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Schlaf und Herzinfarkt – wie sind die Zusammenhänge?

Wer am späten Abend spazieren geht, schläft besser und tut damit auch etwas für seine Herzgesundheit. | Bild: Soloviova Liudmyla / Adobe Stock

Morgendlicher Blutdruckanstieg und Schlafapnoe 

Herzinfarkte treten gehäuft in den Morgenstunden und am Nachmittag auf. Der Verdacht liegt also nahe, dass auch der Schlaf davor ein Auslöser sein könnte. Bekannt ist, dass der ansteigende Blutdruck beim morgendlichen Erwachen gefährlich sein kann: Bei Menschen mit bereits geschädigten Gefäßen lösen sich durch den steigenden Blutdruck etwaige Blutgerinnsel, die dann einen Herz- oder Hirninfarkt zur Folge haben können. Als weiteren schlafassoziierten Risikofaktor kennt man die Schlafapnoe. Die Atemaussetzer während des Schlafs führen zum Sauerstoffmangel im Blut.  

Forschungsobjekt Mittagsschlaf 

Es könnte noch andere Schlafcharakteristiken geben, die das Risiko für Herzinfarkt oder Schlaganfall erhöhen oder auch senken. Beispielsweise weiß man bisher noch zu wenig über die Rolle des Mittagsschlafs. In Abhängigkeit von der Regelmäßigkeit und der Länge wurden sowohl günstige als auch ungünstige Effekte beobachtet.  

Befragung von Patienten  

Auch andere Schlafeigenschaften könnten einem Herz- oder Hirninfarkt entweder Vorschub leisten oder ihm vorbeugen. Eine Forschergruppe am Universitätsklinikum Essen will solche möglichen Zusammenhänge ergründen. Dazu werden Patienten, die erstmals einen Herz- oder Hirninfarkt erlitten haben, zu ihren Schlaf- und Lebensgewohnheiten befragt. Dies geschieht im Rahmen der sogenannten ACROSSS-Studie (Acute Coronary Syndrome, Stroke and Sleep).  
Auf Basis der Studienerkenntnisse könnten Herz-Kreislauf-Patienten künftig ihren Schlaf gezielt mit speziellen Maßnahmen verbessern. Das könnte dazu beitragen, kardiovaskuläre Ereignisse zu verhindern oder eine Genesung positiv zu beeinflussen.  

Hilfreiche Tipps 

Unabhängig von den erwarteten Studienresultaten gibt es allgemeingültige Tipps für einen erholsamen Schlaf:  

  • Vor dem Schlafengehen nicht rauchen und weder Kaffee noch Alkohol konsumieren.  
  • Keinen Sport am späteren Abend treiben; stattdessen spazieren gehen. 
  • Erst zu Bett gehen, wenn man wirklich müde ist.
  • Entspannende Schlafrituale anwenden statt Fernsehkonsum oder Handy-Gebrauch.   
  • Jeden Tag zur selben Zeit aufstehen.  
  • Das Bett von den Tagesaktivitäten trennen (nicht im Bett essen oder arbeiten).