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Was hilft bei Kopfläusen?

Läuse sind lästig, Patienten möchten daher die Krabbeltiere so schnell wie möglich aus ihren Haaren und das Kapitel aus ihrem Kopf eliminieren. Stundenlang mit Läusemittel-getränkten Haaren auf das Ende der Einwirkzeit und somit das Ende der Läuseplage zu warten, gar noch mit Handtuch-Turbanen zu schlafen – Euphorie bei Patienten sieht in der Apotheke tatsächlich anders aus.
Das gehört zum Glück der Vergangenheit an. Mittlerweile punktet der Großteil der Produkte mit einer kurzen Einwirkzeit. So lässt sich die Behandlung der Kopfläuse besonders einfach in den Alltag integrieren. Je nach Herstellerempfehlung liegt die Einwirkdauer bei mindestens 5 und maximal 45 Minuten.
Wie wirken Läusemittel?
In der Regel haben die Läusemittel einen abtötenden Effekt. Am häufigsten wird der Wirkstoff Dimeticon eingesetzt. Dimeticon wirkt rein physikalisch, indem es die Atemöffnungen der Läuse verstopft und diese so abtötet.
Er gilt als ungiftig, ist jedoch leicht entflammbar, weswegen man bei der Anwendung von möglichen Zündquellen (z. B. Gasthermen, Fön) Abstand halten sollte. Der Wirkstoff ist beispielsweise in Dimet® 20, Hedrin® Once Liquid Gel, Hedrin® Once Spray Gel, Jacutin® Pedicul Fluid, Nyda® Läusespray und Nyda® express enthalten.
Auf gleiche Weise wirken auch Neem-Extrakt (z. B. Licener® Shampoo), der aus Pflanzenteilen des Neembaums gewonnen wird, sowie Hemisqualan (z. B. Hedrin® Once Natural).
Manche Hersteller setzen bei ihren Läusemitteln auf Insektengifte als wirksame Substanz: Permethrin (z. B. Infectopedicul®) wirkt neurotoxisch und tötet so die Kopfläuse effektiv ab. Auf dem gleichen Wirkprinzip beruht der pflanzliche Pyrethrumblütenextrakt aus Chrysanthemen (z. B. Goldgeist® forte).
Dickflüssiges Paraffin (z. B. Mosquito med Läuse-Shampoo 10) wirkt gleich doppelt: Es verstopft die Atemöffnungen der Läuse und greift die Wachsschicht des Panzers an – die Laus erstickt und trocknet aus.
Läusemittel: Wann macht ein prophylaktischer Einsatz Sinn?
Derzeit gibt es kein Produkt, welches sicher vor einem Kopflausbefall schützen kann. Sie sollen viel mehr eine Ausbreitung verhindern, beispielsweise dann, wenn andere Familienmitglieder betroffen sind oder ein Läusebefall in der Kindertagesstätte besteht.
Es gibt jedoch Hinweise darauf, dass die physikalische Wirkung von Dimeticon (z. B. Hedrin® Protect&Go Spray) das Anhaften der Läuse auf der Kopfhaut erschweren könnte.
Ätherische Öle können dabei helfen, dass die Laus die behandelte Kopfhaut meidet. Dieser Effekt ist allerdings zeitlich begrenzt. Geeignet sind beispielsweise eine Kombination aus Eukalyptus- und Zitroneneukalyptusöl (z. B. mosquito® Läuse-Abwehrspray) sowie Extrakte aus Weidenrinde und Thymian (z. B. Rausch Spezial-Shampoo mit Weidenrinde).
Kopfläuse bekämpfen: Wiederholungsbehandlung nach acht bis zehn Tagen
Das Robert Koch-Institut (RKI) und die meisten Hersteller empfehlen allerdings keine Einmaltherapie, sondern eine Wiederholungsbehandlung acht bis zehn Tage nach der ersten Anwendung eines Läusemittels. Diese soll nachgeschlüpfte Läuse beseitigen.
Arzneimittel vs. Medizinprodukt: Welche Kopflausmittel werden erstattet?
Die meisten pharmazeutischen Unternehmen bringen ihre Läusemittel als Medizinprodukte auf den Markt – was Konsequenzen für ihre Erstattung hat.
Welche Läusemittel als Medizinprodukt die gesetzliche Krankenkasse (GKV) bezahlt, regelt die Übersicht zu verordnungsfähigen Medizinprodukten des Gemeinsamen Bundesausschusses (Anlage 5 zum Abschnitt J der Arzneimittel-Richtlinie).
Derzeit kommt die GKV für
- Dimet® 20,
- Hedrin® Once Liquid Gel,
- Mosquito® med Läuse-Shampoo 10 und
- Nyda® Läusespray auf.
Dabei sollte beachtet werden, dass nicht automatisch eine ganze Produktlinie erstattet wird. Die Erstattung gilt beispielsweise bei Nyda® lediglich für das Läusespray, jedoch nicht für Nyda® express.
Die Medizinprodukte auf der Liste werden dann wie die Läusemittel behandelt, die als Arzneimittel auf dem Markt sind (z. B. InfectoPedicul® oder Goldgeist® forte): Eine Erstattung erfolgt für Kinder bis zum vollendeten zwölften Lebensjahr und für Jugendliche mit Entwicklungsstörungen bis zum vollendeten 18. Lebensjahr.
Läuse und Nissen im nassen Haar auskämmen
Nach der Einwirkzeit werden die Läuse aus dem nassen Haar ausgekämmt. Damit dies gelingt, ist die Anwendung eines speziellen Läuse- bzw. Nissenkamms (z. B. Nyda® Läuse- und Nissenkamm, Licener® Nissenkamm) empfehlenswert.
Je nach Haarlänge gibt es Produkte mit langen oder kürzeren Zinken, die meist aus Metall oder Plastik bestehen. Manche beinhalten eine integrierte Lupe (z. B. mosquito® Läuse-Kamm), um die Läuse und Nissen gut zu erkennen.
Übersicht von Läusemitteln aus der Apotheke
Goldgeist® forte
enthält Pyrethrumblütenextrakt als wirksame Substanz, der aus Chrysanthemen gewonnen wird. Es wird im trockenen Haar angewendet. Nach 30 bis 45 Minuten Einwirkungszeit wird Goldgeist® forte nur mit warmem Wasser ausgespült. Schwangere, Stillende und Säuglinge sollen das Arzneimittel nur bei strenger Indikationsstellung und nach ärztlicher Rücksprache anwenden.
Hedrin® Once Liquid Gel und Hedrin® Once Spray Gel
enthalten beide Dimeticon. Das Gel wird auf das trockene Haar aufgetragen bzw. aus einem Abstand von 10 cm aufgesprüht. Nach 15 Minuten Einwirkungsdauer müssen Patienten vor dem Ausspülen des Gels dieses unbedingt zunächst mit Shampoo benetzen. Ansonsten gelingt es nicht, das Gel vollständig von Haaren und Kopfhaut zu entfernen. Eltern können ihre Kinder ab sechs Monaten bei Läusebefall mit Hedrin® Once Gel behandeln.
Infectopedicul®
Das Permethrin-haltige Arzneimittel wird bei Läusebefall im gewaschenen, feuchten Haar angewendet. Nach 30 bis 45 Minuten kann Infectopedicul® mit Wasser ausgespült werden. Nach der Behandlung sollen Betroffene drei Tage ihre Haare nicht waschen, um die maximale Wirksamkeit des Arzneimittels zu erreichen. Infectopedicul® dürfen Kinder ab zwei Monaten zur Entlausung erhalten. Der Hersteller rät als „Vorsichtsmaßnahme“ von der Anwendung in der Schwangerschaft und Stillzeit ab. Allergiker mit Überempfindlichkeiten auf Asteraceae, wie Chrysanthemen, sollten das Permethrin-haltige Arzneimittel nur nach ärztlicher Rücksprache anwenden.
Jacutin® Pedicul Fluid
enthält den Wirkstoff Dimeticon. Es wird ins trockene Haar aufgebracht, die Einwirkzeit beträgt zehn Minuten, das Fluid wird anschließend mit Wasser und Shampoo ausgespült. Jacutin® Pedicul Fluid eignet sich für alle Altersgruppen und darf während der Schwangerschaft und Stillzeit zur Entlausung eingesetzt werden. Jacutin® Pedicul Fluid ist nicht brennbar und frei von Farb-, Parfüm- und Konservierungsstoffen und für Allergiker gut verträglich.
Licener® Shampoo
hat als pflanzlichen Wirkstoff einen Neem-Extrakt. Nach Applikation auf das trockene Haar und einer Einwirkungszeit von zehn Minuten genügt ein Ausspülen des Shampoos mit Wasser. Licener® eignet sich für Kinder ab zwei Jahren. Schwangerschaft und Stillzeit stellen keine Kontraindikationen dar, vor der Anwendung sollte jedoch Rücksprache mit dem Arzt gehalten werden.
Mosquito® med Läuse-Shampoo 10
enthält White Oil, also dickflüssiges Paraffin. Das Shampoo wird ins trockene Haar aufgebracht. Nach der Einwirkungszeit von zehn Minuten wird das Produkt mit Wasser aufgeschäumt und anschließend gründlich ausgespült, ohne die Haare erneut zu shampoonieren. Kinder ab einem Jahr dürfen das Medizinprodukt benutzen, wohingegen Wepa von einer Anwendung während der Schwangerschaft und Stillzeit abrät – es fehlen Daten.
Nyda® express
ist ein Dimeticon-haltiges Medizinprodukt, das bei Läusebefall ins trockene Haar gesprüht wird. Nach zehn Minuten kämmen Patienten die Läuse und Nissen aus und waschen ihre Haare anschließend wie gewohnt. Kinder jeden Alters, Schwangere und Stillende dürfen Nyda® express anwenden.
Nyda® Läusespray
enthält Dimeticon. Die Anwender sprühen das Medizinprodukt ins trockene Haar vom Ansatz an auf, lassen es zehn Minuten einwirken, um das Haar danach mit einem Nissenkamm auszukämmen und mit einem Shampoo wie gewohnt zu waschen. Dem Hersteller zufolge eignet sich Nyda® für alle Altersgruppen und kann auch in der Schwangerschaft und Stillzeit angewendet werden.
Beratung: Auf mögliche Fehlerquellen bei der Anwendung von Läusemitteln hinweisen
Um den Erfolg der „Entlausung“ nicht zu gefährden, sollten PTA die Kunden darüber aufklären, sich genau an die Herstellerangaben zu halten. Sie sollten bei der Behandlung
- das Mittel ausreichend lange einwirken lassen,
- eine ausreichend große Menge des Produkts verwenden,
- das Mittel gleichmäßig im ganzen Haar verteilen,
- darauf achten, dass die Haare nicht zu nass sind, und
- nicht auf die empfohlene Wiederholungsbehandlung verzichten.
Resistenzen gegen die eingesetzten Wirkstoffe sind sehr selten. Bestätigte Einzelfälle sind bei Pyrethroiden und Permethrin aufgetreten. Literatur:
https://www.g-ba.de/downloads/83-691-1016/AM-RL-V_2025-06-05.pdf
https://www.rki.de/DE/Aktuelles/Publikationen/RKI-Ratgeber/Ratgeber/Ratgeber_Kopflausbefall.html?nn=16777040#doc16792488bodyText12