Was ist eigentlich das Dengue-Fieber?

Aedes albopictus – die Asiatische Tigermücke – ist Überträger des Dengue-Fiebers. Die Virusinfektion wird vor allem in Thailand übertragen.
Bild: mago images / UIG

Wer in den Tropen oder Subtropen Urlaub gemacht hat und anschließend grippeartige Symptome mit Hautausschlag entwickelt, könnte am Dengue-Fieber erkrankt sein. Naheliegend ist dieser Verdacht vor allem bei Rückkehrern aus Thailand – dem seit Jahren wichtigsten Infektionsland bei Urlaubern.

Risiko bei beliebten Fernreisezielen

Jährlich werden in Deutschland 600 bis 800 Fälle von reisebedingtem Dengue-Fieber registriert. In manchen Jahren sind es jedoch mehr. Das zeichnet sich nun auch für 2019 ab. Allein in den ersten sechs Monaten dieses Jahres wurden dem Robert Koch-Institut fast 500 Fälle gemeldet. Neben dem Hauptinfektionsland Thailand treiben auch andere Fernreiseziele die Fallzahlen in die Höhe. Dazu gehören unter anderem Indonesien, Sri Lanka, die Philippinen und die Malediven, aber auch Brasilien, Kuba und Mexiko. Das Dengue-Fieber tritt in den Tropen und Subtropen aller Kontinente auf.

Tagaktive Stechmücken mit Viruslast

Das Dengue-Fieber ist die häufigste von Insekten übertragene Virusinfektion. Überträger des Dengue-Virus sind tagaktive Stechmücken, meist die Ägyptische Tigermücke (= Gelbfiebermücke, Aedes aegypti) oder die Asiatische Tigermücke (Aedes albopictus). Ihre Larven entwickeln sich in stagnierenden Wasserstellen, zum Beispiel in Pfützen, leeren Dosen oder in Astgabeln. In gechlortem Schwimmbadwasser können sie dagegen nicht überleben. Es wird geschätzt, dass sich jedes Jahr weltweit circa 400 Millionen Menschen mit dem Virus infizieren. Ungefähr ein Viertel von ihnen erkrankt mit klinischen Symptomen.

Von symptomlos bis lebensgefährlich

Beim klassischen Dengue-Fieber treten nach einer Inkubationszeit von drei bis zehn Tagen starke, grippeartige Symptome mit hohem Fieber auf. Oft zeigt sich zusätzlich ein Hautausschlag, außerdem können starke Kopfschmerzen, Schmerzen hinter den Augen und Erbrechen auftreten. Die akute Phase klingt nach fünf bis sieben Tagen langsam ab. Schwäche und Müdigkeit halten aber häufig noch wochenlang an. In seltenen Fällen entwickelt sich eine schwere Verlaufsform (Dengue Hämorrhagisches Fieber) mit inneren Blutungen und im Extremfall mit Schock. Ohne intensivmedizinische Versorgung endet diese Erkrankungsform oft tödlich.

Mit Repellents schützen

Eine durchgemachte Dengue-Infektion hinterlässt lebenslange Immunität – allerdings nur für den jeweiligen Virus-Subtyp. Es gibt vier verschiedene Serotypen des Virus, sodass man bis zu viermal am Dengue-Fieber erkranken kann. Mit Dengvaxia® steht ein Lebendimpfstoff gegen alle vier Serotypen des Dengue-Virus zur Verfügung. Allerdings ist er bisher nur für im Infektionsland lebende Menschen zugelassen, nicht für Reisende. Das Impfschema (0-6-12 Monate) wäre zudem wenig geeignet für Urlauber. Weitere Impfstoffe befinden sich derzeit in der Entwicklung. Die wichtigste Schutzmaßnahme für Reisende ist ein konsequenter Mückenschutz mit Repellents – nicht nur auf der Haut, sondern auch als Imprägnierung auf der Kleidung.

Gefahr in Deutschland?

Seit einigen Jahren werden immer wieder Tigermücken in Deutschland gesichtet. Sie gelangen mit Warenlieferungen oder im Gepäck von Reisenden hierher. In Teilen Süddeutschlands haben sich bereits stabile Populationen dieser tropischen Mücken etabliert. Allerdings sehen Tropenmediziner derzeit noch nicht die Gefahr von Dengue-Fieber-Ausbrüchen in Deutschland. Die Krankheitserreger benötigten nämlich noch anhaltendere höhere Temperaturen als sie bisher bei uns herrschen.

Dengue-Fieber in Kürze

  • Virale Infektionskrankheit der Tropen und Subtropen, übertragen durch tagaktive Stechmücken wie Ägyptische Tigermücke (Aedes aegypti) und Asiatische Tigermücke (Aedes albopictus).
  • Urlauber in klassischen Fernreiseländern betroffen, vor allem Thailand.
  • Infektion häufig symptomlos; bei Erkrankung grippeartige Symptome, meist mit Ausschlag verbunden, in seltenen Fällen lebensbedrohliche hämorrhagische Verlaufsform.
  • Bisheriger Impfstoff nicht für Reisende zugelassen. Schutz durch Expositionsprophylaxe (Repellents, Imprägnierung von Kleidung).
  • Tigermücken seit einigen Jahren auch in Deutschland anzutreffen; Gefahr der Krankheitsübertragung gilt noch als gering.

Quellen: Robert Koch-Institut; Auswärtiges Amt; WHO; Kongress für Infektionskrankheiten und Tropenmedizin (KIT 2018)

Ulrike Weber-Fina
Diplom-Biologin, Fachjournalistin
onlineredaktion@ptaheute.de