der Haut sein. Mit Gesäßsalben kann direkt die Haut oder auch das Sitzpolster der Bikerhose eingerieben werden. Auf jeden Fall empfiehlt es sich, die Nähte der Hose damit zu präparieren. Selbstverständlich müssen aus Gründen der Hygiene die Hände vor und nach dem Auftragen des Produkts sorgfältig gewaschen werden.

Produktbeispiele aus der Apotheke, die radfahrenden Kunden angeboten werden können, sind z. B. der Linola® Schutzbalsam, die Ilon® Protect Creme und die Deumavan® Salbe.