Teil 3: Minitabletten

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In unserer Serie stellen wir Ihnen einzelne neuartige Arzneiformen vor und prüfen sie auf ihre Umsetzbarkeit in der Apotheke. Im Gegensatz zu herkömmlichen Tabletten haben Minitabletten wie der Name schon sagt einen relativ kleinen Durchmesser bis lediglich 3 mm und daher auch eine weitaus geringere Tablettenmasse. Welche Vorteile haben sie und wie werden Minitabletten hergestellt?

Im Gegensatz zu herkömmlichen Tabletten haben Minitabletten wie der Name schon sagt einen relativ kleinen Durchmesser bis lediglich 3 mm und daher auch eine weitaus geringere Tablettenmasse. Minitabletten bieten den Vorteil, dass zur Applikation der benötigten Einzeldosis bei Bedarf mehrere Tabletten zusammen verabreicht werden können. Schon Säuglinge sind in der Lage Tabletten dieser Größe ohne Probleme zu schlucken. Minitabletten bestehen wie normale Tabletten auch aus dem Arzneistoff und den bekannten Hilfsstoffen wie Füll- und Bindemittel, Fließregulierungsmittel und bei Bedarf Zerfallsmittel. Bereits im Handel verfügbar sind sogenannte Retard-Minitabletten für Erwachsene (Orfiril long®), seit einigen Jahren wird nun verstärkt an Minitabletten zur Applikation bei Kindern geforscht.

Herstellung durch Direkttablettierung

Wie normale Tabletten auch, können Minitabletten mittels Direkttablettierung erhalten werden. Die auf dem Markt erhältlichen Handpresswerkzeuge zur Tablettierung sind allerdings erst für Tabletten ab einem Durchmesser von ungefähr 8 mm geeignet, so dass für die Herstellung von Minitabletten in der Rezeptur zunächst eine geeignete Tablettenpresse und passendes Tablettierwerkzeug angeschafft werden muss. Auf Grund der geringen Hilfsstoffmengen besteht bei Minitabletten während der Herstellung die Schwierigkeit ein ausreichend fließfähiges Pulver mit enger Korngrößenverteilung zu erhalten. Untersuchungen haben aber gezeigt, dass bei bestimmten Pulvermischungen die Tablettierung von Minitabletten sogar bessere Resultate liefert als bei Tabletten größeren Durchmessers. Genau wie bei der rezepturmäßigen Befüllung von Hartgelatinekapseln ist eine ausreichende Fließfähigkeit ohne Entmischung und eine daraus erhaltene gleichmäßige Befüllung der Matrizen der Tablettenpresse entscheidend für die Gleichförmigkeit der Einzeldosen.

Packmittel sorgfältig auswählen

Sofern Minitabletten nicht als definierte Einzeldosen in Kapseln abgefüllt werden, sind für eine dosisgenaue individuelle Applikation spezielle Dosierspender nötig. Ansonsten kann es leicht zu fehlerhaften Dosierungen durch den Patienten kommen.

Dr. Annina Bergner
Apothekerin, Fachjournalistin
onlineredaktion@ptaheute.de