Tipps zur Verarbeitung von Triclosan in Dermatika

Triclosan bereitet in Kombination mit ungeeigneten Dermatika-Grundlagen immer wieder Probleme in der Praxis. | Bild: PTAheute / Schelbert

Bei Infektionen der Haut mit Staphylokokken wird häufig der Arzneistoff Triclosan zur Therapie verordnet. Je nach Hautzustand kommen dabei hydrophile oder lipophile Cremes zum Einsatz. Probleme in der Praxis bereiten dabei allerdings immer wieder Verordnungen von Triclosan mit ungeeigneten Dermatika-Grundlagen. Wir wollen deshalb im folgenden Beitrag Tipps zur richtigen Verarbeitung dieses Arzneistoffs in Zubereitungen geben.

Unverträglichkeiten

Zur Herstellung hydrophiler Cremes kommen häufig Grundlagen mit nichtionischen Emulgatoren mit Macrogol-Struktur zum Einsatz. Treffen phenolische Arzneistoffe wie Triclosan mit solchen Emulgatoren zusammen, kann es zu einer Inkompatibilität zwischen dem Wirkstoff und dem Emulgator kommen und in diesem Zusammenhang zum Brechen des Emulsionssystems. Eine Verarbeitung von Triclosan mit nichtionischen hydrophilen Dermatika-Grundlagen ist daher nicht zu empfehlen. Beim Einarbeiten der Substanz in Basiscreme DAC tritt in Verdünnung mit Wasser (1 + 4) eine deutlich erkennbare Unverträglichkeit auf. Auch bei Verwendung unverdünnter Basiscreme DAC ist nach etwa 4 Wochen eine Inkompatibilität zu erkennen. Auch mit der Hydrophilen Basisemulsion DAC ist Triclosan unverträglich, hier kommt es ebenfalls zu einem Brechen des Emulsionssystems. Von Seiten des Herstellers werden das Körperpflegemittel Asche Basis-Lotio® und die Rezepturgrundlage Excipial® U Hydrolotio ebenfalls als unverträglich mit Triclosan in 2-prozentiger Konzentration angegeben.

Geeignete Grundlagen

Wenn Sie also im Rezepturbetrieb Dermatika mit Triclosan herstellen, ist die richtige Auswahl einer verträglichen Grundlage besonders wichtig. Hat der Arzt Triclosan in einer hydrophilen Creme verordnet, finden Sie dazu im NRF unter der Ziffer 11.135 eine standardisierte Vorschrift, als Dermatika-Grundlage wird dabei die Anionische hydrophile Creme SR DAC verwendet. Diese abwaschbare Creme vom Emulsionstyp O/W enthält einen anionischen Emulgator, der mit phenolischen Verbindungen verträglich ist. Da das Lösevermögen des Wirkstoffs in der Grundlage ausreichend hoch ist, wird bei der Herstellung eine Lösungscreme erhalten. Allerdings gelangt Triclosan durch Anreiben mit der Grundlage schlecht in die innere, lipophile Phase der Creme, deshalb wird die Substanz vorab in etwas 2-Ethylhexyllaurat gelöst. Bei trockener Haut sowie bei chronischen Hauterkrankungen werden zur Therapie eher lipophile W/O-Cremes benötigt. Dazu kann Triclosan mit der Hydrophoben Basiscreme DAC stabil verarbeitet werden (siehe NRF 11.122), der enthaltene Emulgator Triglyceroldiisostearat zeigt keine Unverträglichkeit mit dem phenolischen Wirkstoff. Auch hier ist das Lösevermögen des Wirkstoffs in der Grundlage ausreichend hoch und es kann erneut eine Lösungssalbe erhalten werden.

Konservierung nötig?

Obwohl Triclosan selbst eine antimikrobielle Wirkung besitzt, müssen entsprechende Zubereitungen durch Zusatz eines Konservierungsmittels vor mikrobiellem Verderb geschützt werden. Aufgrund seiner hohen Lipophilie reichert sich die Substanz in Dermatika in der Fettphase an und die Keime in der Wasserphase werden daher nur unzureichend abgetötet. Vor allem gegen Schimmelpilze gilt die antimikrobielle Wirkung von Triclosan als unsicher. Das NRF empfiehlt daher sowohl hydrophile als auch lipophile Cremes mit 0,14 % Kaliumsorbat zu konservieren. In Kombination mit Wasserfreier Citronensäure kann Sorbinsäure als Wirkform entstehen und entsprechende Zubereitungen sind ausreichend vor mikrobiellem Verderb geschützt.

Individualrezepturen

Zwar resultieren mit Grundlagen, deren Lösevermögen durch größere Mengen an Propylenglycol oder an bestimmten Lipiden ausreichen hoch ist, Lösungssysteme. Trotzdem sollte bei nicht standardisierten Vorschriften der Wirkstoff sehr fein gepulvert und ohne Anwendung von Wärme eingearbeitet werden. Ansonsten sind Auskristallisierungsvorgänge besonders bei Triclosan-Konzentrationen nur wenig oberhalb der Sättigungskonzentration zu befürchten.

Dr. Annina Bergner
Apothekerin, Fachjournalistin
onlineredaktion@ptaheute.de

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