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Demenz: Diagnose erst nach 3,5 Jahren

Ein Forscherteam aus London wertete die Daten von 13 Studien aus Europa, den USA, Australien und China mit insgesamt 30.257 Demenzerkrankten aus.
Erste Demenzsymptome traten unter den Teilnehmenden im Alter zwischen 54 und 93 Jahren auf, wobei der Beginn der Beschwerden anhand von Angaben der Patienten oder ihrer Angehörigen sowie von medizinischen Unterlagen erfasst wurde.
Demenzstudie: Von Symptomen bis zur Diagnose vergehen Jahre
Das Forscherteam von der psychiatrischen Abteilung des Lehrstuhls für Gehirnwissenschaften am University College London kam zu den folgenden Ergebnissen:
- Eine Metaanalyse von zehn Studien ergab über alle Demenzformen hinweg eine durchschnittliche Zeitspanne von Symptombeginn bis zur Diagnose von 3,5 Jahren.
- In einer Subgruppenanalyse von sechs Studien zu Demenz im jüngeren Lebensalter wurde die Krankheit im Mittel erst nach 4,1 Jahren diagnostiziert.
- Neben dem jüngeren Alter (in dem die Betroffenen und ihre Angehörigen nicht mit einer Demenz rechnen) war vor allem die frontotemporale Demenz mit längeren Diagnoseverzögerungen assoziiert.
- Sonstige Faktoren, die auf die Zeitspanne zwischen ersten Symptomen und Diagnose Einfluss hatten, stellten sich in den eingeschlossenen Studien uneinheitlich dar.
Zur Erinnerung: Was ist eine frontotemporale Demenz?
Die frontotemporale Demenz ist eine neurodegenerative Erkrankung, die den Stirn- und Schläfenlappen des Gehirns zerstört. Sie wird auch Pick-Krankheit oder Morbus Pick genannt.
Die Krankheit tritt meist zwischen dem 50. und 60. Lebensjahr auf und ist seltener als die Demenz vom Alzheimer-Typ. Eine familiäre Häufung wird jedoch öfter – in etwa vierzig Prozent der Fälle – beobachtet.
Bei diesem Demenztyp steht zunächst eine fortschreitende Veränderung der Persönlichkeit und der sozialen Verhaltensweisen im Vordergrund, während die Gedächtnisleistungen anfangs weniger stark beeinträchtigt sind.
Der Verlauf der Krankheit ist eher langsam fortschreitend. Üblicherweise gehen die beiden zuerst genannten Symptome einer Störung des Gedächtnisses voraus.
Maßnahmen zur Demenzerkennung verbessern
Die Wissenschaftler um Studienleiter Olubunmi Kusoro sehen in den Ergebnissen ihrer Analyse einen Hinweis darauf, dass die Möglichkeiten zur frühzeitigen Demenzerkennung dringend verbessert werden müssten:
„Die Zeit bis zur Diagnose ist weiterhin zu lang, es sind gezielte Strategien im Gesundheitswesen erforderlich. Der Fokus künftiger Forschungsarbeiten sollte auf der Entwicklung von Interventionen liegen, mit denen sich die Zeit zwischen Symptombeginn und Demenzdiagnose verkürzen lässt.“
Im Jahr 2025 wurde die S3-Leitlinie für Demenz aktualisiert.
Quellen:
- https://www.aerzteblatt.de/news/von-symptombeginn-bis-zur-demenzdiagnose-dauert-es-im-schnitt-35-jahre-7a285f45-56ab-4282-86a0-75e046ef9b57
- Studie: https://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1002/gps.70129
- https://de.wikipedia.org/wiki/Pick-Krankheit
- https://flexikon.doccheck.com/de/Frontotemporale_Demenz