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Endometriose: Studie zeigt Verwandtschaft mit anderen Er­kran­kungen

Frau sitzt zu Hause zusammengekauert mit Bauchschmerzen auf einem Sofa
Endometriose: Eine OP ist oft nötig, wohingegen wirksame Medikamente dringend gesucht werden. | Bild: leszekglasner / AdobeStock

Etwa jede zehnte Frau im fortpflanzungsfähigen Alter leidet an Endometriose. Wissenschaftler um Marina Sirota von der University of California in San Francisco haben nun in einer retrospektiven Analyse von 43.512 elektronischen Patientenakten zahlreiche damit einhergehende Erkrankungen identifiziert.

Sie vermuten hinter den Komorbiditäten (gemeinsamem Auftreten verschiedener Erkrankungen) Verwandtschaften der Krankheiten in Bezug auf die Ursachen und die Entstehungsweise.

Welche Krankheiten treten oft zusammen mit einer Endometriose auf?

Unter anderem die folgenden Gesundheitsstörungen und Krankheiten traten mit einer statistischen Signifikanz zusätzlich zu einer Endometriose auf:

  • Eierstockzyste (Odds Ratio 6,6 – also Quote des Auftretens im Vergleich zu Frauen ohne Endometriose 6,6-mal so hoch)
  • krampfhafte Menstruationsschmerzen (Odds Ratio 8,3)
  • Erkrankungen der Genitalorgane (Odds Ratio 4,3)
  • Schmerzen im Beckenbereich (Odds Ratio 15,2)
  • Bauchfell-Adhäsion (Odds Ratio 51,1)
  • Fruchtbarkeitsstörungen (Odds Ratio 5)
  • Autoimmunerkrankungen (Odds Ratio 4,3)
  • Migräne (Odds Ratio 4)
  • Asthma (Odds Ratio 2,5)
  • Vitamin-D-Mangel (Quote 3,8-mal so hoch)

Welche Bedeutung hat die neue Endometriose-Studie?

Retrospektive Untersuchungen können keine eindeutige Kausalität herstellen, und Big-Data-Analysen, also die Auswertung komplexer Datensätze aus verschiedenen Quellen, sind anfällig für Zufallsergebnisse. 

Deshalb sieht Studien-Erstautorin Marina Sirota in den Ergebnissen vor allem Anregungen für künftige klinische Studien, die die Verbindung zwischen Endometriose und anderen Erkrankungen untersuchen.

Mit solchen Studien könne man bspw. die Wirkung von Migräne-Medikamenten bei Endometriose-Patienten untersuchen: Wenn sich diese als wirksam erwiesen, wäre dies ein Hinweis auf einen gemeinsamen Entstehungsweg der Erkrankungen und gleichzeitig ein erster Schritt zu neuen Therapiemöglichkeiten für die Endometriose.

Die neue Analyse zeige bspw. auch eine geringere Endometriose-Quote bei Patientinnen, die an einer Hyperlipidämie (Fettstoffwechselstörung mit erhöhten Blutfettwerten) litten. Dies könne darauf hindeuten, dass Cholesterinsenker auch gegen Endometriose wirksam seien, und müsse ebenfalls durch entsprechende Studien belegt werden.

Einen Bedarf an wirksamen Medikamenten sehen die Studienautoren in jedem Fall, da die Therapie der Endometriose sich derzeit stark auf die chirurgische Entfernung der Läsionen stütze und ein hohes Rückfallrisiko bestehe, weil sich die Schleimhautinseln außerhalb des Uterus bisweilen während der gesamten fruchtbaren Lebensphase betroffener Frauen neu bilden würden. Quellen: - https://www.aerzteblatt.de/news/endometriose-big-data-analyse-findet-verwandtschaft-zu-anderen-erkrankungen-2ef373bc-25f9-4e72-b8c8-bcabadebed71
- Studie: https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S2666379125003180?via%3Dihub
- https://flexikon.doccheck.com/de/Endometriose?utm_source=www.doccheck.com&utm_medium=DC%2520Search&utm_campaign=DC%2520Search%2520content_type%253Aall&utm_content=DC%2520Search%2520enometriose