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Hitzewelle in Deutschland: Wieso das Temperatur­empfinden unterschiedlich ist

Eine digitale Temperaturanzeige in Form eine Apothekenkreuzes zeigt 33 Grad an
Die Hitzewelle hat in den vergangenen Tagen einigen Menschen zu schaffen gemacht. Vielen war es zu heiß, andere haben die Temperaturen als angenehm empfunden. Woran liegt das? | Bild: IMAGO / NurPhoto

Das Thermometer zeigt 27 Grad im Schatten. Wenn das mal keine Wohlfühltemperatur ist. Ja und nein, sagen Experten. Selbst im angenehmen 20er-Temperatur-Bereich gibt es immer noch fünf bis zehn Prozent der Bevölkerung, die es zu warm oder zu kalt finden.

Es sind viele Faktoren, die beeinflussen, wie jemand eine Temperatur empfindet. Werden Schüler morgens gefragt, wie warm es wohl draußen ist, erhält man Antworten die von 12 bis 20 Grad reichen. Wie lässt es sich erklären, dass eine tatsächlich gemessene Temperatur von den Menschen so unterschiedlich wahrgenommen wird?

Faktoren, die das Kalt-warm-Empfinden beeinflussen

Die Wissenschaft geht von etwa 70 Komponenten aus, die Einfluss auf unser Temperaturempfinden haben. Dabei spielen Gesundheitszustand und Fitness eine große Rolle: Fühlt sich jemand nicht besonders gut, kann eine Temperatur anders wahrgenommen werden als bei jemandem, der topfit und gut drauf ist. Auch der Hormonhaushalt und der Anteil an Körperfett können sich auf das Empfinden von Wärme und Kälte auswirken.

Für die aktuelle Temperatur-Einschätzung kommt hinzu, wie aktiv jemand gerade ist oder zuvor war. Und natürlich, welche Kleidung getragen wird. Außerdem spielen auch die Wetter-Faktoren eine Rolle: Wie stark ist der Wind? Wie feucht ist die Luft? Steht man in der Sonne?

Temperaturwahrnehmung ist auch altersabhängig

Was passiert, wenn der menschliche Körper sich auf mehr als seine standardmäßigen etwa 37 Grad Celsius erwärmt? Einfach so kann der Körper überschüssige Wärme nicht wieder loswerden. 

Das geht nur über Schwitzen: Gesteuert vom Nervensystem produzieren die Schweißdrüsen Flüssigkeit, die an der Hautoberfläche verdunstet. Dadurch kühlt der Körper ab. Wichtig sei laut Experten, den Schweiß nicht sofort abzuwischen, um den Kühlungseffekt zu erhalten.

Im Alter ist der Stoffwechsel nicht mehr so aktiv. Deshalb spüren ältere Menschen Wärme meist erst später als junge Menschen. Gleichzeitig können Ältere nicht mehr so stark schwitzen, wodurch der Körper schneller erhitzt. 

Gerade im heißen Sommer kann dies problematisch sein, insbesondere auch deshalb, weil bei vielen älteren Menschen das Durstgefühl schwach ist und dadurch oft zu wenig getrunken wird.

Körper auf Temperaturen trainieren

Ob man den Körper durch ein Training an individuell als unangenehm empfundene Temperaturen gewöhnen kann, ist in der Medizin noch nicht eindeutig geklärt. 

Allerdings kann man sich ein wenig an die hohen Temperaturen gewöhnen. So kann es hilfreich sein, sich immer wieder für kurze Zeit der höheren Temperatur auszusetzen. Was etwas banal klingt, aber grundsätzlich auch helfen kann: Wenn man darauf eingestellt ist, dass etwas nicht die gewohnte (Wohlfühl-)Temperatur hat. Quelle: dpa 

Gut zu wissen: Auf Hitzenotfälle achten

An besonders heißen Tagen können bei falschem Verhalten Gefahren wie Hitzschlag, Hitzekollaps oder Hitzestich drohen. 

Bei folgenden Symptomen sollte stets der Notarzt oder Rettungsdienst verständigt werden:  

  • heftige Kopfschmerzen  
  • unstillbares Erbrechen  
  • sehr hohe Körpertemperatur  
  • plötzliche Verwirrtheit  
  • Krampfanfall  
  • Bewusstlosigkeit  
  • Kreislaufschock