Rheuma-Therapie – was ist heute möglich?

Telefon- und Chataktion am 12. Oktober 2017

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Rheumatische Erkrankungen beginnen oft schleichend. Viele Betroffene arrangieren sich daher erst einmal mit den Beschwerden – bis die Schmerzen stärker werden. Doch gerade bei einer rheumatoiden Arthritis ist es wichtig, möglichst früh therapeutisch einzugreifen. Viele Betroffene wissen darüber zu wenig Bescheid. Die Rheuma-Liga bietet deshalb zum Welt-Rheuma-Tag am 12. Oktober unter anderem eine Telefon- und Chataktion an.

Gravierende Folgeschäden

Schwerbehinderung, Berufsunfähigkeit, Pflegebedürftigkeit – so drastisch können die Langzeitfolgen einer rheumatoiden Arthritis sein, wenn die Gelenkentzündungen nicht behandelt werden. Etwa 800.000 Menschen in Deutschland leiden an rheumatoider Arthritis. Sie stellt damit die häufigste chronisch-entzündliche Rheuma-Erkrankung dar.

Therapiebeginn innerhalb von zwölf Wochen

Die rheumatoide Arthritis ist bis heute nicht heilbar. Mit modernen Medikamenten besteht jedoch die Chance, den Entzündungsprozess in den Gelenken zu stoppen. Für eine erfolgreiche Therapie ist allerdings eine möglichst frühe Diagnose entscheidend. Doch was bedeutet „früh“? – Rheumatologen empfehlen, innerhalb der ersten zwölf Wochen nach Krankheitsbeginn mit der Behandlung zu beginnen.

Häufige Frühsymptome

Die rheumatoide Arthritis beginnt häufig mit Schwellungen und Schmerzen in den Gelenken, meist zuerst in den Finger -und Zehengelenken. Typisch ist auch die sogenannte Morgensteifigkeit, also eine morgendliche Unbeweglichkeit. Daneben können Allgemeinsymptome wie Erschöpfung, Müdigkeit und Fieber auftreten.

Moderne Medikamente

„Beweglich bleiben und möglichst keine Schmerzen haben“ – so formulieren viele Betroffene ihre Erwartungen an die Rheumatherapie. In den vergangenen Jahren haben sich die medikamentösen Möglichkeiten in der Rheumatherapie erheblich erweitert. So stehen mittlerweile zahlreiche Biologika mit immunmodulierender Wirkung zur Verfügung. Dazu gehören zum Beispiel die Substanzen Adalimumab (Humira®), Etanercept (Enbrel®) oder Certolizumab Pegol (Cimzia®). Allerdings zeigen diese Wirkstoffe nicht bei allen Patienten die erhoffte Wirkung.

Die neuen Hoffnungsträger: Januskinase-Inhibitoren

Vor einigen Wochen wurden zwei Medikamente aus einer ganz neuen Wirkstoffklasse zugelassen: Tofacitinib (Xeljanz®) sowie Baricitinib (Olumiant®) gehören zu den sogenannten Januskinase-Inhibitoren. Diese immunmodulierenden Substanzen hemmen selektiv bestimmte Enzyme namens Januskinasen. Auf diese Weise können vor allem Zytokin-gesteuerte, überschießende Entzündungsprozesse unterdrückt werden. Diese Medikamente haben den Vorteil, dass sie in Tablettenform zur Verfügung stehen. Sie werden in Kombination mit Methotrexat oder auch als Monotherapie eingesetzt.

Bewegung gehört dazu

Zahlreiche Studien belegen es: Bewegung ist bei rheumatischen Erkrankungen ein wichtiger Baustein der Therapie. Behandlungsverfahren wie Funktions- und Bewegungstraining oder Ergotherapie haben ihren Nutzen bewiesen. Doch obwohl solche Angebot flächendeckend bestehen, werden sie nach Erkenntnissen der Deutschen Rheuma-Liga nicht ausreichend in Anspruch genommen. Das liegt nach Meinung der Selbsthilfeorganisation auch daran, dass viele Betroffene nicht genügend informiert sind.

Am 12. Oktober: Experten-Telefon und -Chat

Was sind frühe Anzeichen einer rheumatischen Erkrankung? Welche Medikamente kommen zum Einsatz? Schöpft meine derzeitige Therapie alle Möglichkeiten aus? – Solche und ähnliche Fragen können Interessierte am Telefon klären: Am Welt-Rheuma-Tag, Donnerstag 12. Oktober, gibt es zwischen 16 und 19 Uhr die Möglichkeit, gebührenfrei anzurufen unter 0800-5 33 22 11. Außerdem kann man den Expertenchat von 19 bis 21 Uhr nutzen unter www.rheuma-liga.chat.

Quellen: Deutsche Rheuma-Liga Bundesverband e.V.; Deutsche Gesellschaft für Rheumatologie e.V. (DGRh)

Ulrike Weber-Fina
Diplom-Biologin, Fachjournalistin
onlineredaktion@ptaheute.de

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