Sonnenbrand – und jetzt?

Beratungswissen für die Reisezeit

Wirkstoffe wie Bamipin und Dimetinden blockieren H1-Rezeptoren und hemmen dadurch vor allem den Juckreiz.
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Schnell ist es passiert: Man hat die Intensität der Sonnenstrahlung am späteren Nachmittag unterschätzt oder vergessen, den Sonnenschutz rechtzeitig zu erneuern  – in Folge hat sich ein Sonnenbrand gebildet. Was ist zu tun, damit er möglichst schnell abheilt?

Raus aus der Sonne und kühlen

Wem bereits während des Sonnenbadens eine Rötung der Haut auffällt, sollte sofort ein schattiges Plätzchen aufsuchen. Und auch in den Folgetagen muss eine direkte Sonnenbestrahlung der betroffenen Stellen vermieden werden, um der Haut die Möglichkeit zu geben, sich zu regenerieren.

Für eine sofortige Erleichterung bietet sich das Kühlen mit feuchten Tüchern an. Zurück im Hotelzimmer sollte die Haut zunächst sorgfältig von Schweiß, Sand, Salz und Sonnenpflegeprodukten gereinigt und anschließend mit speziellen Après-Sun-Produkten (z. B. Ladival® After Sun Fluid oder Eucerin® Sensitive Relief After Sun Lotion) gepflegt werden. Dabei handelt es sich meist um Hydrogele und O/W-Emulsionen, die feuchtigkeitsspendend wirken und so das durch die Sonne entstandene Wasserdefizit der Haut ausgleichen. Zusätze wie Vitamin A und E, Panthenol, Allantoin oder Aloe Vera wirken zusätzlich antioxidativ, entzündungshemmend und beruhigend.

Der sonnenbedingte Wasserverlust muss auch innerlich ausgeglichen werden: eine erhöhte Flüssigkeitsaufnahme beugt eventuellen Kreislaufproblemen vor und unterstützt die Haut in ihrem Heilungsprozess.

Lokale Antihistaminika

Wirkstoffe wie Bamipin und Dimetinden blockieren H1-Rezeptoren und hemmen dadurch vor allem den Juckreiz. Eingebettet in Gelgrundlagen sorgen sie zudem für eine angenehme Kühlung. Apothekenpflichtige Arzneimittel wie Fenistil® Gel oder Soventol® Gel sind bereits für Kinder zugelassen und können mehrmals täglich aufgetragen werden. Lediglich für Schwangere und Stillende sind diese Produkte nicht ohne weiteres geeignet. Ihnen steht als Alternative z .B. das Coolakut® Stich- und Sun Pflege-Gel zur Verfügung, das neben pflanzlichen Extrakten Vitamin E enthält. Es kann auch bereits bei Babys ab 6 Monaten eingesetzt werden.

Hydrocortisonhaltige Cremes

Glucocorticoide wie Hydrocortison hemmen die Entzündungsreaktion. Dies führt zu einer Linderung der Schmerzen sowie einem Rückgang von Schwellung und Rötung. Cremes wie Systral® Hydrocort, Ebenol® und FeniHydrocort® sind in zwei Wirkstärken erhältlich, ab einem Alter von sechs Jahren geeignet und können bis zu dreimal täglich aufgetragen werden. Die 0,25%ige Creme sollte in der Selbstmedikation nicht länger als vier Wochen, die 0,5%ige Creme nicht länger als zwei Wochen angewendet werden. Soventol® verarbeitet den Wirkstoff in einer Cremogel-Grundlage und sorgt so für eine zusätzliche Kühlung.

Bei besonders starken Schmerzen können – nach ärztlicher Abklärung – zusätzlich orale Analgetika eingenommen werden. Hier eignen sich vor allem Wirkstoffe wie Ibuprofen oder ASS, da sie schmerzstillend und entzündungshemmend wirken.

Mit dem Sonnenbrand zum Arzt?

Ein leichter Sonnenbrand erfordert keinen Arztbesuch. Ergeben sich jedoch Hinweise auf einen starken Verbrennungsgrad und/oder einen Sonnenstich, sollte ärztlicher Rat eingeholt werden. Dies ist der Fall, wenn sich Blasen bilden oder Symptome wie Fieber, starke Schmerzen, Kreislaufbeschwerden, Übelkeit oder Erbrechen auftreten. Auch wenn sehr viele und/oder große Hautstellen betroffen sind oder es sich um Kinder unter sechs Jahren handelt, sollte ein Arzt aufgesucht werden.