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Was ist eigentlich Lupus erythematodes?

Die Schauspielerin und Sängerin Selena Gomez hat kürzlich in einem Interview angedeutet, dass ihre von Fans beobachtete Stimmveränderung auf einen gelegentlich geschwollenen Hals zurückzuführen sei.
Beobachter vermuten, dass dies – neben häufiger Müdigkeit und Nierenschäden, unter denen Gomez bekanntermaßen leidet – ein weiteres Symptom ihrer systemischen Lupus-Erkrankung ist, die sich typischerweise auf verschiedene Körperregionen auswirkt.
Beim systemischen, also den gesamten Organismus betreffenden Lupus erythematodes handelt es sich um eine entzündlich-rheumatische Erkrankung aus der Gruppe der Kollagenosen (krankhafte Bindegewebsveränderungen). Typisch sind hohe Titer an Autoantikörpern, die sich gegen körpereigene Organe richten.
Der deutsche Begriff „Schmetterlingsflechte“ bezieht sich eher auf den nicht systemischen, sondern kutanen Typ des Lupus erythematodes, der ebenfalls von einer Autoimmunreaktion ausgelöst wird, aber meist nur die Haut befällt.
Das namensgebende symmetrische „Schmetterlingserythem“ im Gesicht tritt jedoch auch bei der systemischen Krankheitsform auf, um die es im Folgenden gehen soll.
Gut zu wissen: Bedeutung des Namens „Lupus erythematodes“
Das lateinische „lupus“ bedeutet Wolf und das griechische „erýthēma“ Röte. Die Bezeichnung rührt daher, dass die Hautrötungen eines nicht behandelten Lupus in den Gesichtern der Patienten früher Narben hinterließen, die an Wolfsbisse erinnerten.
Heute kommt es dank moderner Behandlungsmöglichkeiten nur noch selten zu auffälligen Narben. Ein prominentes Beispiel ist jedoch der britische Sänger Seal.
Häufigkeit und Ursache des Lupus erythematodes
Der systemische, also gefährlichere Lupus erythematodes tritt familiär gehäuft auf, wobei überwiegend Frauen zwischen 20 und 40 Jahren erkranken. Das Verhältnis von Frauen zu Männern beträgt etwa drei zu eins.
Die Prävalenz ist stark abhängig von der ethnischen Zugehörigkeit. In Europa liegt sie zwischen 25 und 40 Fällen auf 100.000 Einwohner, in Asien etwas höher und in den USA etwa fünfmal so hoch.
Bei Lupus erythematodes ist die normale Immunreaktion fehlreguliert: Sie produziert anhaltend eine erhöhte Zahl von Antikörpern gegen körpereigene Zellkernbestandteile, die körpereigene Zellen schädigen.
Daraufhin kommt es zu Entzündungen in verschiedenen Geweben, und durch Ablagerungen von Zellen der Immunabwehr in Gefäßen drohen Organschäden.
Als Risikofaktoren nennt die Forschung neben einer genetischen Prädisposition unter anderem UV-Licht, Infektionen und einige Medikamente.
Symptome und Verlauf des Lupus erythematodes
Die Erkrankung verläuft über Jahre in Schüben. Dazwischen können lange Phasen liegen, in denen die Krankheit nicht oder nur wenig aktiv ist.
Besonders charakteristisch für den Lupus erythematodes ist das Schmetterlingserythem, eine Rötung, die sich vom Nasenrücken ausgehend symmetrisch auf die Jochbein- und Wangenregion ausdehnt. Hinzu kommen Hautveränderungen an Brust, Rücken und Fingern.
Zu den weiteren, nicht kutanen Symptomen des systemischen Lupus erythematodes gehören:
- Gelenkschmerzen
- Entzündungen und Gewebeveränderungen des Brustfells
- Herzbeutel- oder Herzinnenhautentzündung
- (in der Regel beidseitige) Nierenentzündung
- Lungenentzündung
- Nervenschäden
Therapie des Lupus erythematodes
Es wird zwar intensiv an Lupus erythematodes geforscht, bisher existiert jedoch keine Heilungsmöglichkeit. Leichtere Fälle einer systemischen Lupus-Erkrankung können mit nichtsteroidalen Antirheumatika, Lichtschutz und dem Malariawirkstoff Chloroquin behandelt werden.
Schwerwiegendere Fälle erfordern eine intensivere Therapie mit Corticosteroiden und möglicherweise eine Chemotherapie. Immunsuppressiva können während eines Rezidivs oder zur Langzeit-Suppression der Krankheit verabreicht werden. Quellen:
- https://flexikon.doccheck.com/de/Lupus
- https://de.wikipedia.org/wiki/Lupus_erythematodes
- https://www.watson.de/unterhaltung/stars/397679580-selena-gomez-spricht-erstmals-ueber-gruende-fuer-ihre-veraenderte-stimme
Lupus erythematodes auf einen Blick:
Die systemische Form des Lupus erythematodes weist die folgenden Charakteristika auf, die sich teils deutlich vom kutanen Lupus erythematodes unterscheiden.
- Krankheitstyp: entzündlich-rheumatische Erkrankung
- Ursache: Autoimmunreaktion
- Risikofaktoren: genetische Prädisposition, UV-Licht, Infektionen, Medikamente
- Betroffene: meist Frauen zwischen 20 und 40 Jahren
- Häufigkeit: in Europa 25 bis 40 Betroffene unter 100.000 Personen
- Symptome: Hautausschläge im Gesicht sowie an Brust, Rücken und Fingern; verschiedene Entzündungen, Gelenkschmerzen, Nervenschäden
- Therapie: bei leichteren Verläufen Antirheumatika, Lichtschutz und eventuell Malariamittel; bei schwereren Verläufen Corticosteroide sowie eventuell Chemotherapie und Immunsuppressiva