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STADA Health Report 2022: Mentale Gesundheit auf Tiefpunkt

Frau fasst sich gestresst an den Kopf
In Europa geben mehr Frauen als Männer an, gestresst zu sein. | Bild: pathdoc / AdobeStock

Die psychische Verfassung der europäischen Bevölkerung hat sich verschlechtert. Das wurde bereits im vergangenen Jahr anhand des STADA Health Report 2021 deutlich. Nun hat sich dieser Trend laut diesjährigem Health Report weiter fortgesetzt. 

Corona-Pandemie und andere Krisen dürften daran ihren Anteil haben. Denn bei fast einem Drittel der Befragten (29 Prozent) ist die selbst eingeschätzte psychische Gesundheit im Verlauf der vergangenen zwei Jahre schlechter geworden. Im europäischen Durchschnitt beschreiben nur noch weniger als drei von fünf Erwachsenen ihre mentale Gesundheit als „gut“. Das trifft mit 55 Prozent auch auf die Einwohner Deutschlands zu.  

Was ist der STADA Health Report?

Mit dem jährlichen STADA Health Report führt der Pharmakonzern STADA schon seit ein paar Jahren große Gesundheitsstudien in Europa durch. 

Der Report soll ein Stimmungsbarometer am Puls der Bevölkerung sein. Dazu werden Bürger über ihre Meinung zu gesundheitlichen Themen befragt. Die aktuell veröffentlichten Daten basieren auf der repräsentativen Befragung von fast 30.000 Menschen zwischen 18 und 99 Jahren in 15 Ländern (darunter 2.000 in Deutschland). Die Erhebung mittels Online-Fragebogen fand zwischen Mitte März und Mitte April 2022 statt. 

Höchststand bei Burnout-Werten in Europa

Die gestiegene psychische Belastung zeigt sich deutlich bei den selbst eingeschätzten Burnout-Werten. Sie waren noch nie so hoch. So gaben in diesem Jahr 59 Prozent der befragten Europäer an, schon mindestens einmal im Leben an Burnout gelitten oder kurz davor gestanden zu haben. Deutschland schneidet hier mit 50 Prozent am günstigsten ab, Spitzenreiter ist Polen mit 70 Prozent.  

In ganz Europa sehen sich Frauen als deutlich anfälliger für Burnout als Männer (65 vs. 53 Prozent). Auch Menschen unter 25 Jahren und junge Berufstätige zwischen 25 und 34 Jahren fühlen sich überdurchschnittlich gefährdet (68 und 72 Prozent).  

Deutlich mehr Menschen in Europa fühlen sich gestresst

In Europa ist laut STADA Health Report auch ein gestiegenes Stressniveau zu verzeichnen. So fühlen sich nach eigenen Angaben 37 Prozent der Menschen aktuell mehr gestresst als vor der Pandemie. Auch hier stellt sich die Situation in Deutschland mit 27 Prozent entspannter dar. Spitzenreiter ist dagegen Italien mit 53 Prozent.  

Auch beim Faktor Stress zeigt sich ein deutlicher Geschlechterunterschied: Mehr Frauen als Männer (43 vs. 30 Prozent) fühlen sich stärker gestresst als vor der Pandemie. Parallel zum gestiegenen Stressniveau haben auch Schlafprobleme zugenommen. Sie werden von mehr als jedem Dritten (35 Prozent) beklagt.  

Der Report hält aber auch positive Ergebnisse bereit: Um die mentale Gesundheit zu unterstützen, achten 53 Prozent der Europäer auf eine gesunde Ernährung, 42 Prozent halten eine feste Schlafroutine ein und 32 Prozent betätigen sich körperlich. Zu Nahrungsergänzungsmitteln greifen in Europa 31 Prozent der Befragten.