In der Apotheke werden PTA mit den unterschiedlichsten Themen konfrontiert. Lesen Sie hier die tagesaktuellen News aus den Bereichen Pharmazie, Forschung, Ernährung, Gesundheit und vielem mehr. Bleiben Sie informiert, um Ihre Kunden stets kompetent zu beraten.
Mikroplastik für Menschen weniger gefährlich als vermutet

Im Vorfeld des Verbraucherschutzforums „Mikroplastik – Was wissen wir heute?“, das am 2. Dezember 2025 stattfand, fasste das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) in einer Presseinformation den aktuellen Stand der Forschung zusammen.
Einen Schwerpunkt bildet dabei die Frage, ob Mikroplastik wirklich so gefährlich für den menschlichen Organismus ist, wie frühere Studien dies vermuten ließen. Mittlerweile werden mehrere Teilaspekte besagter Studien angezweifelt oder neu bewertet.
Mikroplastik im menschlichen Körper
Immer mehr Studien bestätigen das Vorkommen von Mikroplastik, also Kunststoffteilchen zwischen einem Tausendstelmillimeter und fünf Millimetern Durchmesser, in menschlichen Organen, Geweben und Körperflüssigkeiten.
Je nach Analyse wurden entsprechende Partikel beispielsweise in Gehirn, Leber, Niere, Blut, in der Lunge oder in den Fortpflanzungsorganen gefunden und mit diversen Krankheiten in Verbindung gebracht.
Es bestehen jedoch laut BfR Zweifel daran, dass die gefundenen Partikel bestimmte Erkrankungen auslösen, denn die Analysen beruhten einerseits häufig auf kleinen Stichproben und andererseits gebe es Unsicherheiten bei der Identifizierung und Mengenbestimmung von Mikroplastik.
Hinzu komme das typische Manko von retrospektiven Studien, dass sie zwar Assoziationen zeigen, aber keine sicheren Kausalzusammenhänge herstellen könnten.
Mikroplastik weniger gefährlich als vermutet
Das BfR schätzt das Gesundheitsrisiko durch Mikroplastik als eher gering ein. Die Partikel seien in der Regel nicht „bioverfügbar“ und zudem von zu geringer Anzahl, um im Organismus Schäden anzurichten.
„Die meisten Partikel können vom Körper nicht aufgenommen oder verarbeitet werden, und die Mengen, die aufgenommen werden, sind vermutlich zu gering, um der Gesundheit zu schaden“, fasst BfR-Präsident Professor Dr. Andreas Hensel den derzeitigen Stand der Wissenschaft zusammen.
Es sei jedoch weitere Forschung nötig, um besser zu verstehen, wie Mikroplastik und das noch kleinere Nanoplastik (unter einem Tausendstelmillimeter) im Körper wirkten, und um die Partikelmenge in biologischem Material besser bestimmen zu können.
Die Öffentlichkeit sieht Mikroplastik kritischer
Im Vergleich zur Wissenschaft scheint die Allgemeinbevölkerung das Thema Mikroplastik deutlich kritischer zu bewerten: Hier ist die Sorge um negative gesundheitliche Auswirkungen der Kunststoffpartikel groß.
Aus diesem Grund befasste sich das Verbraucherschutzforum „Mikroplastik – Was wissen wir heute?“ auch mit der Diskrepanz zwischen wissenschaftlichem Kenntnisstand und öffentlicher Wahrnehmung.
Als weitere Themen standen unter anderem Toxikologie, Eintragspfade, Exposition und Methodik auf der Agenda.