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Aviophobie: Die Angst vor dem Fliegen

Für viele Menschen ist die Urlaubsreise mit Vorfreude verbunden, für andere beginnt sie mit Anspannung und Unsicherheit. Was für Außenstehende wie bloße Nervosität wirkt, ist für viele Betroffene eine ernst zu nehmende Angststörung: Aviophobie, umgangssprachlich Flugangst.
Schätzungen zufolge sind etwa 10 bis 20 Prozent der Bevölkerung davon betroffen. Die Beschwerden können unterschiedlich stark ausgeprägt sein und von leichter Anspannung bis zu ausgeprägten Panikattacken reichen.
Auslöser von Aviophobie: Technische Defekte und Enge im Flugzeug
Die Ursachen von Flugangst sind individuell unterschiedlich und können auf verschiedene Auslöser zurückgehen.
Viele Betroffene fürchten einen Flugzeugabsturz oder technische Defekte. Solche Ängste können durch belastende Flugerfahrungen, wie starke Turbulenzen oder eine Notlandung, ausgelöst oder verstärkt werden.
Bei anderen stehen hingegen nicht technische Aspekte, sondern weitere Ängste im Vordergrund: Menschen mit Klaustrophobie empfinden die Enge der Flugzeugkabine als bedrohlich. Personen mit Höhenangst hingegen erleben die Flughöhe als Auslöser für Angst und Panik.
Gut zu wissen: Flugangst ist relativ häufig
Umfragen in Deutschland haben überraschende Ergebnisse erbracht: Nur 32 Prozent der Passagiere fühlen sich an Bord eines Flugzeugs wirklich wohl. Rund 68 Prozent empfinden dagegen Unbehagen, Angst oder gar Panik bzw. verzichten lieber ganz auf das Fliegen.
Flugangst: Angst vor Kontrollverlust und Ausgeliefertsein
Bei manchen Passagieren hingegen liegt die Hauptursache der Aviophobie in dem Gefühl des Ausgeliefertseins. Schließlich muss man sich bei einer Flugreise voll und ganz dem Piloten und der Technik anvertrauen. Man hat selbst keinerlei Einfluss mehr auf das Geschehen. Das halten manche Menschen nur schwer aus.
Wieder andere Aviophobiker haben Angst vor eigenem Kontrollverlust. Sie fürchten zum Beispiel, sich übergeben zu müssen oder eine Panikattacke zu bekommen.
Manchmal entwickelt sich Flugangst aber auch im Kontext anderer psychischer Belastungen wie beisielsweise einem Burnout oder in Trauerphasen.
Symptome einer Aviophobie
Eine Aviophobie kann von Mensch zu Mensch unterschiedlich stark ausgeprägt sein. Die Beschwerden reichen von leichter Nervosität bis hin zu ausgeprägten Angstreaktionen.
Leichte Formen der Flugangst äußern sich häufig durch Nervosität und Unruhe vor dem Flug. Bei stärker ausgeprägter Aviophobie können zusätzlich Symptome wie
auftreten. In ausgeprägten Fällen kann die Aviophobie bis zu Panikattacken führen und dazu beitragen, dass Betroffene Flugreisen vollständig vermeiden.
Flugangst überwinden: Ablenkung, Information und Entspannung
Da eine ausgeprägte Aviophobie die Lebensqualität erheblich einschränken kann, stehen verschiedene Möglichkeiten zur Behandlung und Bewältigung der Flugangst zur Verfügung.
Manchen Betroffenen hilft es schon, sich im Vorfeld über alle Abläufe rund um den Flug zu informieren, insbesondere was Sicherheitstechnik und Unfallstatistiken betrifft.
Auch die Wahl des Sitzplatzes kann dazu beitragen die Angst während des Fluges zu reduzieren: Am besten bucht man einen Gangplatz in den vorderen Sitzreihen. Dort spürt man das Schwanken des Flugzeugs weniger.
Auch gezielte Ablenkung während des Fluges kann helfen, die Anspannung zu reduzieren. Eine spannende Lektüre, Gespräche mit dem Bordpersonal oder Mitreisenden sowie der offene Umgang mit den eigenen Ängsten können beruhigend wirken. Zusätzlich können Entspannungstechniken dabei unterstützen, mehr Ruhe und Sicherheit zu gewinnen.
Außerdem sollte auf Alkohol bei Flugangst verzichtet werden. Dadurch kann das Gefühl des Kontrollverlusts noch verstärkt und die Flugangst verfestigt werden.
Pflanzliche Sedativa und Psychotherapie gegen die Flugangst
Häufig suchen Betroffene in der Apotheke nach Möglichkeiten, die körperlichen Begleiterscheinungen der Flugangst zu lindern. Hier können PTA je nach Bedarf verschiedene Präparate empfehlen.
Empfehlenswert sind beispielsweise pflanzliche Sedativa, auf der Basis von Lavendelöl (z. B. Lasea®), Passionsblumenkraut (z. B. Pascoflair®) oder Baldrianwurzel, (z. B. Baldriparan®).
Bei anhaltender oder stark ausgeprägter Flugangst kann auch eine psychotherapeutische Behandlung hilfreich sein. Insbesondere die Verhaltenstherapie gilt als wirksamer Ansatz. Zusätzlich stehen spezielle Flugangstseminare verschiedener Fluggesellschaften zur Verfügung. Quellen:
- www.flugangst.de
- Techniker Krankenkasse
- Deutsches Grünes Kreuz e.V.
Aviophobie in Kürze
- Unangemessen starke Furcht vor dem Fliegen („Flugangst“)
- „Aviophobie“ setzt sich aus dem lateinischen Wort „avis“ für „Vogel“ und dem griechischen Wort „phobos“ für „Angst“ zusammen.
- Die möglichen Ursachen sind negative Flugerlebnisse, Katastrophenfantasien, Gefühl des Ausgeliefertseins, räumliche Enge im Flugzeug, Höhenangst etc.
- Betroffene leiden in Flugsituationen unter Symptomen wie Übelkeit, Schweißausbrüchen, Herzrasen, Schwindel, Panikattacken u. a.
- Flugangst kann verhaltenstherapeutisch behandelt werden. In der Flugsituation helfen Ablenkung, Entspannung, Gespräche etc. Auch pflanzliche Sedativa können Unterstützung bieten.