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Hepatitis – Risiko (nicht nur) auf Reisen

Bild: ViewApart - iStockphoto.com

Hepatitis A: Auch Eiswürfel sind riskant

Eine typische Reisekrankheit ist die Hepatitis A. Das Hepatitis-A-Virus wird in der Regel fäkal-oral übertragen. Eine häufige Infektionsquelle ist verunreinigtes Trinkwasser. Hierbei sollte man auch an kontaminierte Eiswürfel in Getränken denken. Ebenso an Früchte und Salate, die mit Wasser gewaschen werden, in dem sich die Viren befinden. Das Hepatitis-A-Virus kann man sich zudem durchs Badewasser zuziehen, aber auch durch Schmierinfektionen auf der Toilette. Auch Nahrungsmittel, die durch schmutzige Hände gegangen sind, können infektiös sein. Ein bestimmtes Lebensmittel kann es besonders in sich haben: Austern und andere Muscheln. Sie sind besonders häufig mit Hepatitis A belastet. Dies liegt daran, dass sie ihre Nahrung aus dem Wasser filtern und damit auch die im Wasser enthaltenen Kontaminationen anreichern. Das Bundesinstitut für Risikobewertung rät daher vom Verzehr roher und unzureichend gekochter Muscheln ab. Zwei Minuten erhitzen bei 85 bis 100 Grad tötet die Erreger jedoch zuverlässig ab.

Hepatitis E: Vorsicht bei Schweinefleisch!

Für die nahe verwandten Hepatitis-E-Viren treffen im Wesentlichen dieselben Übertragungswege zu. Die Hepatitis E galt lange als Reiseerkrankung, die aus fernen tropischen Ländern mitgebracht wird. Mittlerweile weiß man jedoch sehr viel mehr über diese bisher unterschätzte virale Hepatitis: Während Infektionen im Ausland hauptsächlich durch kontaminiertes Wasser verursacht werden, gehen sie in Deutschland vorwiegend auf nicht durchgegartes Schweine- und Wildfleisch zurück. Riskant ist beispielsweise Schweinemett. Aber auch mit Fäkalien gedüngte Erdbeeren oder Salat können offenbar Ursache für eine Hepatitis E sein. Außerdem kann das Virus via Blut übertragen werden.

Wirksame Prävention

Für Hepatitis A und E gilt: Eine Erkrankung verläuft häufig unbemerkt und heilt überwiegend folgenlos von alleine aus. Eine Gefahr für ernstere Verläufe besteht allerdings bei Patienten mit vorgeschädigter Leber, bei Schwangeren, Älteren sowie Menschen mit geschwächter Immunabwehr. Während es gegen das Hepatitis-A-Virus eine Impfung gibt, kann gegen Hepatitis E nicht geimpft werden. Generell ist die Hepatitis-A-Impfung für jeden empfehlenswert, der in Risikogebiete reist. Dazu gehören die Tropen, aber auch der Mittelmeerraum sowie Osteuropa. Schützende Antikörper sind schon rund zwei Wochen nach der ersten Impfung vorhanden.

Eine Impfung ist daher auch noch kurz vor Reiseantritt möglich.Um eine Infektion mit Hepatitis A oder E zu verhindern, kommt es außerdem auf eine sorgfältige Hand- und Lebensmittelhygiene an:

  • Die Hände regelmäßig mit Seife waschen.
  • Auf Reisen in den Süden kein abgekochtes Leitungswasser trinken.
  • Achtung bei Eiswürfeln in Getränken!
  • Fleisch, insbesondere Schweine- und Wildfleisch, immer durchgaren.
  • In südlichen Ländern Gemüse und Obst entweder schälen oder kochen.
  • Keine rohen oder unzureichend durchgegarten Muscheln verzehren.

Hepatitis B: gefährliche Körperflüssigkeiten

In vielen Reiseländern besteht ein erhöhtes Hepatitis-B-Infektionsrisiko (auch in Ost- und Südeuropa). Das Hepatitis-B-Virus wird allerdings nur über Körperflüssigkeiten durch direkten Kontakt mit infiziertem Blut, Sperma, Scheidensekret und möglicherweise Speichel übertragen. Jedoch bieten schon kleinste Haut- und Schleimhautverletzungen eine Eintrittspforte für das Virus. Meist heilt eine akute Hepatitis-B-Infektion nach einigen Wochen von selbst aus. Doch bis zu zehn Prozent der Betroffenen entwickeln eine chronische Verlaufsform. Sie kann zu Leberzirrhose und Leberkrebs führen. Eine wirksame Hepatitis-B-Prophylaxe bietet die Impfung. Sie schützt übrigens auch vor dem Hepatitis-D-Virus, das ebenfalls über Blut- und Sexualkontakte übertragen wird.

Hepatitis C: Auch Tätowieren kann gefährlich sein

Das Hepatitis-C-Virus gelangt vor allem auf dem Blutweg in den Körper. Auch wer sich beispielsweise ein Tattoo stechen lässt, könnte infektionsgefährdet sein. Insbesondere im Ausland mangelt es mitunter an der nötigen Hygiene beim Tätowieren. Gegen eine 
Hepatitis C kann nicht geimpft werden. In 80 Prozent der Fälle entwickelt sich aus einer akuten Hepatitis-C-Infektion eine chronische Leberentzündung. Dank der neuen antiviralen Medikamente kann die Hepatitis C in den meisten Fällen geheilt werden. Quellen: Deutsche Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS); Deutsche Leberhilfe e.V.; www.welthepatitistag.info 

Welt-Hepatitis-Tag am 28. Juli

Auf die Gesundheitsgefahren durch Hepatitis-Erkrankungen macht jährlich am 
28. Juli der Welt-Hepatitis-Tag aufmerksam. Der Aktionstag wird seit 2011 als offizieller Gesundheitstag der WHO durchgeführt. Ziel der WHO ist es, Hepatitis B und C bis zum Jahr 2030 weltweit einzudämmen oder zu eliminieren.